Crashlabor: Skoda erfüllt internationale Vorgaben
Das neue Crashtest-Labor ist mehr als doppelt so groß wie das bisherige Prüfzentrum, die Crash-Halle ist über 180 Meter lang. In einer separaten Halle befinden sich außerdem spezielle Vorrichtungen für die Abrüstung von Elektrofahrzeugen. Das Herzstück des Labors ist ein elektrisches Antriebssystem. Es beschleunigt zwei frontal aufeinander zufahrende Fahrzeuge mit bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht auf bis zu 65 km/h. Ein einzelnes Fahrzeug mit bis zu 3,5 Tonnen Gewicht beschleunigt das System über die gesamte Bahnlänge auf eine Geschwindigkeit von maximal 120 km/h.
Das Labor verfügt über zahlreiche hochmoderne Versuchsausstattungen wie etwa den „Flying Floor“-Versuchsschlitten. Er beschleunigt die auf dem Schlitten fixierten Fahrzeuge für einen seitlichen Pfahlaufprall. Auch ein statischer Überschlagssimulator zählt zu den Prüfeinrichtungen. Barrieren für den versetzten Frontalaufprall, (Small-Overlap-Versuch), ein Barrierenwagen für den Heckaufprall sowie die Car-to-Car-Versuchskonfiguration nach den neuen Euro-NCAP-Anforderungen ermöglichen Tests entsprechend aller aktuellen Prüfszenarien. Eine Messwand erfasst die bei einem Aufprall auftretenden Kräfte.
In einer separaten Halle hat Skoda eine Einrichtung zum Überfluten von Fahrzeugen installiert. Sie kommt bei der Nachbereitung von Crash-Versuchen mit Elektroautos zum Einsatz, falls es zu Zwischenfällen mit beschädigten Akkus kommt. Zudem hat Skoda ein neues Projekt lanciert, um sämtliche Versuchsdaten digital zu erfassen. Ab sofort werden zahlreiche Daten auf Tablets gesammelt.
Als Besatzung der Testfahrzeuge kommen im neuen Prüfzentrum neun Erwachsenen-Dummys und vier Kinder-Dummys unterschiedlicher Bauart zum Einsatz. Die korrekte Sitzposition wird mithilfe statischer Fotogrammmetrie geprüft. 20 statische Hochgeschwindigkeitskameras und 30 Onboard-Hochgeschwindigkeitskameras dokumentieren die Ergebnisse der Crashtests. Um optimale Lichtverhältnisse zu schaffen, stellte Skoda die gesamte Beleuchtung der Versuchsanordnung auf ein LED-System mit einer Beleuchtungsstärke von 100.000 Lux um. Neben einer Stromeinsparung von 40 Prozent liegt ein weiterer Vorteil dieser technischen Umstellung in der hohen Wärmestabilität. (ampnet/deg)
Veröffentlicht am 03.03.2020
