Gefährlicher Sommerregen
Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) rät in einem solchen Fall, das Lenkrad ruhig zu halten und möglichst nicht zu bremsen, sondern behutsam Gas zurückzunehmen. Sobald die Reifen wieder Fahrbahnkontakt haben, werden Lenk- und Bremskräfte erneut übertragen und beim Fahren plötzlich wieder spürbar. Daher gilt auch hier zunächst einmal, Ruhe zu bewahren und abrupte Lenk- oder Pedalbewegungen zu vermeiden.
Das Antiblockiersystem ABS und das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP können Aquaplaning nicht verhindern. Und solange die Reifen aufschwimmen, können auch diese Systeme kaum stabilisierend eingreifen. Erst bei teilweise oder wieder vorhandener Bodenhaftung können sie wieder eingreifen.
Je schneller ein Auto fährt, desto eher droht Aquaplaning, betont die GTÜ. Daher sollte bei drohendem Starkregen schon frühzeitig langsamer gefahren werden – möglichst schon, bevor er einsetzt. Das senkt das Risiko erheblich. Selbst das Fahren unterhalb zulässiger Höchstgeschwindigkeiten oder der Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen kann im Falle eines Wolkenbruchs viel zu schnell sein. Zusätzlich den Abstand zu vergrößern und das Abblendlicht einzuschalten, sind weitere Sicherheitsmaßnahmen. Vorsicht auch vor wassergefüllten Spurrillen. Besonders nach längerer Trockenheit können sich zu Beginn eines Regengusses Staub, Abrieb und andere Rückstände mit dem Wasser vermischen und die Fahrbahn zusätzlich rutschig machen. Werden Sicht oder Fahrbahnzustand zu schlecht, empfiehlt die GTÜ eine Pause auf einem geeigneten Parkplatz oder Rastplatz.
Ebenso entscheidend für eine sichere Fahrt bei Regen ist der Reifenzustand. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern. Für eine bessere Sicherheitsreserve empfiehlt die Stuttgarter Prüf- und Sachverständigenorganisation aber mindestens vier Millimeter. Wichtig ist ebenso der richtige Reifendruck. Er sollte den Vorgaben des Fahrzeugherstellers entsprechen und an die Beladung angepasst sein. Breitere Reifen können übrigens unter vergleichbaren Bedingungen früher zum Aquaplaning neigen, weil sie eine größere Wassermenge verdrängen müssen. Das tatsächliche Verhalten hängt jedoch wesentlich von Profilgestaltung und Reifentyp ab – und natürlich ebenfalls von Profiltiefe, Luftdruck und Geschwindigkeit. (aum)
Veröffentlicht am 19.08.2026
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