ADAC-Winterreifentest: Fast die Hälfte fällt durch
Bei den Kleinwagenreifen legen die Ergebnisse nahe, dass diese Dimension bei den Herstellern nicht so stark im Fokus steht wie andere Reifengrößen. Nur zwei Produkte erreichen das Gesamturteil „gut“, wobei der Continental Winter Contact TS 870 mit 2,2 die beste Bewertung im gesamten Testfeld einfährt. Er zeigte ausgewogene und durchweg gute Leistungen auf allen Untergründen und eine ordentliche Umweltbilanz. Der Michelin Alpin 7 auf dem zweiten Platz (Gesamturteil 2,5) überzeugt mit einer guten Fahrsicherheit und zeigt lediglich leichte Abstriche beim Handling auf Schnee.
Gravierend ist dagegen die Tatsache, dass gleich neun der 16 getesteten Kleinwagenreifen nicht empfohlen werden können. Drei (Sunny Winter-max NW611, Atlas Polarbear HP und Rockblade Rock 868S) sind in der Fahrsicherheit sogar so schwach, dass sie nicht über ein „mangelhaft“ in der Gesamtnote hinauskommen.
Bei der prognostizierten Laufleistung zeigte sich zudem, dass Autofahrer an einigen Winterreifen für Kleinwagen nur kurze Freude haben werden. Die Kleinwagenreifen kommen im Schnitt auf eine prognostizierte Laufleistung von rund 31.000 Kilometern, am unteren Ende der Bewertung landet der Bridgestone mit mageren 22.000 Kilometern. Zum Vergleich: Die Reifen für Mittelklassewagen haben im Schnitt eine erwartbare Laufleistung von über 45.000 Kilometern.
Insgesamt sind die Ergebnisse in der Dimension 225/50 R17 etwas besser ausgefallen: Die Spitze des Testfelds erreicht der Pirelli Cinturato Winter 3 mit einem Gesamturteil von 2,2. Besonders auf nasser Fahrbahn zeigte das italienische Fabrikat eine starke Performance, die nicht weit von der Bestnote „sehr gut“ entfernt ist. Nur knapp dahinter landet abermals der Winter Contact TS 870 von Continental (Gesamturteil 2,3). Auch die Reifen von Goodyear und Michelin verdienen sich eine gute Gesamtbewertung.
Dennoch gibt es auch unter den Reifen für Mittelklassewagen negative Ausreißer. Hier sind es sechs von 16 Reifen, die als mangelhaft eingestuft werden müssen. Der gemeinsame Schwachpunkt dieser Reifen ist mangelnde Ausgewogenheit. In mindestens einer Fahrkategorie sind die Leistungen der Reifen so schlecht, dass sie der ADAC als sicherheitsrelevant einstuft. Besonders bei einigen günstigeren Produkten zeigt sich dieser Zielkonflikt: Guten Leistungen auf einer Fahrbahnoberfläche stehen teilweise gravierende Defizite auf anderen Fahrbahnoberflächen gegenüber.
Autofahrer sollten bei der Wahl des Winterreifens ihre eigenen Bedürfnisse und das eigene Fahrprofil berücksichtigen. Vielfahrern rät der ADAC, dass sie neben einer guten Fahrsicherheitsbewertung auch auf eine hohe prognostizierte Fahrleistung und geringen Abrieb achten sollten. Ein Winterreifen muss dann getauscht werden, wenn er entweder zu alt (ADAC Empfehlung: nicht älter als acht Jahre) oder das Profil abgefahren ist.
Aktuelle Untersuchungen des ADAC zeigen, dass die Leistungsfähigkeit von Winterreifen mit abnehmender Profiltiefe nachlässt. Der Automobilclub empfiehlt deshalb, Winterreifen bei weniger als vier Millimetern Profiltiefe rechtzeitig zu ersetzen. (aum)
Veröffentlicht am 22.09.2026
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