Ein wichtiger Baustein für Elektromobilität Made in Europe
An der Einweihungszeremonie nahmen Vertreter aus Politik und Wirtschaft teil, darunter der Präsident von Catalunya, Salvador Illa, der spanische Minister für Industrie und Tourismus, Jordi Hereu, sowie hochrangige Manager des Volkswagen-Konzerns, an der Spitze CEO Thomas Schäfer. Mit dem neuen Werk stärkt der Konzern seine Batteriewertschöpfung in Europa und verfolgt eine Strategie, die Eigenfertigung mit externen Lieferketten kombiniert, um technologische Flexibilität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Das Werk wurde innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren errichtet. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 300 Millionen Euro. Auf einer Fläche von 64.000 Quadratmetern können künftig alle 45 Sekunden Batteriesysteme montiert werden, was einer Tageskapazität von etwa 1200 Einheiten und einer Jahresleistung von bis zu 300.000 Einheiten entspricht. Ab 2026 soll die Anlage ausschließlich die Produktionslinien des Cupra Raval und des VW ID Polo versorgen. „Wir sind bereit, 100 Prozent elektrische Fahrzeuge ,Made in Spain‘ zu produzieren, die Elektromobilität in ganz Europa zugänglich machen werden“, sagt Markus Haupt, CEO von Seat und Cupra.
Ein technisches Merkmal des Werks ist die automatisierte Verbindung zur Fahrzeugmontage über eine 600 Meter lange Förderbrücke. Ergänzt wird das Konzept durch Maßnahmen zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks. Auf dem Dach der Anlage sind rund 11.000 Solarpaneele installiert, die perspektivisch einen Großteil des Energiebedarfs der Batteriemontage decken sollen. Zudem verfügt das Werk über ein Regenwasserrückhaltesystem mit hoher Speicherkapazität. Die Inbetriebnahme der Anlage ist eng mit der konzernweiten Batteriestrategie des VW-Konzerns verknüpft. In Martorell werden Batteriesysteme auf Basis der weiterentwickelten MEB+-Plattform gefertigt, die auf eine höhere Skalierbarkeit und eine vereinheitlichte Zelltechnologie ausgelegt ist. Ziel ist es, technologische Abhängigkeiten zu reduzieren und gleichzeitig Kostenstrukturen sowie Innovationsgeschwindigkeit zu verbessern.
Für Seat und Cupra markiert das neue Werk einen wichtigen Abschnitt in einem Transformationsprozess, der im Jahr 2020 begonnen wurde. Gemeinsam mit dem Volkswagen-Konzern wurden in Spanien Investitionen in Höhe von rund zehn Milliarden Euro angestoßen, davon drei Milliarden Euro für die Elektrifizierung des Standorts Martorell. Das Werk zählt inzwischen zu den größten Produktionsstätten des Konzerns in Europa und ist auf eine flexible Fertigung unterschiedlicher Antriebskonzepte ausgelegt.
Martorell übernimmt zudem eine zentrale Rolle im Projekt der urbanen Elektrofahrzeugfamilie der Konzern-Markengruppe Core. Insgesamt vier vollelektrische Modelle von drei Marken sollen in Spanien produziert werden. Neben dem Cupra Raval und dem VW ID Polo sind dies der Skoda Epiq sowie der Volkswagen ID Cross, die im Werk Navarra gefertigt werden. Das Projekt richtet sich an unterschiedliche Kundensegmente und verfolgt das Ziel, Elektromobilität breiter verfügbar zu machen.
Den Auftakt dieser Modellfamilie bildet der Cupra Raval, dessen Marktstart für 2026 vorgesehen ist. Mit ihm soll die Transformation von Seat und Cupra in eine neue Phase eintreten. Die Unternehmensführung sieht darin einen entscheidenden Schritt, um den Industriestandort Spanien langfristig im Wettbewerb der elektrischen Mobilität zu positionieren. Die Verantwortlichen betonen, dass die Umsetzung des Projekts nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Politik und regionalen Standorten möglich gewesen sei. Insbesondere die Abstimmung zwischen den Werken in Martorell und Navarra habe dazu beigetragen, Produktionsprozesse zu harmonisieren und Know-how zu bündeln. In einem für die europäische Automobilindustrie herausfordernden Umfeld werde damit ein Signal für industrielle Erneuerung und Standortstabilität gesetzt.
Mit Blick auf die kommenden Jahre soll das Werk in Martorell schrittweise seine Kapazitäten ausbauen. Langfristig strebt der Standort eine maximale Produktionsleistung von bis zu 600.000 Fahrzeugen pro Jahr an, darunter ein wachsender Anteil vollelektrischer Modelle. Die neue Batterieanlage gilt dabei als infrastrukturelle Voraussetzung für diese Entwicklung und als Baustein einer umfassenderen industriellen Neuausrichtung.
Damit unterstreichen Seat und Cupra ihren Anspruch, die Transformation nicht nur technologisch, sondern auch strukturell zu gestalten. Die Eröffnung des Montagewerks steht exemplarisch für den Wandel der Automobilindustrie hin zu elektrifizierten, stärker integrierten Wertschöpfungsketten in Europa. Der Standort Martorell soll dabei dauerhaft eine tragende Rolle im Konzernverbund einnehmen. (aum)
Veröffentlicht am 15.12.2025
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