Kommentar: Zuckerbrot und Peitsche
Daran ändern auch die guten Vorsätze nichts. Denn die bestehen laut Umfrage vor allem daraus, das eigene Fahrzeug mehr wertzuschätzen und zu pflegen (22 Prozent). Häufiger Fahrrad zu fahren versprechen 16 Prozent und mehr zu Fuß zu erledigen noch einmal elf Prozent. Weltbewegend ist das nicht, denn die Befragten wollen Geld sparen oder sich etwas mehr bewegen. Nur wenige haben dabei ihren ökologischen Fußabdruck im Sinn.
Wir sind offenbar nicht das Volk, dass in den kommenden neun Jahren im Schnitt jedes Jahr 1,7 Millionen BEV kauft, zumal sich fast jeder zweite Befragte heute nicht vorstellen kann, vom Verbrennungsmotor zu lassen. Wie soll er das auch finanzieren? Der Mensch soll bald die dritte Teilenteignung seines Verbrenners – nach Feinstaubplakette, Diesel-Bashing nun die zu erwartenden schlechten Gebrauchtwagenpreise – hinnehmen und gleichzeitig ein Elektroauto und besser auch gleich Solardach, Wärmepumpe und Gebäudeisolierung finanzieren.
Das wird ohne eine gehörige Portion Zuckerbrot und extrem viel Peitsche nicht schaffen lassen. Aber es gibt noch Hoffnung auf vernünftige Lösungen. (aum)
Veröffentlicht am 15.12.2021
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