Im Rückspiegel: Porsche feiert 50 Jahre Transaxle-Bauweise
Im Zentrum stehen die vier Baureihen 924, 928, 944 und 968, von denen Porsche zwischen 1976 und 1995 fast 400.000 Fahrzeuge verkaufte. Kennzeichnend für alle Modelle ist das Transaxle-Prinzip: Der Motor sitzt vorn, die Getriebeeinheit an der Hinterachse. Beide Baugruppen sind über eine Antriebswelle im Tragrohr miteinander verbunden. Dieses Layout verfolgt das Ziel einer ausgewogenen Gewichtsverteilung und prägt die Fahreigenschaften der Fahrzeuge durch stabile Straßenlage und präzises Handling. Zugleich verband Porsche damit sportliche Ansprüche mit hoher Alltagstauglichkeit.
Die einzelnen Baureihen deckten dabei unterschiedliche Charaktere ab. Der 924 entstand aus dem Entwicklungsauftrag EA 425, den Porsche nach dem Ausstieg von Volkswagen 1974 übernahm und 1976 als eigenen Sportwagen in Serie brachte. Der 928, 1977 in Genf vorgestellt, interpretierte das Konzept als Gran Turismo mit wassergekühltem V8-Leichtmetallmotor, Aluminiumfahrwerk und Weissach-Hinterachse. Der 944 wurde in den 1980er-Jahren zum prägendsten Vertreter der Familie und schloss die Lücke zwischen Einstieg und klassischer Sportwagenlinie. Der 968 markierte von 1991 bis 1995 den technisch ausgereiften Schlusspunkt der Baureihe.
Auch gestalterisch entwickelte die Transaxle-Familie eine eigenständige Identität. Flache Frontpartien, Klappscheinwerfer, große Heckklappen und klare Linien kennzeichneten die frühen Modelle. Später wurde die Formensprache präziser, die Familienähnlichkeit innerhalb des Programms nahm zu. Im Innenraum setzte Porsche auf funktionale Ergonomie, eine klare Fahrerorientierung und ein aufgeräumtes Cockpit.
Dass das Konzept nicht nur im Alltag, sondern auch unter Belastung funktionierte, zeigte sich im Motorsport. Rallye-Einsätze, der Titelgewinn des 924 in der US-amerikanischen SCCA-Meisterschaft 1980 sowie Le-Mans-Starts des 924 GTP stehen für die Robustheit der Transaxle-Technik.
Zum Jubiläumsjahr gehören deshalb nicht nur Ausstellungsflächen, sondern auch wechselnde Pop-ups mit unterschiedlichen Perspektiven auf Technik, Motorsport, Gestaltung und kulturelles Umfeld. Ergänzt wird das Programm durch Kuratorentalks, ein Aktivitäten-Wochenende unter dem Titel „Transaxle Meet – Spring Edition“ am 23. und 24. Mai 2026 sowie zusätzliche Inszenierungen im Außenbereich. (aum)
Veröffentlicht am 16.05.2026
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