2026-09-08 14:56:00 Automobile

Auch moderne Fahrbatterien sind wetterfühlig

Carzoom.de
Fotos: Autoren-Union Mobilität/Porsche

Elektro oder Hybrid? Für jeden zweiten Bundesbürger kommt beim nächsten Autokauf ein elektrifiziertes Fahrzeug infrage, trotz der weitverbreiteten Vorbehalte gegenüber batterieelektrischen Autos wegen der Reichweite und der Ladeinfrastruktur. Beim Kauf oder Verkauf eines gebrauchten Elektroautos rückt ein weiterer Aspekt in den Blick: der Zustand der Batterie. Schließlich ist der Akku nicht nur das Herzstück eines E-Autos, sondern auch sein mit Abstand teuerstes Bauteil.

Es gehört zur Lebenserfahrung jedes Batterienutzers: Durch häufiges Laden und Entladen lässt die nutzbare Kapazität allmählich nach. Auch eine Antriebsbatterie unterliegt einem Alterungsprozess, dem zyklischen und kalendarischen Verschleiß. Es ist also nicht nur jeder Ladezyklus, der den Akku belastet. Die Kapazität nimmt auch altersbedingt und somit unvermeidbar ab.

Es gibt inzwischen Erfahrungsberichte, die den Lithiumionen-Batterien eine langsamere Alterung bescheinigen, als die meisten Hersteller ihnen zutrauen. Die meisten geben eine Garantie auf ihre Akkus und versprechen, dass sie auch nach 160.000 Kilometern Laufleistung oder acht Jahren Nutzung noch mindestens 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität nutzbar sind. Auch wenn in der Praxis höhere Werte um die 90 Prozent erreicht werde, wird jeder E-Auto-Fahrer vermeiden wollen, eine Fahrbatterie wegen zu stark gesunkener Restkapazität austauschen zu müssen. Schließlich kann der Austausch eines Akkus bis zu 20 Prozent des Neuwerts eines Elektroautos ausmachen. Bei einem Gebrauchtwagen kann der Einbau eines neuen Akkus unter Umständen den Restwert übersteigen.

Entsprechend wichtig ist der Zustand des Akkus für den Fahrzeugwert. Der Erhaltungsgrad beziehungsweise der „State of Health“ (Gesundheitszustand) der Batterie lässt sich mit einer professionellen Diagnose ermitteln und wird von spezialisierten Fachbetrieben oder auch mit einem Zertifikat vom TÜV Thüringen dokumentiert.

Um die Lebensdauer des Akkus zu verlängern und den Austausch zu vermeiden, sollten Elektroauto-Fahrer einige Tipps berücksichtigen. So empfiehlt es sich, den Akku nur vor Langstrecken-Fahrten auf 100 Prozent zu laden und sich im Alltag eher mit 80 Prozent zu begnügen. Moderne Lademanagementsysteme erlauben Einstellungen, die standardmäßig nur bis zu einem gewissen Wert laden und nur bei ausdrücklichem Wunsch eine Vollladung freigegeben.

Für die meisten alltäglichen Distanzen reicht ein Ladezustand von 80 Prozent aus. Das schont den Akku. Sowohl Vollladungen auf 100 Prozent als auch zu häufige Tiefenentladungen auf unter zehn Prozent bedeuten unnötige Belastung für den Akku. Echten Stress bringt aber jede Schnellladung mit sich. Fahrer von Elektroautos sollten deswegen auf häufige Schnellladungen verzichten. Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen: „Batterieschonende Aufladungen an der heimischen Wallbox oder an öffentlichen Ladesäulen mit 11 kW bis 22 kW können sich dagegen positiv auf den Gesundheitszustand und die Langlebigkeit der Speicherbatterie auswirken.“,

Ganz ähnlich wie die Starterbatterie beim Verbrennungsfahrzeug mag auch die Antriebsbatterie des E-Autos weder lange Standzeiten noch zu kalte oder zu heiße Umgebungstemperaturen. „Wer sein Elektrofahrzeug aufgrund eines längeren Urlaubs nicht nutzt, sollte darauf achten, dass die Batterie nicht zu voll und auch nicht zu wenig geladen ist“, rät Schauffler.

Ein mittlerer Ladezustand zwischen 30 und 70 Prozent ist in einem solchen Fall vorteilhaft“, empfiehlt Schauffler. Auch moderne Lithiumionen-Akkus können bei Nichtgebrauch rund fünf Prozent ihres Ladezustands im Monat verlieren: „Bei Temperaturen über 25 Grad kann sich die Selbstentladung noch beschleunigen. Ein dauerhaft schattiger Platz oder eine kühle Garage für den Stromer kann sich im Sommer entsprechend positiv auswirken“, so Verkehrsexperte. (aum)

Veröffentlicht am 08.09.2026

Technik & TechnologieElektromobilitätTÜV ThüringenLithiumionen.BatterieLadungrichiges Verhalten


 
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