Aufsichtsrat sieht Zukunftsplan 2030 als starkes Signal
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Group, sieht das als ein „starkes Signal“ für die Zukunft des Volkswagen Konzerns. „Wir übernehmen Verantwortung für unser gesamtes Team, für unsere Partner und für Industriearbeitsplätze weltweit. Wir investieren in den nächsten Jahren eine dreistellige Milliardensumme, um unsere ikonischen Marken noch attraktiver, stärker und wettbewerbsfähiger zu machen.“
Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats, zeigte sich in seinem Statement davon überzeugt, dass mit der Umsetzung des Transformationskonzepts „die dauerhafte Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen Konzerns gesichert wird“. Und Olaf Lies, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, erklärte: „Wir investieren kräftig in Zukunftsfähigkeit und wir verbessern die Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig werden wir für unsere Standorte langfristige Perspektiven entwickeln.“
Für die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat sagte Christiane Benner, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Erste Vorsitzende der IG Metall: „Mit dem nun verabschiedeten Zukunftsplan stellen wir uns gemeinsam mit Vorstand und Anteilseignern den riesigen Herausforderungen.“ Es sei gut, dass der Vorstand nun die Grundlage habe, die entscheidenden Aufgaben anzugehen. „Dazu gehört es ausdrücklich auch, Zukunftsszenarien für alle Werke zu entwerfen.“ Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen Group: „Volkswagen wahrt damit einmal mehr die Gleichrangigkeit von Beschäftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit als gemeinsame Unternehmensziele.“
Der Zukunftsplan 2030 ist das strategisch tiefgreifendste Transformationsprogramm in der Geschichte der Volkswagen Group. Die zwölf Initiativen sollen den Konzern und seine Marken robuster und wettbewerbsfähiger aufstellen:
Finanzielle Grundlage stärken
In veränderten Marktumfeldern plant die Volkswagen Group mit einem Absatz von 9 Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Finanzielles Kernziel ist eine operative Umsatzrendite von 9 Prozent bis 2030. Das entspricht einem operativen Ergebnis von rund 31 Mrd. EUR, bei 37 Mrd. EUR Gemeinkosten und einer Zielgröße von 135 Mrd. EUR für Investitionen in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung im Planungszeitraum 2027 bis 2031.
Fokus auf attraktivste Fahrzeuge
Bis 2035 strafft die Volkswagen Group ihre Modellpalette um rund 50 Prozent, die Angebotskomplexität um rund 75 Prozent. Ziel: höhere Stückzahlen je Modell, niedrigere Kosten, stärkere Skaleneffekte. Bei Plattformen, Elektronik-Architekturen, Fahrerassistenzsysteme und Software richtet die Volkswagen Group konsequent auf die westliche und östliche Hemisphäre aus.
Effizienz auf ein neues Niveau heben
Ein konzernweites Programm für Operative Exzellenz soll die Kräfte von Technischer Entwicklung, Beschaffung, Produktion, Qualität, Vertrieb und Gemeinkosten bündeln. Ziel sind deutlich höhere Effizienz, bessere Abläufe, mehr Geschwindigkeit und eine spürbare Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Führung stärken, Entscheidungen beschleunigen
Schlankere Führungsstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und kürzere Entscheidungswege. Ein einheitliches Performance- und Bonussystem für Führungskräfte soll Fokus auf Leistung, Ergebnis und gemeinsamen Erfolg schaffen.
Produktionsstruktur wettbewerbsfähig aufstellen
Es soll für die europäischen Werke bis Ende Juni 2027 ein mit dem Zielbild zu vereinbarendes Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden. Der Aufsichtsrat hat mit seinem Beschluss zur Kenntnis genommen, dass eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen in Europa im Volkswagen Konzern besteht und für die Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden kann. Für diese Werke werden parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft.
Notwendige Anpassung der Personalkapazitäten
Über die bestehenden Programme hinaus ist eine weitere grundlegende Anpassung der weltweiten Personalkapazitäten notwendig. Die dem Zukunftsplan 2030 zugrundeliegende Erhebung sieht eine konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen – inkl. Management-Positionen – vor.
Nordamerika- und China-Geschäft weiterentwickeln
In Nordamerika konzentriert sich der Volkswagen Konzern künftig auf die profitabelsten Segmente. Das China-Geschäft passt der Konzern an die veränderte Erwartung an das Gesamtwachstum des chinesischen Automobilmarkts an und baut das Exportgeschäft in Richtung „globaler Süden“ aus.
Konzernstruktur vereinfachen
Der Aufsichtsrat bittet den Konzernvorstand, ein Modell für eine fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur des Volkswagen Konzerns zu entwickeln. Die fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur soll eine klare Zuordnung der Verantwortlichkeiten und eine schnellere, effizientere und moderne Konzernsteuerung ermöglichen.
Beteiligungsportfolio verschlanken, Kapital gezielter einsetzen
Das Portfolio der Beteiligungen und Geschäfte wird konsequent auf ihren strategischen und wirtschaftlichen Beitrag zum Kerngeschäft reduziert und soll um rund ein Drittel gestrafft werden.
Umsetzung beschleunigen
Der Konzernvorstand übernimmt die Gesamtverantwortung für die Umsetzung und wird das Programm mit klarer Steuerung und dem notwendigen Tempo vorantreiben. Der Aufsichtsrat wird in den Prozess eng eingebunden, regelmäßig über die Fortschritte informiert und, wo erforderlich, beteiligt.
Veröffentlicht am 04.09.2026
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