AvD-Reifentests: Die Unterschiede werden geringer
Erfreulich ist aus Sicht des AvD dabei vor allem die Entwicklung des gesamten Reifenmarktes. Das Qualitätsniveau steigt weiter, während die Unterschiede zwischen den Produkten kleiner werden. Gerade bei Premiumreifen liegen die Ergebnisse teilweise nur noch in Nuancen auseinander. Je nach persönlichen Ansprüchen und Fahreigenschaften kann deshalb auch ein anderes Produkt aus den vorderen Rängen die richtige individuelle Wahl sein. Gleichzeitig haben Qualitäts- und Budgetreifen den deutlichen Entwicklungsrückstand früherer Jahre weitgehend aufgeholt. Für Normalfahrer können sie damit eine interessante und deutlich günstigere Alternative sein. Die Tests offenbaren allerdings auch, dass einzelne Reifen nicht zu empfehlen sind.
Wer häufig bei winterlichen Straßenverhältnissen unterwegs ist oder regelmäßig in alpine Regionen fährt, ist mit einem klassischen Winterreifen nach wie vor am besten beraten. Für den aktuellen Test wurden 15 Reifen der Dimension 225/45 R 17 auf einem Audi A3 geprüft. Im Mittelpunkt standen die Fahreigenschaften auf Schnee, nasser und trockener Fahrbahn. Ergänzend flossen Kriterien rund um Wirtschaftlichkeit und Umwelt in die Bewertung ein.
An der Spitze landet der Pirelli Cinturato Winter 3, der sich hauchdünn gegen den Michelin Alpin 7 durchsetzte. Beide Reifen erreichen aufgerundet die Gesamtnote 4,51 und gehören damit zu den sehr guten Produkten im Test. Den Ausschlag zugunsten des Testsiegers geben vor allem leichte Vorteile beim Kurvenaquaplaning und beim Handling auf nasser Fahrbahn. Auch der Goodyear Ultra Grip Performance 3, der Continental Winter Contact TS 870 sowie der Bridgestone Blizzak 6 schnitten mit „Sehr gut“ ab.
Beim Preis-Leistungs-Verhältnis kann der Linglong Sport Master Winter überzeugen. Der Reifen erhält fast durchgehend gute und sehr gute Bewertungen und ist damit eine echte Empfehlung für Autofahrer, die nicht unbedingt zum Premiumprodukt greifen möchten. Etwas schwächer sind lediglich Abrollkomfort und Rollwiderstand. Am unteren Ende des Testfeldes liegen der Triangle Winter X TW401, der Double Coin DW-300 und der Rockblade Icecruiser 1, die in mehreren Kategorien unterdurchschnittlich abschneiden. Daher beurteilt der AvD diese Reifen als „nicht empfehlenswert“.
Auch bei den Ganzjahresreifen zeigt sich ein enger zusammenrückendes Testfeld. Gerade für Normalfahrer können Allwetterreifen eine interessante Alternative darstellen, insbesondere angesichts der in den vergangenen Jahren überwiegend milden Winter und der damit häufig guten Straßenverhältnisse. Wer allerdings regelmäßig mit starkem Schneefall oder anspruchsvollen winterlichen Bedingungen rechnen muss, sollte weiterhin zu Winterreifen greifen.
Für den Test wurden zwölf Ganzjahresreifen der Dimension 225/50 R 17 auf einem 3er-BMW untersucht. Bewertet wurden erneut die Leistungen auf Schnee, Nässe und trockener Fahrbahn sowie weitere relevante Kriterien. Den Testsieg holt sich der Continental All Season Contact 2. Er überzeugt mit durchgehend sehr guten Ergebnissen und setzt sich damit an die Spitze des Testfeldes. Dahinter folgen der Bridgestone Turanza All Season 6 und der Pirelli Cinturato All Season SF 3, die ebenfalls ein hohes Leistungsniveau zeigen, in einzelnen Disziplinen aber nicht ganz an den Testsieger heranreichen. Auch der Michelin CrossClimate 3 und der Dunlop All Season 2 schaffen die Gesamtbewertung „Sehr gut“.
Beim Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt der Hankook Kinergy 4S2. Er zeigt insgesamt gute bis sehr gute Leistungen und ist damit eine Alternative für preisbewusste Autofahrer. Ein kleiner Nachteil ergibt sich beim Umweltkriterium Transportweg, da die für den europäischen Markt bestimmten Reifen im ungarischen Werk produziert werden oder gar aus Asien (China, Indonesien, Südkorea) kommen. Weniger überzeugend sind dagegen der Giti All Season AS2, der nur bedingt empfehlenswert ist, und insbesondere der Kingboss AS365 4-Seasons, der aufgrund mehrerer Defizite nicht empfohlen werden kann.
Die aktuellen Tests zeigen vor allem, dass Reifenkäufer heutzutage eine größere Auswahl an guten Produkten haben als noch vor einigen Jahren. Die Zeiten, in denen zwischen Premium-, Qualitäts- und Budgetreifen teilweise deutliche Leistungsunterschiede lagen, sind weitgehend vorbei, urteilt der Automobilclub. Gleichzeitig lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Testdisziplinen, denn nicht jeder Reifen ist für jeden Fahrer und jedes Einsatzgebiet gleichermaßen geeignet. (aum)
Veröffentlicht am 21.09.2026
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