Kommentare & Glossen - Aktuelle Meldungen

Kommentar: Von Krähen und Menschen
20.09.2022 - Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus – es sei denn, sie hat einen Verbrennungsmotor. So einen Vogel gibt es nicht, so eine Forderung eines großen Herstellers, die Produkte des Wettbewerbs zu verbieten, allerdings schon. Polestar, die schwedische Elektroautotochter des chinesischen Automobilkonzerns Geely, wählt eine aggressive Sprache, wenn Thomas Ingenlath als Markenchef fordert, ein weltweites Verbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren müsse früher kommen als von der Politik bisher vorgegeben: „Mit nur 1,5 Prozent Elektrofahrzeugen auf den Straßen ist klar, dass wir in einer Elektroauto-Blase und nicht in einem Elektroauto-Boom leben.“
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Wortklauberei (37): Pragmatismus vs. Pädagogik
19.09.2022 - Internationale Krisen verlangen von einer jeden Nation die richtige Mischung aus Pragmatismus und Pädagogik. Manchmal müssen Grundsätze kippen, bevor die Lage abrutscht; manchmal braucht es mehr Information und Transparenz, um den Bürger mitzunehmen, manchmal müssen die aber in die Ecke und sich schämen oder grämen, bis sie wieder brav sind. Unsere Zeiten liefern genug Beispiele.
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Wortklauberei (36): Jede Kilowattstunde zählt!
12.09.2022 - Immer wieder zwingen einen Studien, die eigene Haltung zu überdenken. Heute legt Simon-Kucher & Partners, eine global tätige Unternehmensberatung, eine im Juli und August dieses Jahres durchgeführte Studie vor. Und die gibt zu denken, obwohl das Ergebnis an sich wenig überrascht: Je größer die erwartete Benzinpreiserhöhung, desto größer das Interesse am Elektrofahrzeug. Der Wegfall der Spritpreis-Subventionen sollte jetzt also eigentlich den Verkauf von Elektroautos ankurbeln – hätte sollen, wenn die Lieferzeiten nicht so lang wären.
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Wortklauberei (35): Wie nachhaltig ist die Elektromobilität?
22.08.2022 - „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.“ So einst Bundeskanzler Konrad Adenauer. Doch die Rückschau lohnt. Denn sie zeigt, wie sich selbst unveränderliche Haltungen ändern. Hätte jemand noch vor Jahresfrist dem Ökoinstitut diesen Satz in einem Pressetext zugetraut, publiziert am Freitag vergangener Woche: „Über den gesamten Lebenszyklus eines Pkw sind Elektrofahrzeuge bereits heute zu 20 bis 30 Prozent klimafreundlicher als benzin- oder dieselbetriebene Fahrzeuge.“
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Kommentar: Die Gedanken sind wieder frei
26.07.2022 - Zeitenwende oder nur Stimmungsumschwung? Heute wird vieles deutlich: Die Bundesregierung lässt die Subventionen für elektrische Autos auslaufen. Der steigende Anteil an Kohlestrom verdirbt die Emissionsbilanz des Elektroautos zumindest mittelfristig. VW-Boss Diess, unter den europäischen Automanagern der einzige kompromisslose Verfechter der Elektromobilität, kassiert nur noch Rente. Und der deutsche Autokäufer entdeckt wieder die Alternativen zur Batterie. Zu früh zum Jubeln über die Rückkehr der Vernunft?
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Kommentar: Der Kampf ums kollektive Öko-Ego
17.07.2022 - Da muss die Psyche im Spiel sein. Wie sonst ließe es sich erklären, dass eingefleischte Alt-Grüne und kämpferische Öko-Aktivisten sich mit Händen und Füßen gegen alles wehren, was ihrem Traumziel Elektromobilität auf die Pelle zu rücken droht. Sie reagieren mit Basta-Erklärungen, Unterstellungen und Halbwahrheiten, manipulierten Studien oder platten Lügen. Wir kennen ein solches Verhalten von Menschen, die sich ertappt fühlen oder von denen, die um keinen Preis zugestehen wollen, dass sie sich geirrt haben. So kämpfen sie ums kollektive Öko-Ego – Aktivisten, Publizisten, Politiker und wohlmeinende Gutmenschen.
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Wortklauberei (33): Klimaneutral statt emissionsfrei
29.06.2022 - Es geht doch nur um zwei Worte. Gestandene Nachrichtenredakteure müssten es also außergewöhnlich leicht fallen, den Menschen zu erklären. was der Rat der europäischen Umweltminister gestern beschlossen hat. Im Wesentlichen haben die Damen und Herren den Satz „Ab 2035 dürfen in Europa nur noch emissionsfreie Personenwagen zugelassen werden“ durch den Satz „Ab 2035 dürfen in Europa nur noch Personenwagen mit klimaneutralen Antrieben zugelassen werden“. „Klimaneutral“ soll „emissionsfrei“ ersetzen.
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Zeit-Raffer (1): Auf der Kriechspur
28.06.2022 - Wenden stecken voller Drama und damit voller Möglichkeiten für Beobachter. Schleichenden Veränderungen können ebenso zu einem dramatischen Ende führen. Ob sie uns nun aufgezwungen oder von uns selbst betrieben wurden – am Ende stehen oft zwei Fragen: War uns klar, worauf das alles hinausläuft? Hätten wir etwas ändern wollen oder müssen? Mit einer lockeren Reihe von Beiträgen unter dem Motto „Zeit-Raffer“ wollen wir die Landschaft der Medien und speziell den Wandel im Motorjournalismus zeigen, dargestellt anhand sehr persönlicher Erfahrungen. Zunächst berichtet ein Insider am Beispiel eines auf den ersten Blick unwichtigen Ressorts vom Niedergang eines einst wichtigen Mediums.
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Wortklauberei (32): Rolle Rückwärts oder Turbo?
24.06.2022 - Dies ist die Zeit der großen Worte in einem großen Kampf um die Zukunft des Verbrennungsmotors. Bei manchen ist sogar schon der Basta-Modus erreicht. Zum Beispiel beim Bundesverband eMobilität (BEM), dessen Vorstand Markus Emmert heute einen klaren Kurs für Zukunftssicherheit und Klimaschutz fordert. „Wir sichern den Wohlstand und die Umwelt nur dadurch, dass wir uns den Veränderungen stellen und nicht immer in die alte Welt der fossilen Rohstoffe zurückfallen.“ Recht hat er, nur bei einem Wort nicht. Niemand, der Klimaschutz will, wird fossile Kraftstoffe fordern.
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Kommentar: Stellvertreterkrieg
23.06.2022 - Mit ihren neuen Aussagen zu den Emissionen der synthetischen Kraftstoffe wie e-Fuels ordnet sich die in Brüssel ansässige Umwelt-Lobbyorganisation Transport & Environment (T&E) nun endgültig bei den Aktivisten ein. Bei ihren Argumenten zählt weniger die Wissenschaft als die Kampfkraft gegen den Verbrenner. Offenbar geht in Brüssel und in den diversen europäischen Niederlassungen von T&E die Sorge um, die e-Fuels könnten die Regierungschefs von der Sinnlosigkeit eines Verbrennerverbots überzeugen. Nur mit Panik lässt sich erklären, dass T&E nun „Vergleiche“ vorlegt, die unter falschen Voraussetzungen zu den gewünschten Ergebnissen kommen.
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Kommentar: Wie rührend!
21.06.2022 - Wie rührend: Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sorgt sich um ihren ehemaligen Erzfeind. Antje von Broock, BUND-Geschäftsführerin, kommentierte heute die Aussage von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), die Bunderegierung werde einem Verbrennerverbot nicht zustimmen: „Mit einer Enthaltung im EU-Umweltrat bei der wichtigen Frage des Verbrennerausstiegs würde Deutschland den Konzernen, die sich längst auf den Weg in eine batterieelektrische Zukunft gemacht haben, einen Bärendienst erweisen.“ So werden aus den Öko-Aktivisten im Handumdrehen Business Development Manager der Auto-Konzerne.
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Wortklauberei (31): Politik-Pädagogik
16.06.2022 - Gerade beginnt eine neue Runde der Diskussion um Tempolimits und Fahrverbote. Doch geht es dieses Mal nicht um die Verkehrssicherheit und auch nicht um das Klima. Jetzt soll die Maßnahme Russland ins Visier nehmen. Wir sollen langsamer fahren, damit die deutsche Abhängigkeit vom Öl des Aggressors geringer wird. Gerade haben wir vom Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) gelernt, dass jetzt jedes Kilowatt zählt, nachdem er uns vorher beruhigt hatte, der Verzicht auf russisches Öl sei das kleinere Problem. Die Politiker haben offenbar noch eine zweite Agenda, wenn sie jetzt die Tempo-Diskussion wieder eröffnen.
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