2021-10-09 17:38:00 Automobile

Wegen Bränden: München dreht Elektrobussen den Strom ab

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Fotos: Autoren-Union Mobilität/Daimler

Dieser Warnschuss war noch in München zu hören: Der verheerende Großbrand vom 30. September 2021, bei dem im Stuttgarter Bus-Betriebshof 25 Busse in Flammen aufgingen, hat die Münchner Verkehrsbetriebe bewogen, acht Elektrobusse von Daimler aus dem Verkehr zu ziehen. Es handelt sich laut MVG-Geschäftsführer Ingo Wortmann um eine vorsorgliche Maßnahme: „Die Sicherheit steht für uns immer an erster Stelle.“

Bei dem Brand in Stuttgart-Gaisburg, der nach aktuellen Erkenntnissen in einem E-Bus begonnen hat, wurde nicht nur das Depot zerstört, sondern auch zwei unwiederbringliche historische Busse. Zwei Mitarbeiter wurden zudem mit Verdacht auf eine Vergiftung ins Krankenhaus eingewiesen.

Während München vorsichtig agiert, haben sich die Hannoverschen Verkehrsbetriebe (Üstra) trotz der Stuttgarter Brandkatastrophe entschieden, ihre verbleibenden 17 E-Busse „nach und nach“ wieder in Betrieb zu nehmen. Sie waren nach einem verheerenden Großbrand am 5. Juni 2021 aus dem Verkehr genommen worden. Damals waren in einem Busdepot ebenfalls ausgebrochen. Neun Busse – darunter fünf Elektro- und zwei Hybrid-Busse – brannten aus. Der Brand sei auf einen „technischen Defekt“ zurückzuführen, teilte das Unternehmen einsilbig mit – und zog die Elektrobusse erst einmal aus dem Verkehr. Über Teile Hannovers legte sich eine dicke Rußwolke, die Fahrzeuge und Scheiben mit einem klebrig-schmierigen Belag überzog.

Schon in der Nacht zum 1. April war in Düsseldorf ein Busdepot mit 38 Bussen ein Raub der Flammen geworden. Acht Elektrobusse waren darunter; sie waren in der kurz davor aufwendig umgebauten Halle am Aufladen. Der hohe Zerstörungsgrad vereiltelte die Ursachenforschung; Mitarbeiter verdächtigen die E-Busse.

Ob nun die Elektrobusse für die Brände verantwortlich sind oder ob auf einmal Diesel-Busse unter spontaner Selbstentzündung leiden: Den Großbränden ist gemein, dass sie gewaltige Mengen giftiger Gase freisetzen – und nur unter großen Schwierigkeiten zu löschen sind. So waren in Düsseldorf 125 Einsatzkräfte im Einsatz, in Hannover und Stuttgart sogar jeweils 200. Zudem mussten die Brandnester tagelang überwacht werden, weil die Batterien dazu neigen, wieder Feuer zu fangen.

Auch Pkw häufen sich plötzlich ausbrechende Brände – und zwar über alle Marken hinweg. (aum/jm)

Veröffentlicht am 09.10.2021

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