2020-06-01 10:11:00 Automobile

Hyundai Nexo als Streifenwagen: Anschleichen mit Brennstoffzelle

Die Osnabrücker Polizei denkt grün. Seit drei Jahren sind die Ordnungshüter mit elektrischen Streifenwagen, E-Bikes und E-Motorrädern sowie einem E-Quad unterwegs, weil die Verantwortlichen erkannt haben, dass „sich die Mobilität in der Polizei in den nächsten Jahren grundlegend verändern wird. Unser Fuhrpark wird zunehmend grüner und vereint Innovation, Ökologie und Praktikabilität“, erklärt der Osnabrücker Polizeipräsident Michael Maßmann die Ausrichtung seiner Truppe.

Jüngster Zugang in der „grünen Flotte“ ist seit Mitte April ein Hyundai Nexo mit Brennstoffzellenantrieb, der sich im harten Streifendienst bewähren muss. „Eine härtere Belastung als im Polizeieinsatz lässt sich kaum denken. Die Fahrzeuge sind rund um die Uhr im Dienst und werden auch deutlich härter rangenommen als zivile Modelle“, beschreibt Marco Ellermann von der Polizeidirektion Osnabrück die Einsatzbedingungen.

„Wir wollten neben unseren Elektro-Einsatzfahrzeugen weitere alternative Antriebstechniken testen, und den nächsten Schritt wagen, um herauszufinden, ob sie für den Betrieb bei der Polizei geeignet sind. Und da war die Brennstoffzellentechnik die logische Konsequenz“, erklärt Marco Ellermann. Im vergangenen Herbst besuchte deshalb Hendrik Große-Hokamp, Leiter des Fahrzeugmanagements der Osnabrücker Polizei, den Hyundai-Stand auf der IAA und am Ende der Gespräche mit den Verantwortlichen der Marke rollte das Ausstellungsfahrzeug vom Messestand in Frankfurt nach der Umrüstung zum Einsatzfahrzeug in die Osnabrücker Polizei-Flotte. So kamen die Osnabrücker Polizisten nebenbei zu einem Dienstwagen mit Glasdach – ein Detail, dass es bisher noch bei keinem Streifenwagen gegeben hat.

In den ersten Wochen hat sich der Hyundai Nexo im Einsatz bewährt, „und die Kollegen sind schon ein wenig stolz, mit einem abgasfreien und innovativen Fahrzeug zu den Einsätzen zu fahren“, beschreibt Ellermann die Reaktion der Besatzungen. „Es macht auch mich stolz, dass wir in Osnabrück neue Wege gehen und ein Wasserstoffauto testen. Nicht nur seine alternative und schadstofffreie Antriebstechniktechnologie überzeugt, sondern auch die Rundumsicht, die für mehr Sicherheit sorgt. Mir macht es Spaß, mit dem Auto unterwegs zu sein“, beschreibt Polizeikommissar Maurice Hauke seine ersten Erfahrungen mit dem Nexo.

Auch sein Kollege Benjamin Buck ist inzwischen von der Wasserstofftechnologie überzeugt. „Es ist eine vollkommen neue Erfahrung für jeden Polizisten, ein Wasserstoffauto zu fahren, und es macht Spaß.“ Die beiden Kommissare sind die sogenannten Themenpaten für den Testbetrieb, die von Beginn an mit der Einführung des Nexo in die Flotte beteiligt waren. Die beiden Beamten arbeiten als Multiplikatoren, die das Thema vorantreiben und die Kollegen mit der neuen Technik vertraut machen.

Stolz ist auch Jürgen Keller, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland: „Der Einsatz unseres Hyundai Nexo in der Dienstflotte der Polizeidirektion Osnabrück unterstreicht die Alltagstauglichkeit unserer umweltfreundlichen Fahrzeuge. Wir sind stolz, dass wir mit unserem Fahrzeug einen Beitrag dazu leisten, die Mobilität der Polizeibeamten im öffentlichen Raum ein Stück umweltfreundlicher und emissionsfrei zu gestalten“.

Im Vergleich zu den batterieelektrischen Modellen überzeugt der Hyundai Nexo vor allem durch seine größere Reichweite von rund 700 Kilometern und mit dem problemlosen Tanken. „Wir brauchen kein Kabel, und der Tank ist in wenigen Minuten wieder gefüllt“, so Ellermann. Die Osnabrücker Polizei hat sich den Wechsel zur Wasserstofftechnologie rund 70.000 Euro (einschließlich der Umrüstung) kosten lassen. Mit rund 20.000 Euro wurde das Projekt vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

Im Polizei-Alltag hat sich der Nexo bisher problemlos benommen. Zu den Vorteilen gehört neben der Alltagstauglichkeit vor allem der leise Antrieb, der „es den Kollegen ermöglicht, sich lautlos Tatorten zu nähern, ohne sich durch ein Motorengeräusch zu verraten“, so Hendrik Große Hokamp. „Außerdem besitzt der Hyundai Nexo ein umfangreiches Sicherheitspaket wie zum Beispiel den Tot-Winkel-Assistenten und die rundum montierten Kameras, die dem Fahrer in allen Situationen eine sehr hohe Übersicht liefern. Das ist für die Kollegen ein sehr großes Plus.“

Im Gegensatz zu den batterieelektrischen Fahrzeugen ist der Hyundai Nexo rund um die Uhr einsatzbereit. „Das war auch ein Grund, warum wir uns für die Wasserstofftechnologie interessiert haben.“ Während die elektrisch angetriebenen Einsatzfahrzeuge stundenlang an der Ladestation stehen, und daher kein Einsatz rund um die Uhr möglich ist, ist der Nexo in drei bis vier Minuten vollgetankt und wieder bereit für den nächsten Einsatz. Alternative Antriebe bleiben für die Osnabrücker Polizei in den kommenden Jahren ein beherrschendes Thema für das Fuhrparkmanagement, und „deshalb beschäftigen wir uns weiter damit“, blickt Große-Hokamp in die Zukunft.

Der Hyundai Nexo ist das zweite Brennstoffzellen-Modell des koreanischen Herstellers. Seit 22 Jahren forscht das Unternehmen am Brennstoffzellen-Antrieb und brachte 2013 mit dem Hyundai ix35 Fuel Cell als erster Hersteller ein Serienmodell mit der umweltfreundlichen Antriebstechnologie auf den Markt. Kein anderes Unternehmen arbeitet so konsequent an der Brennstoffzellentechnologie wie Hyundai. (ampnet/ww)

Veröffentlicht am 01.06.2020

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Fotos: Auto-Medienportal.Net/Hyundai
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