Interview Thomas Kuwatsch: „Keine Nische, sondern eine vernünftige Lösung“
Herr Kuwatsch, mit den steigenden Benzin- und Dieselpreisen stellen sich immer mehr Käufer die Frage, ob sie sich nicht vielleicht doch ein Elektroauto anschaffen. Bekommen Sie davon etwas zu spüren? Ari bietet ja unter anderem den dreitürigen und viersitzigen Kleinwagen Bruni an.
„Ja, wir merken grundsätzlich ein wachsendes Interesse an elektrischer Mobilität, vor allem dort, wo Kunden die Betriebskosten und die Alltagstauglichkeit genau vergleichen. Gerade bei kleinen, praktischen Fahrzeugen wird schnell deutlich, dass Elektromobilität wirtschaftlich sehr attraktiv sein kann. Gleichzeitig beobachten wir, dass viele Kunden heute nicht nur auf den Kaufpreis schauen, sondern auf die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer. Durch verbesserte Einkaufskonditionen werden wir in den nächsten Wochen den Preis für den Ari Bruni nochmals senken können, um dem Bedarf nach kostengünstigen kleinen Elektrofahrzeugen gerecht zu werden.“
Privathaushalten will der Bund mit einer Neuregelung der Förderung für einkommensschwächere Familien den Umstieg auf die Elektromobilität erleichtern. Fallen da auch die von Ari angebotenen Leichtkraft-Pkw mit bis zu 90 km/h Höchstgeschwindigkeit drunter?
„Ja, unseren kleinen Elektro-Pkw-Fahrzeuge fallen auch darunter und werden durch die Förderung so günstig wie ein E-Bike. Deshalb begrüßen wir grundsätzlich natürlich jede Förderung, die Elektromobilität breiter zugänglich macht, denn kleine Elektrofahrzeuge sind oft besonders effizient und alltagstauglich. Jedoch sollten die Rahmenbedingungen der Förderung zügiger umgesetzt werden, da viele Kunden aktuell eher abwartend sind und das ist nicht förderlich für den Verkauf.“
Primär wenden Sie sich an Gewerbetreibende und Kommunen. Da hat die Bundesregierung ja den Investitionsbooster mit einer 75-prozentigen Abschreibung schon im ersten Jahr angekündigt. Wie sieht es da aus?
„Wir spüren das gestiegene Interesse an gewerblich genutzten E-Fahrzeugen durch den Investitionsbooster, aber auch durch die gestiegenen Kraftstoffkosten. Gewerbliche Kunden achten sehr stark auf Investitionssicherheit und Amortisation Ihrer Investition. Mit den aktuell gesetzten Rahmenbedingungen wird die Entscheidung für elektrische Nutzfahrzeuge deutlich erleichtert, wenn auch noch nicht jeder Gewerbetreibende vom Investitionsbooster Kenntnis hat und so das eine oder andere Mal überrascht ist, wenn wir Ihn darauf hinweisen.“
Was wünschen Sie sich generell von der Politik für den weiteren Hochlauf und die Beschleunigung der Elektromobilität?
„Wir wünschen uns vor allem klare, langfristige und verlässliche Rahmenbedingungen. Elektromobilität braucht Planungssicherheit, weniger Bürokratie. Außerdem wäre es hilfreich, wenn Genehmigungs- und Zulassungsprozesse einfacher und schneller würden, damit Innovationen nicht unnötig gebremst werden. Kleine elektrische Nutzfahrzeuge sind keine Nische von morgen, sondern für viele Unternehmen und Kommunen schon heute die vernünftigste Lösung.“
Herr Kuwatsch, Ari hat vor knapp einem Monat mit einer neuen Aufbauvariante
des Kleintransporters 458 Pro überrascht. Er wird als Campingmobil mit
vorbereiteter Strom- und Wasserversorgung zum Selbstausbau angeboten.
Gibt es schon erste Kundenanfragen?
„Das war eigentlich zunächst nur eine interne Idee gewesen, aber die kam so gut an, dass wir sie jetzt auch in die Tat umsetzen. Die Leute sagen uns, das ist genau das, was ich gesucht habe. Da haben wir offenbar einen Nerv getroffen und auch schon erste Bestellungen. Wir verzeichnen vor allem aus den Niederlanden – der europäischen Campingnation schlechthin – ein großes Interesse. Da hat die Nachricht über das Fahrzeug hohe Wellen geschlagen. Und wir stellen noch etwas fest: Sind üblicherweise 95 Prozent unserer Kunden Männer, so kommen rund 40 Prozent aller Anfragen nach dem Ari 458 Campingmobil von Frauen.“ (aum)
Veröffentlicht am 22.04.2026

