HU: Das Abblendlicht und die Bremsen fallen am häufigsten auf
In der Sonderauswertung werden „erhebliche“ und „gefährliche Mängel“ betrachtet. Fahrzeuge mit entsprechenden Mängeln erhalten keine Plakette, müssen umgehend repariert und innerhalb von vier Wochen erneut bei der Prüfstelle vorgeführt werden. Das war im Berichtszeitraum des TÜV-Reports 2026 bei 21,5 Prozent der untersuchten Fahrzeuge der Fall.
Die mit Abstand meisten Mängel betreffen das Abblendlicht. Häufig funktionieren Scheinwerfer gar nicht oder sie sind falsch eingestellt. Die weiteren drei häufigsten Mängel betreffen die Bremsanlage. „Verschlissene, riefige oder stark korrodierte Bremsscheiben sind häufig der Grund für einen erheblichen Mangel bei der HU. Technischer „Gegenpol“ der Scheiben sind die Bremsbeläge. Diese können unter anderem gebrochen, lose oder verölt sein. Auch eine unsachgemäße Montage oder eine falsche Größe führen zum Nichtbestehen des HU. Besonders gefährlich sind undichte, beschädigte oder stark korrodierte Bremsleitungen. „Bei einem Verlust von Bremsflüssigkeit lässt der Druck im Bremssystem nach, was im schlimmsten Fall zu einem Totalausfall der Bremsen führen kann“, warnt Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband. Warnzeichen wie Geräusche, Ruckeln oder seitlicher Zug beim Bremsen sollten daher ernst genommen werden. Bei längerer Standzeit und hoher Feuchtigkeit können die Bremsscheiben „Flugrost“ ansetzen – das ist völlig normal. Er lässt sich einfach durch regelmäßiges kräftiges Bremsen entfernen.
Ab fünfter Stelle der Mängelliste liegen gebrochene, verschlissene oder falsch montierte Federn und defekte Schwingungsdämpfer. Das Beeinträchtigt das Fahrverhalten vor allem in Kurven und verlängert den Bremsweg. Worstcase ist ein Federbruch während der Fahrt, der das Fahrzeug sofort manövrierunfähig macht. Vibrationen am Lenkrad, unpräzises Fahrverhalten oder ein starkes Absenken des Fahrzeugs beim Bremsen sind Hinweise auf entsprechende Mängel. Auch deutliche Ölspuren an den Dämpfern oder vorzeitig abgenutzte Reifen deuten auf Probleme bei diesen Bauteilen hin.
Häufiger Kritikpunkt der Prüfer sind auch die Reifen (Platz sechs). Zu den Beanstandungen gehören Beulen, Alterungsrisse, Beschädigungen durch Fremdkörper oder eine zu geringe Profiltiefe. Nicht selten fahren Fahrzeugbesitzer auch mit unzulässigen Reifengrößen oder einer Mischbereifung vor.
Dahinter folgen in der Mängelstatistik defekte Blinker, undichte Motoren und beschädigte Schweller.
„Fahrzeughalter sollten sich vor der Hauptuntersuchung einen Eindruck vom Zustand ihres Fahrzeugs verschaffen“, empfiehlt Frank Schneider grundsätzlich. „Je älter das Fahrzeug ist und je mehr Bauteile auffällig sind, desto sinnvoller ist ein professioneller Checkup in einer Fachwerkstatt.“ (aum)
Veröffentlicht am 09.02.2026

