Luxus-Van mit Stern
Während die Nutzfahrzeugvarianten Vito und Viano bzw. V-Klasse noch den gleichen Aufbau nutzten, setzt sich der mit einem cW-Wert von 0,25 äußerst windschlüpfrig geratene VLE erstmals auch stilistisch von der Nutzfahrzeugversion ab: Kein Blechteil wird gleich sein, selbst die Verglasung ist eigenständig. Damit zielt der elegante VLE präzise auf ein Segment, das von luxusbetonten Angeboten wie Lexus LM, Maxus Mifa 9 und dem China vorbehaltenen Volvo EM90 geprägt ist. Gleichzeitig distanziert sich Mercedes-Benz von den früheren Platzhirschen aus Niedersachen, sowohl vom ziemlich kompakten Volkswagen Multivan als auch von dem mit dem Ford Transit allzu eng verwandten Caravelle.
Stilistisch trägt der VLE, der in zwei Radständen verfügbar ist, klar die Handschrift des früheren Chefdesigners Gorden Wagener - inklusive der eindrucksvollen, vertikal geprägten Frontmaske, die es übrigens in mehreren Varianten gibt. Darunter ist sogar eine mit aufgeständertem Stern: So stolz war Mercedes-Benz noch nie auf einen Van. Ebenso bemerkenswert ist das Felgenprogramm, das Größen von 19 bis 22 Zoll umfasst: Die Monoblock-Felge erinnert an AMG und Maybach.
Die hochwertige Anmutung zieht sich bis ins Interieur durch. Die volldigitale Instrumentierung, vor allem in der optionalen und etwas zu groß geratenen Superscreen-Variante, würde jeder Premiumlimousine zur Ehre gereichen, erstmals gibt es Echtholz-Applikationen und eine Sitzanlage, auf der die Passagiere wie in einer Flugzeugkabine der ersten Klasse Platz nehmen können. Anders bestuhlt können bis zu acht Personen im VLE untergebracht werden. Und wenn die Fauteuils ausgebaut werden, fasst er bis zu 4078 Liter Gepäck.
Zu den vielen verfügbaren Innovationen des neuen Mercedes-Benz VLE gehören ein 31,3-Zoll-Panoramabildschirm für die Fondpassagiere, auf der sich dank Kameras auch Videokonferenzen durchführen lassen; zudem ein gewaltiges Panoramadach, Klapptische im Fond und eine Burmester-Hifi-Anlage. Wie üblich lässt sich das Heckfenster separat öffnen. Der VLE ist leicht zu manövrieren: Mercedes-Benz bietet eine Luftfederung und eine Hinterachslenkung an, die den Wendekreis auf ganze 10,9 Meter verringert.
Mercedes-Benz lanciert die Baureihe mit dem vorderradgetriebenen VLE 300 mit 200 kW (272 PS), der mit einer neuartigen Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie und 115 kWh Ladekapazität im (eher realitätsfernen) WLTP-Zyklus über 700 Kilometer weit kommt. Anschließend folgt der allradgetriebene VLE 400 4Matic mit üppigen 300 kW (408 PS). Weitere Versionen werden unter anderem der VLE 250 und der VLE 350 mit kompakterer 80-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie sein. Und das wichtigste: Es kommen auch Diesel-Varianten – mit allen Leckerbissen der jetzt vorgestellten Elektro-Version. (aum)
Veröffentlicht am 11.03.2026












