2021-02-06 09:01:00 Automobile

Ratgeber für den Wintereinbruch: Die warme Decke nicht vergessen

Dem Norden steht am Wochenende das bevor, was sich in Deutschlands Süden bereits wieder in die Bäche und Flüsse verflüchtigt hat: das erste Schneechaos des Winters. Der Süden ist Winter gewohnt. Im Norden liegen große Schneehöhen und starker Frost schon lange zurück. Deswegen frischt der ADAC Niedersachsen/Sachsen Anhalt mit Tipps zum sicheren Fahren auf schnee- und eisglatten Straßen das Wissen lieber noch einmal auf:

Das Fahrzeug muss vor Fahrtantritt komplett vom Schnee befreit werden, um den nachfolgenden Verkehr nicht zu gefährden. Ein schneebedecktes Kennzeichen kann fünf Euro, eine nicht vollständig freigekratzte Frontscheibe zehn Euro und ein verschneites Fahrzeugdach bis zu 80 Euro kosten.

Sind Verkehrsschilder verschneit und nicht mehr erkennbar, ist das kein Freibrief für verkehrswidriges Verhalten. Ist die Bedeutung der Schilder anhand der Form eindeutig erkennbar, bleiben diese weiter gültig. Das trifft beispielswiese auf das charakteristische achteckige Stoppschild oder das auf der Spitze stehende, dreieckige Verkehrszeichen „Vorfahrt achten“ zu.

Anders sieht es bei Schildern aus, die allein durch ihre Form mehrere Bedeutungen haben können (dreieckige Gefahren- sowie die runden Verbots- oder Beschränkungszeichen, wie zum Beispiel erlaubte Höchstgeschwindigkeiten). Sind diese zugeschneit oder stark verdreckt, kann vom Verkehrsteilnehmer nicht erwartet werden, sie zu befolgen. Für Ortskundige, die etwa wissen, welche Geschwindigkeiten gelten, gilt dies allerdings nicht.

Wenn Parkausweise oder Parkscheiben durch den Schnee nicht mehr sichtbar sind, riskiert man kein Bußgeld. Nach der StVO müssen diese so im Fahrzeug angebracht werden, dass sie unter Normalbedingungen von außen gut sichtbar sind.

Hier die Tipps in Kürze:

Vor dem Losfahren das Auto vollständig von Schnee und Eis befreien.

Den Motor nicht im Stand warmlaufen lassen.

Bei Glätte behutsam mit dem Gaspedal umgehen, ruckartige Lenkbewegungen möglichst vermeiden.

Eine kurze Bremsprobe auf freier Strecke machen, wenn keine Gefahr für andere besteht. Dadurch bekommt man ein Gefühl für die Straßensituation und den Bremsweg auf glatter Fahrbahn. Der kann bis zu fünf Mal so lang sein wie auf trockenem Asphalt.

Geschwindigkeit anpassen und genügend Abstand zum Vordermann halten.

Besonders glatt ist es meist auf Brücken, in Kurven und Senken sowie in Waldstücken.

Niedertouriges Fahren im hohen Gang erleichtert das Weiterkommen auf glatten Straßen – die Reifen bauen besseren Grip auf. Deshalb bei Glätte zum Beispiel im zweiten Gang anfahren und bei Automatik-Fahrzeugen das richtige Fahrprogramm wählen.

Kommt das Fahrzeug ins Schleudern, gegenlenken. Reagiert der Wagen nicht mehr aufs Lenken, hilft nur noch eine Vollbremsung.

Ist die Fahrbahn mit Eis überzogen, etwa nach Eisregen, hilft nur eins: Auto stehen lassen, Straßendienst abwarten. Die Haftung zwischen Reifen und Straße ist gleich null.

Räum- und Streufahrzeuge nicht überholen, denn vor ihnen ist die Fahrbahn häufig glatt und die Unfallgefahr groß.

Warme Decke, Eiskratzer und Besen nicht vergessen. (ampnet/Sm)

Veröffentlicht am 06.02.2021

Sicherheit & VerkehrRatgeberFahren im Winter


 
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Fotos: Auto-Medienportal.Net/Dekra
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