2026-09-11 10:06:00 Automobile

Praxistest Seat Arona 1.5 FR: City-SUV mit feurigem Charakter

Carzoom.de
Fotos: Autoren-Union Mobilität/Michael Kirchberger

Das City-SUV der spanischen Marke taugt nicht nur für die Stadt, sondern kann auch Langstrecke. Der Turbo-Vierzylinder mit 1,5 Litern Hubraum übt sich dank Zylinderabschaltung erfolgreich in Konsumverzicht.

Seats kleinstes SUV, der Arona, hat in diesem Jahr eine sanfte Überarbeitung erfahren. Im Zuge der Auffrischung hat er einen breiteren Kühlergrill und größere Lufteinlässe bekommen, für den markanten Blick sorgen schmalere und neu gestaltete Voll-LED-Scheinwerfer. Neue Farben und Raddesigns komplettieren das Facelift. Es ist schon das zweite in nur acht Jahren Bauzeit, was eindeutig auf die unsicheren Zukunftsaussichten der Marke hinweist. Bereits vor drei Jahren hatte sich VW-Markenchef Thomas Schäfer eher unglücklich geäußert, dass die Zukunft von Seat in der Submarke Cupra liege. Dabei hat der Arona durchaus das Zeug dazu, den chinesischen Eroberern Paroli zu bieten und ebenso mit Qualität wie auch einem historischem Fundament zu punkten.

Das kleine SUV teilt sich die Technik zwar mit dem ebenso knapp geschnittenen Ibiza, wirft aber beim Motorenangebot eine Schaufel Kohle mehr unter den Kessel. Während die Limousine maximal 116 PS (85 kW) von einem Ein-Liter-Dreizylinderturbo befeuern, lässt der Arona die Flamme höher lodern und nutzt hierfür den 1,5-Liter-TSI, der aus vier Zylindern 150 PS schöpft. 250 Newtonmeter Drehmomentspitze stellt er bei 1500 Umdrehungen iun der Minute bereit, bis 3500 U/min liegt dieses Moment konstant an. Das führt zu sehr ordentlichen Fahrleistungen. 8,3 Sekunden genügen dem unbeladen rund 1270 Kilogramm schweren Arona für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Sein Höchsttempo erreicht der gut 4,10 Meter lange Seat bei 212 km/h, beides sind erstaunliche Werte.

Anfahrschwächen kennt der kleine Spanier nicht, eher ungestüm spurtet er nach vorne, wenn das mit sieben Gängen bestückte Doppelkupplungsgetriebe mal wieder einen Hauch zu forsch einkuppelt. Aber es findet stets die richtige Übersetzung und bietet in der Eco-Einstellung der drei wählbaren Fahrmodi erhebliches Sparpotenzial. Die Arbeitsweise des Motors unterstützt den Konsumverzicht zusätzlich mit einer Zylinderabschaltung. Wenn nur geringe Leistung gefragt ist, nimmt die Elektronik zwei von ihnen aus dem Spiel und reduziert so den Verbrauch mit Erfolg. Statt des Normwertes von 5,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer kamen wir mit nur 5,6 Liter Treibstoff über die Standarddistanz. Was beim Blick auf die aktuellen Zapfsäulen-Anzeigen ein echter geldwerter Vorteil ist. 40 Liter passen in den Tank, das erlaubt anständige Reichweiten.

Innen hat Seat mit neuen Textilien und modifizierten Verkleidungen für mehr Harmonie gesorgt. Die Sitze lassen sich schnell und genau passend einstellen, im FR sind sie stärker konturiert und mit integrierten Kopfstützen ausgestattet. Die bevorzugten Plätze finden sich eindeutig in der ersten Reihe. Im Fond geht es eher knapp zu. Bei der Auflösung zeigt der zentrale Monitor, dass er schon einige Jahre auf dem Buckel hat, besser ist die induktive Ladestation für das Smartphone gerüstet, da sie über eine Kühlfunktion verfügt und so das Handy nicht überhitzt. Die Bedienung ist einfach, auch wenn sich manche eher störende als helfende Assistenzsysteme nur mit ergebenem Tippen auf dem Touchscreen abschalten lassen. Auf eine Mittelarmlehne muss der Fahrer ebenso verzichten, was wohl am Handbremshebel liegt: für eine elektrische Parkbremse hat es beim Facelift nicht gereicht.

Im Gegensatz zur Rückbank herrscht im Kofferraum ein gutes Platzangebot. 400 Liter passen hinein, das Umklappen der Rücksitzlehnen steigert die Transportkapazität auf 1280 Liter. Das ist der Klasse angemessen und auch die Zuladung geht mit 577 Kilogramm in Ordnung. Bei der Anhängelast reicht es dagegen nicht für gewichtige Trailer, höchstens darf der frontgetriebene Arosa 1,2 Tonnen auf den Haken nehmen.

Unterwegs zeigt sich das Kompakt-SUV von seiner besten Seite. Die Federung ist ausgewogen und steht dennoch gerade in der sportlicher abgestimmten FR-Version einer strammen Fahrt um die Kurven nicht im Wege. Sanftes Untersteuern wird im Ansatz von der Fahrdynamikregelung unterbunden, auch beim Lastwechsel bleibt das Heck dort, wo es hingehört. Die Lenkung mit ihrem kleinen Echtledervolant vermittelt gute Rückmeldungen vom Traktionszustand, Antriebseinflüsse blendet sie unterdessen elegant aus. Die Bremsen erweisen sich selbst bei provokanter Strapazierung als überaus standhaft, insgesamt vermittelt der Arona ein sehr sicheres Fahrgefühl.

Die ausgeprägte Alltagstauglichkeit und Kompetenz auf nahezu jeder Streckenlänge machen den Seat gerade nach dem zweiten Facelift weiterhin auch preislich zum attraktiven Angebot. Mit der Fülle seiner Möglichkeiten zur Individualisierung, von verschiedensten Lacktönungen bis hin zur Zweifarbgestaltung, trifft er genau den Nerv der jüngeren (oder junggebliebenen) Kundschaft. (aum)

Daten Seat Arona 1.5 FR

Länge x Breite x Höhe (m): 4,15 x 1,78 x 1,37
Radstand (m): 2,57
Antrieb: R4-Benziner, 1498 ccm, FWD, 7-Gang-Aut.
Leistung: 150 PS / 110 kW
Drehmoment: 250 Nm bei 1500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,3 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,9 Liter
CO2-Emissionen: 133 g/km
Testverbrauch: 5,6 Liter
Tankinhalt: 40 Liter
Leergewicht / Zuladung: min. 1268 kg / max. 577 kg
Kofferraumvolumen: 400-1280 Liter
Max. Anhängelast: 1200 kg
Basispreis: 33.540 Euro
Testwagenpreis: 34.685 Euro

Veröffentlicht am 11.09.2026

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