Nissan nutzt als erster Autohersteller das Kaltgasspritzverfahren
Bei konventionellen Verbrennungsmotoren ist die Form des Einlasskanals durch die Notwendigkeit von eingepressten, gesinterten Ventilsitzen eingeschränkt. Dadurch lassen sich die Kanäle zu den Brennkammern nicht optimal auslegen, um eine ideale Wirbelströmung zu erreichen. Mit der Entwicklung eines neuen Ventilsitzes im Kaltgasspritzverfahren haben die Ingenieure von Nissan diese Problematik gelöst. Hier wird die Beschichtung direkt auf die Zylinderkopfoberfläche aufgebracht, so dass kein separater Ventilsitz mehr erforderlich ist und eine optimierte Geometrie der Einlasskanäle möglich ist. Aufgrund seiner höheren Wärmeleitfähigkeit bietet das Verfahren zudem eine verbesserte Kühlleistung im Bereich der Ventile.
Zur Fertigung des neuen Ventilsitzes werden unterschiedliche Metallpulver mit Überschallgeschwindigkeit auf die Oberfläche des Zylinderkopfs gesprüht, der aus einer Aluminiumlegierung besteht. Dadurch entsteht eine robuste und langlebige Beschichtung, die stark haftet, ohne das Grundmaterial zu schmelzen. Das Kaltgastechnik arbeitet unterhalb der Schmelzpunkte der verwendeten Materialien und ermöglicht so die Verbindung unterschiedlicher Metalle ohne Aufschmelzen. Dadurch wird die Entstehung übermäßiger intermetallischer Verbindungen und Mikroporen verhindert, die bei herkömmlichen Schmelzschweißverfahren häufig auftreten. (aum)
Veröffentlicht am 27.08.2025

