Schaeffler erzielt noch 65 Millionen Euro Gewinn
Währungsbereinigt beträgt der Umsatzrückgang insbesondere als Folge der Corona-Auswirkungen 21,8 Prozent, im zweiten Quartal waren es 34,5 Prozent. Betroffen waren alle drei Sparten, wobei der währungsbereinigte Rückgang in der Sparte Automotive OEM im ersten Halbjahr mit 26,8 Prozent mit Abstand am stärksten war.
Die Region Greater China konnte aufgrund der im zweiten Quartal in der Region einsetzenden Erholung im Berichtszeitraum auf währungsbereinigter Basis ein Umsatzwachstum von drei Prozent aufweisen. Die übrigen drei Regionen wiesen in den ersten sechs Monaten deutliche Umsatzrückgänge auf. Im Laufe des Monats Juni stellte sich in allen Sparten und Regionen eine spürbare Erholung des Geschäftsverlaufs ein.
Das EBIT war durch Sondereffekte in Höhe von 288 Millionen Euro belastet (Vorjahr: 73 Millionen Euro). Hierin enthalten war eine im ersten Quartal vorgenommene Wertminderung des der Sparte Automotive OEM zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes um 249 Millionen Euro. Zudem umfassen die Sondereffekte Aufwendungen in Höhe von 39 Millionen Euro für die Ausweitung der Programme RACE (Sparte Automotive OEM) und FIT (Sparte Industrie), insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Arbeitsplätzen. Mit diesen Sondereffekten betrug das EBIT minus 223 Millionen Euro (Vorjahr: plus 483 Mio. Euro).
Die Sparte Automotive OEM erzielte im ersten Halbjahr Umsatzerlöse in Höhe von 3,264 Milliarden Euro (4,517 Mrd. Euro). Währungsbereinigt ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr vor allem volumenbedingt deutlich um 26,8 Prozent zurück. Vorübergehende Produktionsstilllegungen infolge der Coronavirus-Pandemie wirkten sich erheblich auf die globale Automobilproduktion aus, die während des ersten Halbjahres um rund 33 Prozent zurückging. Der Auftragseingang entwickelte sich in den ersten sechs Monaten gemessen an dem schwierigen Umfeld gut und lag bei 4,6 Milliarden Euro. Das so genannte „Book-to-Bill-Ratio“, das den Auftragseingang im Verhältnis zum Umsatz angibt, betrug damit im ersten Halbjahr 1,4x (Vorjahr: 1,8x). Der Unternehmensbereich E-Mobilität konnte zwei Aufträge von globalen Premiumherstellern für die Lieferung von elektrischen Achsantrieben im Volumen von rund 1,1 Milliarden Euro gewinnen.
Die Sparte Automotive Aftermarket verzeichnete im ersten Halbjahr mit einem Umsatz von 747 Millionen Euro (Vorjahr: 904 Millionen Euro) volumenbedingt einen Umsatzrückgang um währungsbereinigt 14,8 Prozent. Im Verlauf des zweiten Quartals verbesserte sich der globale Auftragseingang und näherte sich dem Durchschnittswert des Vorjahres an. Zudem verzeichnete das digitale Werkstattportal „REPXPERT“ im Verlauf des zweiten Quartals eine deutliche Zunahme der Aktivität.
Der Konzern beschäftigte zum 30. Juni 2020 84.223 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was einem Rückgang der Beschäftigtenzahl im ersten Halbjahr um vier Prozent (3525 Stellen) entspricht.
Die im Frühjahr 2019 in den drei Sparten initiierten Programme RACE (Automotive OEM), GRIP (Automotive Aftermarket) und FIT (Industrie) zeigen die beabsichtigte Wirkung. Dazu gehören auch temporäre Maßnahmen wie die Einführung und Ausweitung von Kurzarbeit, der Abbau von Urlaubstagen und Zeitkonten, Einstellungsstopps und Schließtage in den Werken. Im ersten Quartal wurde das Freiwilligenprogramm von 1300 auf 1900 abzubauende Stellen ausgeweitet.
Die Schaeffler Gruppe verfügt über frei verfügbare Mittel in Form von Barmitteln und Kreditlinien in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro, was rund 19 Prozent vom Umsatz der letzten zwölf Monate entspricht. (ampnet/jri)
Veröffentlicht am 04.08.2020
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