Dacia bleibt dem Autogas treu
Dacia, bekannt für preiswerte Mobilität, hat in den vergangenen Jahren seine Modellpalette mit Autogas-Antrieb konsequent ausgebaut und bietet diese Technik in allen Fahrzeugen der Marke an. Und die Kunden ziehen offensichtlich mit. Lag der Autogas-Anteil bei den abgesetzten Fahrzeugen im vergangenen Jahr noch bei 15 Prozent, so hat sich der Absatz in den ersten Monaten dieses Jahres bereits auf 29 Prozent fast verdoppelt. Für den rumänischen Renault-Ableger ist Autogas gleichzeitig ein Beitrag um den CO2-Abdruck der Marke zu verringern. Der Bigster mit LPG-Technik zum Beispiel liegt mit einem CO2-Ausstoß von 115 Gramm pro Kilometer deutlich unter den Werten der Hybrid-Wettbewerber. Auch die anderen Autogas-Modelle unterbieten die entsprechenden Werte der jeweiligen Hybrid-Konkurrenz. Sie tragen die Zusatzbezeichnung Eco-G.
Autogas oder LPG (Liquified Petroleum Gas) ist ein Nebenprodukt der Erdölproduktion und besteht im Wesentlichen aus 80 Prozent Butan und 20 Prozent Propan. Diese Stoffe werden bei der Raffinierung von Erdöl und der Verarbeitung von Erdgas gewonnen und seit 1979 auch als Treibstoff für Automobile eingesetzt. In Deutschland konnte sich dieser Kraftstoff nie richtig durchsetzen, und die meisten Autogas-Fahrzeuge wurden von Spezialwerkstätten umgerüstet.
Seit dem Jahr 2010 setzt Dacia die Alternative für Benzin und Diesel in seinen Serienmodellen ein und hat seitdem mehr als eine Million LPG-Modelle abgesetzt. Im restlichen Europa ist diese Technik wesentlich beliebter und kann der Treibstoff an rund 48.000 Tankstellen gebunkert werden. Allerdings sind die Anschlüsse an den Zapfsäulen nicht einheitlich, und deshalb spendieren die Rumänen ihren Kunden einen kompletten Satz passender Adapter für die Fahrt durch Europa. Insgesamt sind in Europa 15 Millionen Fahrzeuge mit LPG-Antrieb auf den Straßen unterwegs.
Wegen der geringeren Dichte des Autogas-Kraftstoffs kann der Verbrauch im realen Betrieb zwar um rund 15 Prozent höher liegen als bei Benzinern, doch angesichts eines um durchschnittlich 40 Prozent geringeren Tarifs – und aktuell sogar noch mehr – an den Tankstellen kann sich diese Technik am Ende durchaus rechnen. Die Dacia-PG-Modelle sind bivalent, können also beide Kraftstoffe nutzen. Der Tank für das Autogas befindet sich in der Mulde des Reservereifens, und der Benzintank bleibt vorhanden, so dass die Fahrzeuge von Sandero bis Bigster beachtliche Reichweiten von mehr als 1000 Kilometer erreichen. Der Bigster kommt auf eine Rekord-Reichweite von 1566 Kilometern. Zugleich macht sich der Wechsel zu LPG auch im Geldbeutel bemerkbar. Beim Sandero zum Beispiel spart der LPG-Antrieb bei einer Fahrleistung von 20.000 Kilometern gegenüber der konventionell angetriebenen Variante gut 580 Euro im Jahr. Beim Jogger sind es 650 Euro und beim Duster fast 410 Euro. Der Bigster erreicht eine Einsparung von über 550 Euro, rechnet Dacia vor.
Beim Bigster kombiniert Dacia zum ersten Mal einen LPG-Motor mit einem 48-Volt-Mild-Hybrid-Antrieb, und beim Duster ist LPG auch mit dem Vollhybrid samt Allradantrieb verbunden, was sich in eine Verbrauchsreduzierung von 40 Prozent übersetzt.
Im Fahrbetrieb unterscheiden sich die LPG-Modelle kaum von den Benzin-Varianten. Der Motorlauf ist ein wenig rauer, wird aber nicht unangenehm, und die Leistungsentfaltung unterscheidet sich nicht von den Benzin-Modellen. Auch die Garantie liegt unverändert bei bis zu sieben Jahren.
Die Preisliste für die LPG-Modelle beginnt bei 14.790 Euro für den Sandero. Der Sandero Stepway kostet 14.990 Euro, der Jogger mindestens 17.990 Euro und für den LPG-Duster wechseln 18.990 Euro den Besitzer. Der Bigster liegt bei 23.990 Euro, und auch das neue Topmodell Striker, das gegen Ende des Jahres auf den Markt kommt wird – da ist Dacia konsequent – wird mit einer LPG-Alternative angeboten werden. (aum)
Veröffentlicht am 30.07.2026
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