2021-10-13 14:16:00 Automobile

Wortklauberei (23): Finde den Fehler!

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Fotos: Auto-Medienportal.Net

Ich verdanke es einem glücklichen Schicksal, dass die Post mir regelmäßig die Mitgliederzeitschrift des Verein Deutsche Umwelthilfe – die „DUHWelt“ – in den Briefkasten steckt: immer wieder eine lohnende Lektüre. In dem Artikel „Nachhaltige Batterien und Effizienzstandards für E-Autos“ fand sich eine ungewöhnlich Darstellung zum Elektroauto, so realistisch, dass sie ein Zitat wert ist: „Doch auch wenn E-Autos Vorteile gegenüber dem Verbrenner haben: Auch sie sind große Energieverbraucher und ressourcenintensiv in der Herstellung“. Finde den Fehler!

E-Autos haben nur dann Vorteile gegenüber dem Verbrenner, wenn wir zulassen, dass sie weiterhin fossile Kraftstoffe verbrennen. Die DUH sollte ihre Argumente dem Stand der Technik anpassen.

Ein zweites Zitat, dieses Mal zum Lithium: „Niedrige Arbeitsschutzstandards und Umweltverschmutzung in den Abbaugebieten dieser Rohstoffe führen zu Gesundheitsschäden, Grundwasserkontaminierung und gefährden ganze Ökosysteme. Auch muss der zusätzliche Bedarf an erneuerbaren Energien zur Versorgung der E-Autos berücksichtig werden.“ Finde den Fehler!

Es gibt keinen; die Analyse stimmt. Der Lösungsweg liegt auf den Hand, wenn jemand die Denkweise der DUH kennt: Vorschriften. Umweltfolgen werden verboten, Menschenrechte garantiert. So wie wir das schon mit Erfolg in China praktizieren, so wird es ja wohl auch in der chilenischen Atakamawüste oder im Kongo funktionieren. Und alles wird gut.

Ein drittes Zitat: „Nur so lässt sich eine nachhaltige Ressourcen- und Energienutzung sicherstellen und ist zu verhindern, dass sich der Trend zu immer größeren, schwereren und verbrauchsstarken Fahrzeugen auch bei E-Autos fortsetzt.“ Finde den Fehler!

Schon im Anfang ihres Artikels hatten die Autoren festgestellt, die Lösung des Problems beginne mit dem Verzicht aufs eigene Auto zugunsten des öffentlichen Verkehrs. Automatisch daraus folgt die Forderung, der Rest der persönlichen Mobilität im eigenen Auto sei nur in spartanischen Kleinwagen akzeptabel. Welche das sind, soll mal wieder ein Gesetz indirekt regeln, zum Beispiel eines, dass den Stromverbrauch von Elektroautos begrenzt.

Außerdem gilt: Wer ein großes und schweres Elektroauto fährt, verhält sich aus Sicht der Umweltaktivisten ebenso unsolidarisch wie die Fahrer der verpönten herkömmlichen SUV. Doch E-SUV sind noch schwerer wegen der halben Tonne Batterie an Bord. Ein moderner Verbrenner ist leichter und mit E-Fuels im Tank deutlich klimafreundlicher als jedes Elektroauto. (aum)

Veröffentlicht am 13.10.2021

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