Ein Viertel der Autofahrer ist noch auf Sommerreifen unterwegs
Die Faustformel „von O bis O – von Oktober bis Ostern” dient vielen Autobesitzern als Orientierung für die Nutzung von Winterreifen. Mehr als ein Viertel (26 %) glaubt allerdings, dass es sich dabei um eine feste Regel handelt. Das ist ein Irrtum. In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht, das bedeutet, Fahrzeuge müssen mit dem Wetter angepassten Reifen fahren. Wer bei Schnee oder Eis mit Sommerreifen unterwegs ist, dem drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg sowie Leistungskürzungen oder gar der Verlust des Versicherungsschutzes. Als wintertauglich gelten nur Pneus mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke, „3PMSF“). Das können auch so genannte Allwetter- oder Ganzjahresreifen sein (37 % der Befragten fahren solche Reifen). Reifen mit M+S-Kennzeichnung (Matsch und Schnee) ohne Alpine-Symbol sind seit dem 1. Oktober 2024 als Winterreifen nicht mehr zugelassen. Wichtig zu beachten ist auch: Erst die Ausstattung aller vier Räder mit Winter- oder Ganzjahresreifen erfüllt die Anforderungen an eine sichere Winterbereifung. Das wissen nur 45 Prozent der Befragten und fünf Prozent haben sogar noch nie von einer situativen Winterreifenpflicht gehört.
Die Umfrage zeigt auch, wie unterschiedlich Autofahrende den Wechsel planen: 36 Prozent haben zum Zeitpunkt der Umfrage (Ende Oktober) bereits auf Winterreifen gewechselt. Unter den Noch-nicht-Wechsler wollen 16 Prozent innerhalb der nächsten Wochen die richtigen Reifen aufziehen, 15 Prozent in den nächsten Tagen und sieben Prozent warten auf den Wetterumschwung.
Hinter dem Zögern stehen vor allem pragmatische Gründe: 14 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Frost und Schnee in Deutschland nur selten auftreten, elf Prozent berichten von fehlenden Werkstatt-Terminen und jeder zehnte nennt Zeit- und Aufwandsgründe. Ein kleiner Teil setzt auf vorsichtige Fahrweise oder fahrerisches Können. Diese Aussage findet sich vor allem in der Generation Z (18- bis 28-Jährige). 18 Prozent dieser Altersgruppe geben an, mindestens einmal eine komplette Wintersaison mit Sommerreifen gefahren zu sein. Hier mag auch der finanzielle Aspekt eine Rolle spielen.
Winterreifen bieten auf Glatteis, Schnee oder bei Reifglätte kürzere Bremswege und eine bessere Traktion. „Sie bleiben dank ihrer speziellen Gummimischung auch bei winterlichen Straßenverhältnissen elastisch. Ihr Lamellen-Profil verzahnt sich besser mit Schnee und Matsch, leitet Wasser ab und reduziert Aquaplaning, während Sommerreifen verhärten und an Grip verlieren“, erklärt Marc Kennedy, Pressesprecher beim Automobilclub von Deutschland (AvD). Da die Winter in Deutschland jedoch in vielen Regionen meist recht mild verlaufen, kann die Wahl durchaus auch auf Ganzjahresreifen fallen. „Ganzjahresreifen mit dem Alpine-Symbol sind besonders für Fahrer geeignet, die nicht regelmäßig in alpinen Regionen unterwegs sind und sich so die Kosten für den zweiten Reifensatz sowie eine mögliche Einlagerung sparen können. Wer eine Neuanschaffung plant, sollte vor dem Kauf unbedingt einen genauen Blick auf unabhängige Reifentests werfen“, so Kennedy weiter. (aum)
Veröffentlicht am 12.11.2025
Produkte rund ums FahrzeugSicherheit & VerkehrRecht & UrteileUmfrageReifenwechselWinterreifen

