2026-04-14 14:09:00 Automobile

ADAC testet Assistenzsystem im Nebel

Carzoom.de
Fotos: ADAC/André Kirsch via Autoren-Union Mobilität

Fast alle modernen Fahrzeuge sind mit einer Vielzahl an Sensoren und Kameras ausgestattet, die unter anderem wichtige Systeme wie etwa den Notbremsassistenten mit den nötigen Daten versorgen. Der ADAC hat in einem Systemvergleich untersucht, wie sich wechselnde Wetterbedingungen auf die Funktionsweise der Sensoren auswirken. Das Ergebnis zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Herstellern gibt.

Die Untersuchungen fanden in der AVL-Wetterhalle in Roding statt. Dort können starke Regenschauer und Nebelwände sowie Blendung durch tiefstehende Sonne simuliert werden. Für die Versuche wurden je nach Szenario Regen und Nebel in verschiedenen Intensitäten erzeugt – in einem Fall simulierte ein spezieller Scheinwerfer eine tiefstehende Sonne durch die Nebelwand. Die Fahrzeuge fuhren für den Vergleich mit 30 km/h und mussten ein stehendes sowie in einem zweiten Szenario ein bewegtes Hindernis rechtzeitig erkennen und eigenständig bremsen.

Kein System war in der Lage, alle Szenarien ohne Fehler zu bestehen. Den beste Gesamteindruck hinterließ der Mercedes-Benz CLA: Selbst im dichten Nebel, der sich bei vielen Systemen als großes Problem herausstellte, war das Auto in der Lage, Hindernisse zu erkennen und ohne Kollision abzubremsen. Minuspunkte gab es, weil das System in einem Fall zwar einen kreuzenden Fußgänger erkannte und eine Bremsung einleitete, diese aber kurz darauf ohne erkennbaren Grund abbrach.

Eine weitere Erkenntnis aus den Versuchen ist, dass mehr Sensorik nicht unbedingt bessere Ergebnisse zur Folge hat: Der Nio EL6 ist mit einem Radar, Lidar und einer Kamera ausgestattet. Zwar erzielte das Fahrzeug insgesamt zufriedenstellende Ergebnisse, zeigte aber bei dichtem Nebel mit Sichtweiten unter 20 Metern keine oder nur unzureichende Reaktionen.

Überraschend positiv zeigte sich das System von Tesla, das ausschließlich auf Kameras setzt. Regen oder leichter Nebel stellte das Fahrzeug vor keine Probleme. In anspruchsvolleren Fällen erkannte das System zwar die Hindernisse oder sprach eine Warnung aus, nahm aber keine Notbremsung vor. Ein gänzlich anderes Bild zeigte sich beim BYD Seal: Das Fahrzeug hatte bei nahezu allen Bedingungen merkliche Schwächen – bei Starkregen und dichtem Nebel gab es quasi keine Reaktion mehr. Leider gab das Fahrzeug aber auch keine Warnung aus, dass die Systeme eingeschränkt sind oder unter den vorliegenden Bedingungen nicht mehr funktionieren, so der ADAC.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass gut abgestimmte Assistenzsysteme auch unter schwierigsten Umweltbedingungen eine sichere Unterstützung sein können. Allerdings sollten sich Autofahrer nie alleine auf die Funktion der Sensoren verlassen. Die Fahrzeughersteller müssen aus ADAC Sicht dem Fahrer klare Hinweise geben, sobald ein Assistenzsystem nicht mehr zur Verfügung steht. (aum)

Veröffentlicht am 14.04.2026

UnternehmenADACSicherheit & VerkehrSensorenSichttestAssistenzsysteme


 
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