Preisbremse: Uniti warnt vor Euphorie, der AvD begrüßt Planbarkeit
Uniti, der Bundesverband Mittelstand Energie (vormals Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen), kritisiert das Vorhaben als staatlichen Eingriff in den freien Wettbewerb und als Einflussnahme auf betriebswirtschaftliche Erwägungen. Es bestehe zudem „das Risiko, dass die Koalition mit ihrem staatlichen Eingriff in den Markt Erwartungen bei den Verbrauchern und Unternehmen weckt, die sie nicht halten kann“, so Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn.
Eine Reihe von Experten ist ebenfalls skeptisch. Es bestehe die Gefahr, dass der Tageshöchstpreis höher festgelegt werde als nötig, um spätere Schwankungen und Preissenkungen im Voraus abzusichern. Dass in Deutschland die Kraftstoffpreise durch den Krieg und die Rohölverteuerung deutlich stärker gestiegen sind als in anderen Ländern der EU, begründen Fachleute mit der hierzulande höheren Machtkonzentration der Mineralölkonzerne und dem entsprechend geringeren Wettbewerb.
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) begrüßt den Vorschlag hingegen und wünscht sich eine rasche Umsetzung. Die Maßnahme kann aus seiner Sicht langfristig auch gegen das „Preispingpong“ der Tankstellen helfen. Nach Daten des Bundeskartellamts ändern Tankstellen in Deutschland ihre Preise derzeit im Schnitt rund 22-mal am Tag. Das macht es für Verbraucher schwierig, den günstigsten Zeitpunkt zum Tanken zu finden, so der AvD. Eine Begrenzung der Anzahjl von Preiserhöhungen kann aus Sicht des Clubs dazu beitragen, extreme kurzfristige Schwankungen zu reduzieren und Autofahrern „mehr Orientierung beim Tanken“ zu geben. Der Stopp an der Zapfsäule werde dadurch besser planbar. (aum)
Veröffentlicht am 12.03.2026

