Kommentare & Glossen - Aktuelle Meldungen

Wortklauberei (11): (m/w/d)
03.03.2021
Was uns Menschen verbindet, ist die Sprache – solange sie nicht bewusst dazu eingesetzt wird, zu trennen und zu diskriminieren. Für mich ist Sprache ein Informationsmedium. Sie will ab und an auch einmal unterhalten und vielleicht sogar überzeugen, aber nichts ausgrenzen, außer der Dummheit (m/w/d). Bin ich damit ein Verdachtsfall für den Verfassungsschutz? Darf ich von Auto-Verkäufer_innen sprechen, ohne als „Volksverräter“ zu gelten? Riskiere ich mit der Bezeichnung Autoverkäufer den Zorn einer ganzen Friday-for-Future-Generation, weil deren Aktivisten den Unterstrich, den Sprechaussetzer oder das Gendersternchen erwarten?
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Blech-Sprech aus dem Vierzylinder
28.02.2021
Als der Vierzylinder am Münchner Petuelring 1973 eröffnet wurde, war das keineswegs ein Vorgriff aufs Downseizing. Am Münchner Ring standen die vier Zylinder-Türme der Hauptverwaltung von BMW stattdessen mit moderner, klarer Architektur als dominantes Symbol für den Anspruch, den die Marke leben wollte. Fast 50 Jahre später wählt auch BMW kurzlebigere Lebenszeichen, zeigt sich digitaler und technischer, an einem neuen Anspruch angepasst.
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Glosse: Gut gebrüllt, Löwe!
26.02.2021
Sachlichkeit gehört zu den Kernkompetenzen eines Nachrichtenredakteurs auch in unserem Themenumfeld. Dieser Grundsatz wird häufiger in Frage gestellt, seit nicht nur bei Autoherstellern das Marketing in den Presseabteilungen gern die Feder führt. Dann sorgt ein ordentlicher Schuss blumige Prosa und Eigenwerbung bei so manch gestandenem Redakteur zu emotionalen Konsequenzen. Erst löst der „Originalton“ ein Lächeln oder ein lautes Lachen aus, bevor sich der Frust einstellt, nun daraus eine Meldung formulieren zu sollen.
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Kommentar: Wieder ein Dammbruch
22.02.2021
Früher hatte der Begriff „Meinungsvielfalt“ fast Verfassungscharakter. So ein Wort wurde in Journalistenkreisen ins berufsethische Glaubensbekenntnis aufgenommen. Die neuen Medien haben uns aber auch gelehrt, dass Vielfalt an sich nicht immer erstrebenswert ist, falls sie dem Narzismus des Verfassers oder irgendeiner Blase dient. Netznutzer haben es schwer, im Netz Nutzen zu finden und nicht Nichtsnutzen zu folgen. Hier den Kontrapunkt zu setzen, haben sich viele Kollegen zum Ziel gesetzt. Die wehren sich mit journalistischen Arbeiten zur Mobilität gegen das Hineinschwappen werblicher und marketinggetränkter Inhalte in solche Medien, denen ihre Nutzer (noch) vertrauen.
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Wortklauberei (11): Offroad in der City
15.02.2021
In jüngster Zeit drehen vermehrt „Stadtgeländewagen“ ihre Runden. Jeder weiß, dass sie im Großstadtdschungel (sic!) nicht nach dem passenden Offroad-Terrain suchen. In die Baustelle für ein neues Bürogebäude dürfen allenfalls der Architekt oder der Bauleiter fahren. Der hügelige Stadtpark ist für den City-Allradler ebenso tabu wie die Sandkiste auf dem Kinderspielplatz. Bliebe allenfalls noch der Bordstein, der zu erklimmen wäre – doch den schafft jedes andere Auto auch.
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Kommentar: Jedem seinen Prügelknaben!
14.02.2021
In den Schlössern der Vergangenheit bekam der Prügelknabe die Strafe zu spüren, die eigentlich für den Junior des Hauses gedacht war. Irgendwo musste die Wut der Erzieher ja bleiben. Und Knaben zum Verprügeln hatten die genug im Zugriff. Körperliche Züchtigung ist hierzulande inzwischen verboten. Doch der Brauch, anderen erst die Verantwortung aufzuladen und dann der öffentlichen Verachtung auszusetzen, hat sich weltweit erhalten – bei Männlein und Weiblein. Mary Barra, die Chefin des US-Autoriesen General Motors (GM), stellt nun ebenfalls den Verbrennungsmotor an den Pranger. Auch sie kündigt dem geifernden Publikum die öffentliche Hinrichtung des Verbrennungsmotor an.
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Glosse: Holländer foppen
14.02.2021
Bei unseren niederländischen Freunden, die mit ihren Strafen bei Verstößen gegen die Verkehrsregeln ohnehin schon kräftig hinlangen, droht neue Gefahr. Wer im Auto beim Telefonieren ohne Freisprechanlage erwischt wird, zahlt schlanke 240 Euro. Die Wahrscheinlichkeit, des widerrechtlichen Fernsprechens überführt zu werden, steigt nun zunächst auf der A28 zwischen Utrecht und Amersfoort. Dort haben die Behörden neuartige Blitzanlagen installiert, die ausnahmslos alle vorbeifahrenden Autofahrer fotografieren. Oberkörper, Schoß und das Kennzeichen werden dabei erfasst. Künstlich intelligente Computer werten daraufhin die Aufnahmen aus und löschen all jene, auf denen ihrer Meinung nach kein elektronisches Gerät zu sehen ist, das sich der Fahrer ans Ohr hält oder auf den Beinen liegen hat. In den anderen Fällen kommt es zur Strafverfolgung.
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Glosse: Vom Nebel-Dilemma
31.01.2021
Jetzt jagen Sie wieder über die Straßen – die Hochs und die Tiefs. In dieser Jahreszeit bringen sie beide Nebel ins Spiel. Überraschend viele Autofahrer halten das für die Freigabe, jetzt mit dem Licht zu spielen. Dafür hat man beim Kauf darauf geachtet, soviel Lichtspiele wie möglich am Auto zu haben. Doch unsere Verkehrsminister sind ja nicht blöd. Sie haben uns mit der Straßenverkehrsordnung (StVO) auch dafür Spielregeln mitgegeben.
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Kommentar: Totgesagte leben länger
28.01.2021
Es ist eine mehr als düstere Analyse, die einige Börsenspezialisten der Deutschen Bank jüngst veröffentlichten. Die deutsche Automobilindustrie, so meinten sie unheilschwanger, bewege sich unaufhaltsam auf einen Abgrund zu. Mit der Schlagzeile „Detroit lässt grüßen“ überschrieben sie acht Seiten einer Untersuchung zur „Zukunft des Automobilstandorts Deutschland“, in der sie den Teufel an die Wand malen und eine Parallele zur einstigen „Motor City“ zwischen Lake St. Clair und Erie-See im US-Bundesstaat Michigan ziehen.
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Glosse: Audianer_innen 2020 erneut erfinderisch
28.01.2021
Die Sprache lebt. Und auch der Duden ist nicht mehr das, was er früher einmal war – ein sicherer Ratgeber für Grammatik und Rechtschreibung. Schon das Wort „gendergerecht“ hätte nicht in seine Spalten rutschen dürfen. Hier werden hemmungslos zwei Sprachen gemischt, ein englisches Wort brutal eingedeutscht. Der Duden hat eine Begründung dafür, denn er beobachtet die Entwicklung der Sprache. Dabei verliert er zusehends seine wesentliche Aufgabe aus dem Blick, die deutsche Sprache zu pflegen.
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Kommentar: Grund zur Hoffnung
24.01.2021
Hugh, wir haben gesprochen. Nicht nur die Hopi-Indianer mahnen zur Vernunft beim Ressourcenabbau. Rund 60 Referenten und gut 500 Teilnehmer haben sich in der vergangenen Woche zum Fachkongress für erneuerbare Mobilität „Kraftstoffe der Zukunft 2021“ im Internet getroffen. Nicht zum ersten Mal. Es war die 18. Veranstaltung dieser Art und der Konsens lautete wie immer: Es gibt Alternativen zum fossilen Brennstoff.
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Wortklauberei (9): Kennen Sie den?
24.01.2021
Kennen Sie den? Antwortet ein Stotterer auf die Frage, warum er den Job als Nachrichtensprecher nicht bekommen hat, mit: „Ich b-b-b-in in der falschen Partei“. Und schon habe ich mir leichtfertig eine gelb-rote Karte der neuen Selbstgerechten kassiert, Und dennoch muss die Frage erlaubt sein, denn seit Neuerem sind alle unsere Nachrichtensprecher offenbar in der richtigen Partei. Sie alle stoßen an, stottern also. Achten sie mal zum Beispiel auf die Tagesschau, wenn die Damen über Politiker…innen sprechen.
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