Im Bücherregal: Mit dem Wohnmobil durch Frankreich
Jede Tour ist mit Streckenverlauf und Distanz versehen, auch eine ungefähre Reisedauer wird empfohlen. Dazu gibt es zahlreiche spezifische Informationen für die Wohnmobilreisenden. Etwa, dass der höchste Pass in den Cevennen, der 1589 Meter hohe Pas de Peyrol, neben der Wintersperre von November bis Mai von Campern nur zu bestimmten Uhrzeiten befahren werden darf, oder dass die schmalen und gewundenen Straßen entlang der Wildflüsse Tarn, Dourbie oder Ardeche durch Felsüberhänge nur mit größter Vorsicht passiert werden sollten. Kulturhistorische Begebenheit werden ebenfalls vermittelt, welche berühmten Künstler wo gewirkt und woher sie ihre Inspirationen bezogen haben.
Außerdem gibt das Buch Campingempfehlungen, und für jeden Abschnitt lobt das Autorenteam Björn Stüben, Rita Henss, Andrea Lammert, Robert Fischer und Christiane Gsänger sogar den schönsten an ihm gelegenen Campingplatz aus. Alle Camps sind mit GPS-Daten, kurzer Beschreibung und Internet-Adresse aufgeführt. Leider fehlen die Angaben der Telefonnummern, die muss sich der Nutzer erst über das Internet besorgen, bevor er um eine kurzfristige Reservierung oder Auskunft bitten darf.
Versöhnlich stimmt dagegen die ausgezeichnete Auswahl der fotographischen Darstellungen der vielen Highlights der verschiedenen Regionen. Der Eiffelturm erstrahlt im Sonnenlicht des späten Abends, die Stadtmauer der historischen Altstadt von Carcassonne wird als völlig unüberwindlich in Szene gesetzt und das türkisgrüne Wasser in der Schlucht des Verdon fordert zum unverzüglichen Besuch auf. Dazu gibt es detaillierte Straßenkarten für jeden der 19 Tourenvorschläge mit exakter Lage der empfohlenen Campingplätze. Zudem schließt das Reisebuch mit einem 40-seitigen Straßenatlas von ganz Frankreich ab.
Die Lektüre von „Mit dem Wohnmobil durch Frankreich“ empfiehlt sich vor allem kulturell interessierten Campern mit Begeisterung für Landschaft und Natur. Hinweise auf das Nachtleben der jeweiligen Ortschaften fehlen ebenso wie Empfehlungen zur Gastronomie. Aber: Restaurants und Bars sind vergänglich, die Natur- und Kulturlandschaften Frankreichs hingegen nicht.
„Mit dem Wohnmobil durch Frankreich“ von Björn Stüben, Rita Henss, Andrea Lammert, Robert Fischer und Christiane Gsänger ist im Kunth-Verlag erschienen. Das Reisebuch hat 352 Seiten und kostet 29,95 Euro. (aum)
Veröffentlicht am 23.04.2026

