Technischer Dienst der GTÜ wird 15 Jahre alt
„Die Experten des Technischen Dienstes prüfen, ob Einzelfahrzeuge, Typenreihen oder einzelne Komponenten konform sind zu den nationalen und europäischen Zulassungsvorschriften. Ist alles in Ordnung, steht einer Betriebserlaubnis oder EU-Genehmigung nichts im Weg“, erläutert Johannes Pienau, Leiter Technischer Dienst der GTÜ. „Dafür steht unser Motto ‚Wir bringen Ihr Fahrzeug auf die Straße‘.“ Zu den aktuellen Wachstumsfeledern gehören Elektrofahrzeuge und Systeme für autonomes Fahren.
Ob Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Kraftomnibus oder Anhänger: Bringt ein Fahrzeughersteller ein neues Modell auf den Markt, muss dieses homologiert werden, das heißt in allen relevanten Details konform sein mit den geltenden Zulassungsbestimmungen. Diese Prüfung nimmt der Technische Dienst vor und übernimmt auf Wunsch auch die Kommunikation mit den Behörden. Und mögen die Fahrgeschwindigkeiten von Elektrokleinstfahrzeugen vergleichsweise niedrig sein: Ohne Betriebserlaubnis geht auch bei ihnen nichts. Der Technische Dienst prüft daher auch diese Fahrzeuge für ihren Einsatz bei allen Straßenverhältnissen und Verkehrslagen.
Einzelfahrzeuge müssen ebenfalls zum Technischen Dienst, um auf europäischen Straßen fahren zu dürfen. Das betrifft etwa Fahrzeugtypen aus dem Ausland wie den USA, die nicht vom Hersteller in die EU importiert werden. Auch wer ein Wohnmobil selbst ausbaut, benötigt für die Zulassung eine Einzelgenehmigungsbegutachtung.
„Der Schwerpunkt der GTÜ selbst liegt hauptsächlich auf Dienstleistungen für Endkunden, also beispielsweise Autohäuser und private Fahrzeughalter. Auf Automobil- und Aufbauhersteller sowie Kfz-Zulieferer hat sich der Technische Dienst ATEEL aus Luxemnburg spezialisiert, seit Juni 2024 ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der GTÜ-Gruppe. Damit haben die Stuttgarter ihren Dienst auch weiter internationaloisiert.
Für die GTÜ nehmen Prüfingenieurinnen und Prüfingenieure mit einer Zusatzausbildung zum Unterschriftsberechtigten die Aufgaben des Technischen Dienstes bundesweit wahr. Sie bringen unter anderem das Wissen zur Kraftfahrzeugtechnik bereits mit. So fokussiert sich die ergänzende Qualifikation zum Unterschriftsberechtigten des Technischen Dienstes auf rechtliche Bestimmungen und die praktische Durchführung von Prüfungen im Labor oder auf der Teststrecke. Derzeit sind rund 800 Prüfer entsprechend ausgebildet. (aum)
Veröffentlicht am 23.12.2024



