30 Jahre Berlingo: Als Citroën ein neues Segment erfand
Vor 30 Jahren rollte das Modell als Berlingo auf den Markt, und offensichtlich überzeugte der Transporter nicht nur die Kunden, sondern auch die Mitbewerber. Wenig später folgten der Renault Kangoo, Ford Connect oder bei Volkswagen mit einiger Verzögerung der Caddy. Sogar Mercedes hielt das neue Segment für vielversprechend und brachte den Vaneo auf den Markt, strich das Modell aber bald wieder aus dem Programm. 1997 wurde der Berlingo zusammen mit dem baugleichen Peugeot Partner zum „Van of the Year“ befördert. In den vergangenen 30 Jahren entstanden mehr als vier Millionen Berlingo. Der Modellname war Programm, denn „Berline“ stand ursprünglich für eine komfortable Kutsche und steht heute auf Französisch für Limousine.
Zunächst als kleines Nutzfahrzeug mit zwei Türen vorgestellt, folgte ein Jahr später die Variante Multispace für den Familientransport, die immerhin eine seitliche Schiebetür besaß. Im Jahr 2000 kam dann noch eine zweite Schiebetür auf der linken Seite hinzu. Ende der 1990er Jahre kannte man noch nicht die sportlichen Nutzfahrzeuge, und Familienvans wie der Volkswagen Sharan waren erste Wahl, vorausgesetzt die Familie konnte sich diese Fahrzeuge leisten. Der Citroën war da güsntiger. Wie in den größeren Fahrzeugen bot aber auch er höher positionierte Sitze. Als Option gab es auch ein Faltverdeck, das irgendwie den Charme des 2 CV in die moderne Zeit transportierte, allerdings im geöffneten Zustand ab 100 km/h für eine akustische Hölle.
Für die weniger Wohlabenden war der Berlingo eine echte Alternative, die einem eingeschränkten Kostenrahmen entsprach. Als Basis nutzte der Berlingo den kompakten Citroën ZX, so dass die Komfortwerte des Transporters so gar nichts von einem Nutzfahrzeug hatte, gleichzeitig aber auch ein echter Lademeister war. Im Laufe der Jahre wuchs die Ladefläche kontinuierlich, bis der Raum im Heck eine Europalette aufnehmen konnte. Die großzügigen Raumverhältnisse nutzten einige findige Zeitgenossen für den Umbau in ein kleines Reisemobil.
Auch bei den folgenden Modelle nutzten die Citroën-Entwickler die jeweiligen Kompaktmodelle als Basis – aktuell die des C4. Bereits 1997 kam eine Elektroversion auf den Markt, die allerdings mit einer bescheidenen Reichweite von 95 Kilometern wenig überzeugend war. Der aktuelle elektrisch angetriebene Berlingo kommt immerhin 330 Kilometer weit. Als Alternative stehen auch Verbrenner-Variante als Benziner mit 110 PS (81 kW) oder ein Diesel mit wahlweise 102 PS (75 kW) und 130 PS (96 kW) bei den Händlern.
Während die klassischen Familien-Vans langsam, aber sicher aussterben, ist der Berlingo nach wie vor bei einem Stammpublikum beliebt, das viel Raum auf kompakter Fläche für einen überschaubaren finanziellen Einsatz sucht. Der einst als kleines Nutzfahrzeug konzipierte Transporter bleibt als Hochdachkombi bei den privaten Kunden beliebt, die einen Anteil von 55 Prozent erreichen.
Zur Feier des Jubiläums bringt Citroën die Pkw-Varinate des Berlingo in beiden Längenausführungen als Sondermodell Berlingo „30 Jahre“ auf den Markt. Mit dem 110 PS starken Benziner ausgestattet, kostet das Modell 27.320 Euro. Die Elektro-Jubiläumsversion steht für 38.770 Euro bei den Händlern. (aum)
Veröffentlicht am 01.06.2026

















































