2026-08-13 09:51:00 Automobile

Im Rückspiegel: Mazda präsentierte in einem Jahr gleich zwei besondere Coupés

Carzoom.de
Fotos: Mazda via Autoren-Union Mobilität

Coupés von Volumenherstellern in der Kompakt- und der Mittelklasse sind heute so gut wie vom Markt verschwunden. Das war vor 35 Jahren noch anders. 1991 präsentierte Mazda gleich zwei flotte Zweitürer. Der MX-3 faszinierte mit dem weltweit kleinsten Großserien-V6, der MX-6 in der Mittelklasse als Gran Turismo mit optionaler Allradlenkung.

Während konventionelle Coupés damals lange Zeit oft als verkürzte Version einer viertürigen Limousine konstruiert wurden, wählte Mazda bei der Entwicklung der beiden MX-Modelle einen anderen Weg. Beide Sportler basierten zwar auf zuverlässiger und sicherer Großserientechnologie – der MX-3 nutzte Komponenten des 323, der MX-6 Bauteile des 626 –, ansonsten zeigten sie sich aber in vollkommen eigenständigem Design.

Der MX-3 feierte seine Premiere im März 1991 auf dem Genfer Automobilsalon. Der nur 4,22 Meter lange 2+2-Sitzer war einer der Publikumsmagneten. Weil Mazda aus ästhetischen Gründen auf Hutzen auf der leicht keilförmigen Motorhaube verzichten wollte, mussten entsprechend flach bauende Motoren her. Eine Herausforderung, die mit einem aus dem Mazda 323 bekannten, 88 PS (65 kW) leistenden 1,6-Liter-16-Ventil-Vierzylinder-Benziner als Basismotorisierung gelöst wurde, vor allem aber mit einem ingenieurtechnischen Meilenstein: Der eigens für den MX-3 konstruierte, 133 PS (98 kW) leistende Sechszylinder in 60-Grad-V-Anordnung hatte ein Gesamtvolumen von nur 1845 Kubikzentimetern. Dieser kleinvolumige Benziner war ein Novum in der Automobil-Großserienproduktion und beeindruckte nicht nur durch seine Leistungsentfaltung, sondern auch durch seine Laufruhe. Der Mazda MX-3 1.9 V6 wurde durch seinen verhältnismäßig niedrigen Verbrauch außerdem zum frühen Vorbild für die erst viele Jahre später üblichen Downsizing-Motoren. Bei konstant 90 km/h verbrauchte der Motor 7,1 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer, ein für damalige Sechszylinder bemerkenswert niedriger Wert.

Zur Effizienz und Agilität des Zweitürers mit praktischer, großer gläserner Heckklappe trug gezielter Leichtbau bei, der das Leergewicht auf 1030 bis 1115 Kilogramm drückte. Anders als der zwei Jahre zuvor vorgestellte Roadster MX-5 mit klassischem Hinterradantrieb setzte der MX-3 auf ein modernes Frontantriebslayout. Nach einer Modellpflege 1994 blieb das kompakte Coupé bis 1998 in Produktion und fand in Deutschland rund 20.000 Käufer.

Ein halbes Jahr nach dem MX-3 debütierte im September 1991 der größere MX-6. Schon der Vorgänger, das Mazda 626 Coupé, war anders als die meisten Mittelklasse-Coupés. Er verfügte über einen kürzeren Radstand als die Limousine und eine flach gestellte A-Säule. Beim MX-6 ging die japanische Marke einen Schritt weiter: Der 4,62 Meter lange 2+2-Sitzer basierte auf der Großserientechnik und dem Frontantriebskonzept des 626, setzte aber technische Akzente. So wurde der Mazda MX-6 in Deutschland nicht nur mit einem 115 PS (85 kW) starken 2,0-Liter-Vierzylinder angeboten, sondern auch mit einem 2,5-Liter-V6, der damals respektable 165 PS (121 kW) lieferte und mit einem weichen, leisen Motorlauf begeisterte.

Hightech verkörperte dann das für den V6 angebotene 4WS-System, eine elektronisch geregelte Allradlenkung. Sie bot neben einem kleineren Wendekreis vor allem geringere Lastwechselreaktionen bei raschem Fahrspurwechsel und ein exakteres Kurvenverhalten. Exklusiv wie im Auftritt bleibt der Mazda MX-6 auch bei den Stückzahlen: Bis 1997 wurden in Deutschland rund 2700 Exemplare des Sportcoupés verkauft. (aum)

Veröffentlicht am 13.08.2026

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