2026-06-04 18:37:00 Automobile

Audi Nuvolari: Das neue Design in vollem Glanz

Carzoom.de
Fotos: Audi via Autoren-Union Mobilität

Das Internet hat sich in letzter Zeit intensiv mit Automobildesign beschäftigt - um es vorsichtig auszudrücken. Es begann vielversprechend mit dem eleganten BMW Vision Alpina Concept, das Mitte Mai beim Concorso d’Eleganza am Comer See vorgestellt wurde. Dann folgte der neue viertürige AMG GT, der vielerorts als zu brachial kritisiert wurde. Und das war noch nichts im Vergleich zum Ferrari Luce, der weitere fünf Tage später präsentiert wurde. Selten wurde ein Auto im Netz derart verspottet. Nun gibt es einen weiteren europäischen Supersportwagen – und wir prognostizieren, dass dieser die Community deutlich zufriedener stimmen wird.

Wir sprechen vom Audi Nuvolari, einem Supersportwagen mit Mittelmotor, der das Prototypenstadium längst hinter sich gelassen hat. Tatsächlich wird das Fahrzeug bereits ab Anfang nächsten Jahres ausgeliefert werden. Audi wird exakt 499 Exemplare bauen, die zu Preisen ab etwa 600.000 Euro verkauft werden.

Der Nuvolari verkörpert klassische Mittelmotor-Ästhetik. Vorn liegen befinden sich vier horizontal angeordnete Leuchtelemente unter einer gemeinsamen Abdeckung, deren Gestaltung sich in der Lichtsignatur am Heck widerspiegelt. Das Fahrzeug erinnert etwas an den Concept C, wirkt jedoch flacher, breiter und deutlich aggressiver.

Die Sideblades sind in Kontrastfarbe gehalten und knüpfen damit an die Tradition des R8 an. Anstelle einer Heckscheibe gibt es jedoch metallische Lufteinlässe - und zwischen den Rückleuchten sitzt ein großer zentraler Auspuff, während die darunterliegende Verkleidung aus einem einzigen Stück Metall gefertigt ist.

Größe und Proportionen verbinden den Nuvolari sowohl mit dem Audi R8 als auch mit den aktuellen Lamborghini-Modellen. Tatsächlich besteht eine technische Verwandtschaft zum Lamborghini Temerario. Allerdings ist der Nuvolari deutlich oberhalb des Temerario und weit über dem früheren Audi R8 positioniert. Und Audi betont, dass es nach Auslieferung der 499 Fahrzeuge keine weiteren Varianten oder Ableger geben wird.

Der Nuvolari wird ausschließlich in einer einzigen Konfiguration angeboten: als Plug-in-Hybrid mit einem doppelt aufgeladenen 4,0-Liter-V8-Motor, ergänzt durch drei Axialfluss-Elektromotoren. Die Kraft wird über ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe übertragen. Die Leistungsdaten übertreffen jene des Temerario deutlich: Die Systemleistung beträgt 1001 PS – nicht nur mehr als die 920 PS des Lamborghini, sondern exakt auf dem Niveau des legendären Bugatti Veyron. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 350 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 2,6 Sekunden, von 0 auf 200 km/h in lediglich 6,8 Sekunden. Die Karosserie besteht vollständig aus kohlefaserverstärktem Verbundwerkstoff auf einem Aluminium-Spaceframe.

Der Nuvolari wird teilweise bei Lamborghini montiert. Zu den Unterschieden gehören neben der höheren Leistung eine überarbeitete Bremsanlage sowie eine Audi-exklusive Technologie namens „quattro predictive ride“, die Straßenbedingungen und Fahrerwünsche vorausschauend analysiert und entsprechend agiert.

Der Nuvolari fährt auf Bridgestone-Potenza-Race-Reifen der Dimension 255/35 ZR 20 vorne und 325/30 ZR 21 hinten. Es wird nur ein einziges Felgendesign angeboten, das einen Kompromiss zwischen maximalem Luftstrom und futuristischem Erscheinungsbild darstellt. Die Farbpalette ist nahezu unbegrenzt und umfasst eine fein gewebte, hochglänzende Sichtkarbon-Ausführung.

Der Innenraum greift – ähnlich wie beim Concept C – retrofuturistische Themen auf. Eine horizontale Architektur, geometrische Formen und die hochwertige Kombination aus Materialqualität und Funktionalität prägen das Cockpit. Die Individualisierungsmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos und reichen von Mikrofaser über Veloursleder bis hin zu Leder in praktisch jeder denkbaren Farbe.

Was soll der Nuvolari erreichen? Das Fahrzeug soll ein Zeichen für Optimismus und Zukunftsorientierung setzen - über Audis Formel-1-Engagement hinaus und auch über den vollelektrischen Concept C hinaus, der im vergangenen September vorgestellt und äußerst positiv aufgenommen wurde. Der Nuvolari wird auf die Straße kommen, bevor der Concept C serienreif ist.

Das Projekt entstand, als Ende 2024 eine kleine Gruppe von Designern und Führungskräften zusammenkam, um über ein sogenanntes Halo-Car-Projekt nachzudenken und die „Sportlichkeit der Zukunft“ zu definieren. Ein SUV wurde von Anfang an ausgeschlossen. Stattdessen diskutierte man drei Konzepte: einen erschwinglicheren Sportwagen mit höheren Produktionszahlen, einen rein batterieelektrischen Supersportwagen sowie das letztlich ausgewählte Konzept eines V8-Plug-in-Hybrid-Supersportwagens.

Der neue Sportwagen ist nach Tazio Nuvolari benannt, einem der größten Rennfahrer aller Zeiten und Fahrer der Auto Union in den späten 1930er-Jahren. In Audis Geschichte gab es bereits ein Konzeptfahrzeug mit diesem Namen: den Audi Nuvolari von 2003, den Walter de’Silva als Vorläufer des A5 entworfen hatte. Allerdings besteht keinerlei Verwechslungsgefahr zwischen jenem eleganten Coupé und dem heutigen Supersportwagen.

Audi stellt klar, dass der Nuvolari kein Nachfolger des R8 ist - auch wenn man die Möglichkeit eines solchen Fahrzeugs in Zukunft nicht ausschließt. Und weil er als Halo-Fahrzeug für die gesamte Marke Audi gedacht ist, wird der Name „Audi Sport“ nicht auf dem Fahrzeug erscheinen - obwohl er maßgeblich von Audis Performance-Abteilung in Neckarsulm entwickelt wurde.

Veröffentlicht am 04.06.2026

Marken & ModelleAudiAudi NuvolariMassimo Fraschella


 
Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen, sowie kontaktiert zu werden.Mit (*) markierte Felder sind Pflichtfelder.