2026-06-24 11:53:00 Automobile

Bürstner Signature SMT: Die Reise geht Richtung Premium

Carzoom.de
Fotos: Bürstner via Autoren-Union Mobilität


Der Mercedes Sprinter war bei Bürstner als Basisfahrzeug immer mal wieder zu Gast, wenn auch nur flüchtig. Die Reisemobile aus Kehl im Badischen lagen zwar immer mit ihrem Design weit vorne, blieben aber beständige Vertreter der Mittelklasse. Erst der Einstieg von Hubert Brandl, eigentlich Chef der Luxus-Liner von Niesmann und Bischoff, gab der Marke neuen Schwung. Rigoros strich er das Modellprogramm zusammen, übrig blieben ganze drei von ehemals mehr als doppelt so vielen Baureihen, von der Carvan-Produktion verabschiedet er sich im kommenden Jahr vollständig.

Sein Trick ist einfach: Brandl gewährt Bürstner nun Zugriff auf clevere und vor allem hochwertige Ausstattungsdetails, die bislang den Premium-Mobilen von Niesmann und Bischoff vorbehalten waren. Und er bringt den Sprinter wieder ins Rollen, nicht nur als ausgebauten Kastenwagen in der Habiton-Serie, sondern diesmal als halbintegriertes Freizeitfahrzeug in der 3,5-Tonnen-Klasse. Signature heißt die Baureihe, die sich bisher mit dem Fiat Ducato begnügen musste und nun als 7,35 Meter langer SMT statt SFT mit dem Stern am Kühlergrill an den Start geht.

Beim Chassis greift Bürstner auf den Tiefrahmen von Alko zurück und verbindet ihn mit dem Sprinter-Triebkopf. Der Vier-Zylinder-Diesel, der im Basismodell 150 PS (110 kW) leistet und stets mit einer neunstufigen Automatik kombiniert wird, treibt also die Vorderräder an, eine Version mit Allradantrieb wird es nicht geben. Zu den wesentlichen Merkmalen der Serienausstattung zählen eine Lithium-Batterie mit 150 Ah und ein 200 Liter fassender Frischwassertank.

Zwei Grundrissvarianten sind im Angebot, eine mit Einzelbetten, die andere mit einem Queensbett im Heck. Für beide kann ein elektrisch auf- und niederfahrendes, vorne eingebautes Hubbett geordert werden, was die Zahl der Schlafplätze an Bord von zwei auf vier verdoppelt. Im Wohnbereich direkt hinter den drehbaren Sitzen für Fahrer und Beifahrer wartet eine Face-to-Face-Bankanordnung auf gesellige Runden. Die linke Bank lässt sich dank einer patentierten Verschiebemechanik quer zur Fahrtrichtung drehen, so entstehen hier gurtgesicherte Plätze für zwei Passagiere.

Es schließen sich die Küche und der variable Waschraum an, dessen Schiebetechnik eine sehr großzügige Duschkabine ermöglicht – auch dies ist ein Kniff, der bei Niesmann und Bischoff ersonnen wurde. Gleiches gilt für das elektrisch ausfahrende Küchenregal oder den Materialmix aus Filz und textilen Wandverkleidungen für eine bessere Raumakustik. Die kompressorbetriebene Kühlschublade hat ein Volumen von 133 Litern, gekocht wird in der Pantry auf zwei Gasbrennern. Auf Wunsch gibt es alternativ Induktionsfelder und der Signature erlangt dann mit Dieselheizung statt der Combi-6-Anlage das Prädikat gasfrei. Da der Tiefrahmen einen technischen Doppelboden erlaubt, können alle Wassertanks und Leitungen frostsicher werden, und der Fußboden ist vom Fahrerhaus bis ins Schlafzimmer stufenfrei.

Das alles will bezahlt sein. Das Basismodell des Signature SMT steht für rund 94.000 Euro in der Preisliste. Das sind 14.000 Euro mehr als Bürstner für den etwa 20 Zentimeter kürzeren SFT auf Ducato-Basis verlangt, bei dem man allerdings auf viele der Premiumlösungen verzichten muss. Luft nach oben bleibt jedoch immer noch. Eine Markise etwa schlägt beim SMT mit 1600 Euro zu Buche, auch der Aufpreis für den leistungsstärkeren Diesel mit 170 PS (125 kW) fällt satt vierstellig aus. Dazu kommen Extras wie Leichtmetallräder, TV-Sat-Anlage, ein größerer Treibstofftank (mit dem 60-Liter-Serienbehälter kommt man nicht weit), Teppichboden und gegebenenfalls eine Auflastung auf 4,1 oder gar 4,5 Tonnen.

Dass der Konfigurator für den SMT auf der Bürstner-Homepage zweitweise freigeschaltet war, könnte ein Versehen gewesen sein, denn Premiere feiert der neue Signature erst Ende August auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf. Und bis dahin will man die Kunden gewiss weiter neugierig machen und nicht gleich mit hohen Preisen für Sonderausstattungen verprellen. Vergessen werden sollte jedoch nicht, dass der Einstieg in die Signature-Welt auf Mercedes-Basis bei Bürstner weitaus günstiger ist als der in die Flair-, Arto- oder i-Smove-Baureihen beim Ideengeber Niesmann und Bischoff. (aum)

Veröffentlicht am 24.06.2026

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