Der Gütertransport wird um ein Drittel zunehmen
Der Personenverkehr wird der Verkehrsprognose nach um rund acht Prozent in den kommenden 15 Jahren ansteigen. Auch hier wächst die Bahn nach Einschätzung der Experten am stärksten (+60 %), gefolgt vom Luftverkehr mit 30 Prozent). Der Straßenverkehr geht gemessen an den gefahrenen Kilometern leicht zurück (-1,0 %). Auto und Motorrad bleiben aber mit Abstand beliebtestes Fortbewegungsmittel in Deutschland. Zwei Drittel der Wege werden damit zurückgelegt.
„Wir brauchen ein hochbelastbares Bestandsnetz“, stellte Wissing fest. Für die Politik bedeuten die Ergebnisse der Studie, dass in alle Verkehrsträger investiert werden müsse. Alte Trassen, Brücken, Tunnel und Schleusen müssten dringend saniert und der Ausbau der Bahn muss vorangetrieben werden. Gleichzeitig bleibe der Erhalt und Neubau von Straßen unerlässlich, denn „das Auto bleibt das Rückgrat der Mobilität in Deutschland“.
Ausschlaggebend für Veränderungen im Güterverkehr ist insbesondere ein Strukturwandel. Durch die Energiewende gibt es einen starken Rückgang bei Massen- und Energiegütern wie Kohle, Koks, Mineralölprodukte und Erze, die bisher vor allem auf Schiene und Wasserstraße transportiert wurden. Großes Wachstum gibt es hingegen bei Gütern, die überwiegend auf der Straße befördert werden. Hierzu zählen Postsendungen (+86 %), Sammelgüter (+56 %) sowie Nahrungs- und Genussmittel (+30 %). Außerdem führen Investitionen in den klimaneutralen Umbau der Wohngebäude zu Baustellenverkehr in neuen Dimensionen, bei dem die Anlieferung nicht mit Binnenschiff oder Bahn erfolgen kann. Trotz dieses Wandels wächst der Anteil der Schiene am Güterverkehr.
Das Wachstum soll aber nicht zu Lasten des Klimas gehen. Durch den Umstieg auf klimafreundliche Antriebe auf allen Verkehrsträgern sinken die direkten CO2-Emissionen im Verkehr laut Prognose um 77 Prozent gegenüber dem Jahr 1990. Beim Pkw-Verkehr sogar um über 80 Prozent – auch dank alternativer Kraftstoffe. (aum)
Veröffentlicht am 24.10.2024

