2021-06-10 14:56:00 Automobile

Die Marder sind wieder unterwegs

Jetzt wird wieder vermehrt zugebissen: Die Marder sind unterwegs. Die kleinen Raubtiere lieben bekanntermaßen den engen Platz unter der Motorhaube als kuschelige Höhle zum Wohlfühlen. Allein der Geruch eines vermeintlichen Konkurrenten, der seine Duftmarke hinterlässt, kann jedoch zu wilden Beißattacken führen. Autofahrer mit Straßengarage müssen damit rechnen, dass sich Marder zum Beispiel an den Kabeln ihrer Zündkerzen oder an den Brems- und Kühlwasserschläuchen zu schaffen machen. Das kann teuer werden, weiß die HUK-Coburg.

Knapp 46.000-mal bissen die kleinen Raubtiere im vergangenen Jahr allein bei Autos von Kunden der HUK-Coburg zu. Die Beseitigung der Attacken kostete durchschnittlich 440 Euro. In der Spitze waren sogar Reparaturen von mehr als 2500 Euro nötig. Insgesamt beliefen sich die Regulierungskosten des oberfränkischen Versicherers auf 15,3 Millionen Euro.

Aber ein Marderbiss kann nicht nur teuer, sondern auch gefährlich werden. Oft bleiben die Schäden unentdeckt, da die spitzen, kleinen Zähne der Raubtiere nur stecknadelgroße Einstiche hinterlassen. Während der Fahrt kann es recht schnell zu Folgeschäden kommen, zum Beispiel am Motor. Ein Blick auf die Temperaturanzeige des Kühlwassers hilft: Geht der Zeiger in den roten Bereich, ist ein Blick unter die Motorhaube unerlässlich.

Marderschäden sind oft, aber nicht immer, in der Teilkasko mitversichert. Zudem schützen manche Policen auch nur vor den unmittelbaren Schäden, also den zerbissenen Schläuchen. Teuer werden jedoch meist die Folgeschäden, wenn Teile wie Motor oder Bremsen in Mitleidenschaft gezogen wurden. So versichert beispielsweise die HUK-Coburg Folgeschäden bis zu einer Summe von 6000 Euro mit. Auch andere Kfz-Versicherer bieten entsprechende Policen. Wer sich unsicher ist, sollte bei seiner Versicherung nachfragen.

Hat sich das kleine Raubtier an den Schläuchen und Kabeln von Autos, Campingfahrzeugen oder Krafträdern vergangen, greift natürlich auch die Vollkasko-Versicherung. Allerdings gilt hier: Wer einen Schaden meldet, wird in seinem Schadenfreiheitsrabatt hochgestuft.

Ein Wundermittel, das den Marder vom Motorraum fernhält, gibt es nicht. Autobesitzer, die sich den ganzen Ärger mit Panne und Reparatur ersparen wollen, können dem Tier das Zubeißen aber zumindest erschweren. Wirkungsvoll und günstig sind stabile Kabelummantelungen für gefährdete Bauteile aus dem Fachhandel. Zudem verderben spezielle Vorrichtungen zum Abschotten des Motorraums – wie sie manche Autofirmen anbieten – dem Marder den Spaß mit Kabeln, Dämmmatten und Wasserschläuchen. Auch gelegentliche Motorwäschen sollen helfen. Sie entfernen alle Geruchsspuren aus dem Motorraum, die andere Artgenossen anlocken. (ampnet/jri)

Veröffentlicht am 10.06.2021

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Fotos: Auto-Medienportal.Net/Hyundai
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