2026-10-02 08:22:00 Automobile

Interview Martin Resch: „Mit Tischtennis bauen wir eine Brücke“

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Fotos: Leapmotor via Autoren-Union Mobilität

Leapmotor startet ein umfangreiches Sponsoring des deutschen Tischtennissports. Das Engagement umfasst die Basis ebenso wie die deutschen Nationalmannschaften. Vor zwei Jahren startete die mit dem Stellantis-Konzern verbundene Marke in Deutschland und ist mit einem rund 130 Händler umfassenden Vertriebsnetz erfolgreich unterwegs. Mit Deutschlandchef Martin Resch sprach Walther Wuttke von der Autoren-Union Mobilität.

Warum engagiert sich Leapmotor im deutschen Tischtennissport?

„Tischtennis verkörpert Werte, die uns wichtig sind – Dynamik und Präzision. Das passt perfekt zu unserer Marke. Wir schlagen damit gleichzeitig auch eine Brücke. Tischtennis ist in China Volkssport Nummer eins, und wir sind ein innovativer chinesischer Hersteller, der in Deutschland Fuß fassen will. Das passt sehr gut zusammen. Zudem ist uns die regionale Präsenz sehr wichtig. Es gibt in Deutschland rund 9000 Tischtennisvereine mit mehr als einer halben Million aktiver Spieler. Das bietet uns zusammen mit unserem wachsenden Händlernetz viele Möglichkeiten zur Aktivierung. Das macht diese Zusammenarbeit für uns so attraktiv.“

Wie sieht dieses Sponsoring konkret aus?

„Wir sind in diesem Jahr bei vielen Veranstaltungen aktiv. Der Höhepunkt war sicherlich das Leapmotor Grand Opening in Nürnberg, das den offiziellen Start der Tischtennis-Saison markierte und in dessen Rahmen das erste deutsch-chinesische Wirtschaftsforum stattfand. Wir sind also auf der nationalen Ebene sehr stark unterwegs. Gleichzeitig sind wir über unsere Händler in der lokalen Zusammenarbeit mit den Vereinen engagiert. Wir bieten den Vereinen kostenlose Trikotsätze für ihre Mannschaften an, die ersten 15 Vereine gehen mittlerweile bereits mit Leapmotor-Logo an den Start. Wir verfolgen dabei die Strategie von der Breite in die Spitze, und deshalb sind wir auch beim größten Nachwuchsturnier, den Minimeisterschaften, gestartet.“

Inzwischen sind Sie auch bei den Nationalmannschaften als Trikotsponsor unterwegs. Wie sieht dieses Engagement aus?

„Damit setzen wir unsere Strategie konsequent fort und engagieren uns nun auch in der Spitze des deutschen Tischtennissports. Es gibt nichts Größeres im Sport als die Nationalmannschaft. Daher sind wir sehr glücklich, diesen Schritt nun gegangen zu sein. Daraus können sich auch weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben. Wir haben noch viele Ideen, wie wir die Unterstützung des Tischtennissports in Deutschland weiter ausbauen können.“

Auf wie viele Jahre ist die Zusammenarbeit angelegt?

„Für uns ist das ein langfristiges Engagement. Wir konzentrieren uns auf Tischtennis und streben eine lange Partnerschaft an.“

Wie werden die Händler eingebunden?

„Wir haben auf der einen Seite die großen nationalen Veranstaltungen, in die wir unsere Händler aktiv einbeziehen. Bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt haben wir zum Beispiel Händler aus Thüringen zusammengebracht, die Probefahrten während der Veranstaltung organisiert haben. Auf der anderen Seite fördern wir mit der Unterstützung durch die Trikots die Kooperation der lokalen Händler mit den Vereinen. Natürlich erhoffen wir uns, dass die Zusammenarbeit dann auf lokaler Ebene intensiviert wird.“

Tischtennis gehört nicht unbedingt zu den von den Medien verwöhnten Sportarten. Gibt es deshalb Kooperationen mit Medienanbietern?

„Tischtennis gewinnt gerade wieder massiv an Aufmerksamkeit. Deshalb sind im Rahmen unserer langfristigen Zusammenarbeit auch Kooperationen mit Medienpartnern möglich.“

Vom Tischtennis zu Leapmotor. Wie zufrieden sind Sie mit dem Absatz in diesem Jahr?

„Wir sind vor ziemlich genau zwei Jahren auf dem deutschen Markt gestartet und freuen uns über eine sehr positive Entwicklung. Wir hatten zuletzt zwei Monate mit einem Marktanteil von mehr als einem Prozent in Deutschland und stehen damit schon jetzt vor einigen renommierten Herstellern. In Zahlen bedeutet das bis Ende August 14.000 Zulassungen – fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr insgesamt. Für dieses Jahr erwarten wir dann in Summe deutlich mehr als 20.000 Verkäufe. Die Entwicklung ist rasant und liegt über unseren Erwartungen.“

Wie viele Händler gehören aktuell zu Ihrem Netz?

„Wir haben zurzeit deutlich mehr als 130 Standorte und bauen das Händlernetz im Hintergrund weiter aus. Natürlich ist es ein großer Vorteil, Teil des Stellantis-Konzerns zu sein. Wir setzen dabei nicht auf eine maximale Geschwindigkeit, sondern bauen unser Netz parallel zum Volumenwachstum auf.“

Wie setzt sich Ihre Kundschaft zusammen?

„Wir haben mehr als 90 Prozent Privatkundenanteil, was eine starke Basis für unser Geschäftsmodell darstellt und zu sehr guten Restwertprognosen führt. Denn wir sind uns darüber im Klaren, dass man beim Aufbau einer neuen Marke Vertrauen schaffen muss – und dafür sind stabile Restwerte eine wichtige Grundlage. Diese Vorgehensweise unterscheidet sich fundamental von anderen chinesischen Marktteilnehmern. Zusammen mit unseren attraktiven Preisen sind wir überzeugt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.“

Der B10 wird bereits in Saragossa produziert, und dort soll in Zukunft auch ein zusammen mit Opel entwickeltes SUV vom Band rollen. Gibt es auch andere Stellantis-Marken, die eine Leapmotor-Plattform nutzen könnten?

„Das Joint Venture zwischen Stellantis und Leapmotor bietet grundsätzlich viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit, wie am Beispiel Opel kommuniziert wurde. Opel entwickelt aktuell ein komplett eigenständiges C-Segment-Fahrzeug und nutzt hierbei eine Leapmotor-Plattform.“

Werden in Zukunft weitere Leapmotor-Modelle in Europa produziert werden?

„Es gibt einen klaren strategischen Plan, die europäischen Produktionskapazitäten von Stellantis zu nutzen. Die Produktion des B10 in Saragossa stellt den Startpunkt unserer Aktivitäten dar. Leapmotor hat zusätzlich angekündigt, Ende kommenden Jahres ein Stellantis-Werk in Madrid zu übernehmen, wo dann ausschließlich Leapmotor-Modelle produziert werden sollen.“

Welche neuen Modelle kommen im nächsten Jahr?

„Wir haben vor zwei Jahren versprochen, dass wir sechs Modelle auf den Markt bringen werden. Das sechste Modell wird der B03 sein, welchen wir in Paris auf der Mondial de l’Automobile zeigen werden. Der Kleinwagen wird Anfang kommenden Jahres auf den deutschen Markt rollen und unsere Modellpalette abrunden. In Paris wird Leapmotor auch mit dem D19 zeigen, was die Marke technologisch kann: Der D19 ist mit einer 1000-Volt-Plattform das Flaggschiff der Marke und hat vor allem in China zu extrem positiver Resonanz geführt.“

Wo sehen Sie Leapmotor in fünf Jahren?

„Leapmotor hat seit Produktionsstart 2019 eine atemberaubende Entwicklung verzeichnet. Ein Beispiel dafür ist, dass die Marke in den vergangenen Monaten namhafte europäische und deutsche Hersteller beim weltweiten Verkauf von Elektroautos bereits überholt hat. Daher bin ich mir sicher, dass Leapmotor dauerhaft eine relevante globale Marke sein wird. Auch in Deutschland werden wir uns in fünf Jahren sicherlich einen Namen gemacht haben. Die Qualität unserer Fahrzeuge und die Preisstellung haben definitiv das Potenzial dazu.“ (aum)

Veröffentlicht am 02.10.2026

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