2026-03-12 12:46:00 Automobile

Preisbremse: Uniti warnt vor Euphorie, der AvD begrüßt Planbarkeit

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Fotos: Autoren-Union Mobilität

Die Bundesregierung denkt darüber nach, den Tankstellenbetreibern nur noch eine Erhöhung der Kraftstoffpreise pro Tag zu erlauben. Preissenkungen hingegen sollen weiterhin jederzeit möglich sein. Grund für den Plan ist die massive Verteuerung des Sprits durch den Krieg am Persischen Golf. Vorbild ist das Nachbarland Österreich, wo diese Regelung grundsätzlich bereits seit rund 15 Jahren gilt und sogar auf die Uhrzeit von 12 Uhr mittags beschränkt ist. Ob die Bundesregierung auch so weit gehen will, ist aber derzeit offen.

Uniti, der Bundesverband Mittelstand Energie (vormals Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen), kritisiert das Vorhaben als staatlichen Eingriff in den freien Wettbewerb und als Einflussnahme auf betriebswirtschaftliche Erwägungen. Es bestehe zudem „das Risiko, dass die Koalition mit ihrem staatlichen Eingriff in den Markt Erwartungen bei den Verbrauchern und Unternehmen weckt, die sie nicht halten kann“, so Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn.

Eine Reihe von Experten ist ebenfalls skeptisch. Es bestehe die Gefahr, dass der Tageshöchstpreis höher festgelegt werde als nötig, um spätere Schwankungen und Preissenkungen im Voraus abzusichern. Dass in Deutschland die Kraftstoffpreise durch den Krieg und die Rohölverteuerung deutlich stärker gestiegen sind als in anderen Ländern der EU, begründen Fachleute mit der hierzulande höheren Machtkonzentration der Mineralölkonzerne und dem entsprechend geringeren Wettbewerb.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) begrüßt den Vorschlag hingegen und wünscht sich eine rasche Umsetzung. Die Maßnahme kann aus seiner Sicht langfristig auch gegen das „Preispingpong“ der Tankstellen helfen. Nach Daten des Bundeskartellamts ändern Tankstellen in Deutschland ihre Preise derzeit im Schnitt rund 22-mal am Tag. Das macht es für Verbraucher schwierig, den günstigsten Zeitpunkt zum Tanken zu finden, so der AvD. Eine Begrenzung der Anzahjl von Preiserhöhungen kann aus Sicht des Clubs dazu beitragen, extreme kurzfristige Schwankungen zu reduzieren und Autofahrern „mehr Orientierung beim Tanken“ zu geben. Der Stopp an der Zapfsäule werde dadurch besser planbar. (aum)

Veröffentlicht am 12.03.2026

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