Blitzermarathon 2026: Diese Städte verdienen am meisten an Rasern
Die badische Verfassungsgerichts-Stadt führt das Einnahmenranking mit deutlichem Abstand an. Rechnerisch entfallen dort 128 Euro Bußgeld auf jeden zugelassenen Pkw. Das ist mehr als das Dreifache des bundesweiten Durchschnitts von etwa 39 Euro je Pkw. Gleichzeitig weist Karlsruhe mit 2,6 stationären Blitzern je 10.000 Pkw auch die höchste Dichte fest installierter Anlagen auf. Deutschlandweit liegt der Vergleichswert im Schnitt bei einem Gerät. Insgesamt nahm die Stadt rund 18 Millionen Euro durch Geschwindigkeitsverstöße ein.
Die höchsten absoluten Einnahmen erzielen dagegen die Metropolen Hamburg und Berlin. Hamburg kam auf 41,8 Millionen Euro, Berlin auf 37,9 Millionen Euro. Wegen ihres großen Fahrzeugbestands fallen beide Städte in der Pro-Pkw-Betrachtung jedoch deutlich zurück. Am wenigsten verdient München an Temposündern: Dort liegen die Bußgeldeinnahmen bei lediglich 1,90 Euro pro zugelassenem Pkw. Auch bei mobilen Blitzern rangiert die bayerische Landeshauptstadt mit 0,1 Geräten je 10.000 Pkw am Ende des Feldes.
Bei den mobilen Kontrollen setzt Potsdam den Maßstab. Sieben mobile Blitzer entsprechen einer Dichte von 0,9 Geräten je 10.000 Pkw, mehr als doppelt so viel wie der Bundesdurchschnitt von 0,4. Auch die Messstellendichte fällt in Brandenburgs Landeshauptstadt besonders hoch aus: Mit 7,7 Messstellen je 10.000 Pkw liegt Potsdam klar über dem Durchschnitt von 4,4. Bochum bildet mit 2,1 Messstellen das Schlusslicht.
Die Ergebnisse berühren eine alte Debatte: Sind Tempokontrollen primär ein Instrument der Verkehrssicherheit oder eine Einnahmequelle? Kritiker bemängeln, dass Blitzer nicht immer an Unfallschwerpunkten stehen, sondern vielmehr den Eindruck erwecken, dass es vorrangig um Einnahmen der Kommunen geht. Klar ist, dass überhöhte Geschwindigkeit ein gravierendes Risiko bleibt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war sie 2025 bei rund einem Drittel aller Verkehrstoten mitursächlich. Für den bevorstehenden Blitzermarathon gilt damit unabhängig vom Wohnort: Das Tempo im Blick zu behalten, spart nicht nur Geld, sondern kann Leben schützen. (aum)
Veröffentlicht am 28.07.2026
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