2026-04-15 14:01:00 Automobile

Mercedes-Benz EQS kann mehr und kostet weniger

Carzoom.de
Fotos: Mercedes-Benz via Autoren-Union Mobilität

Das elektrische Mercedes-Benz-Topmodell EQS geht gründlich überarbeitet in die zweite Hälfte seiner Bauzeit. Bisher blieb die elektrische S-Klasse deutlich hinter den Erwartungen der Stuttgarter Chefetage zurück. Das soll die Neuauflage nun ändern. Begann die Preisliste der ersten Auflage des EQS noch bei einer sechsstelligen Summe, so startet der neue EQS bei rund 94.000 Euro.

Bei der Überarbeitung blieb die Linie der 5,22 Meter langen Limousine weitgehend unverändert. Vorne funkeln nun 110 kleine Sterne in der Frontpartie, und der Stern auf der Haube ist beleuchtet. Auch die Stoßfänger wurden neugestaltet. Wie bisher gehört der EQS mit einem cW-Wert von 0,20 zu den aerodynamisch besten Serienmodellen. Im Innenraum reagierten die Kreativen der Marke auf die Kritik und verbesserten die Qualität der Materialien deutlich und spendierten dem EQS unter anderem eine Gurtheizung. Für die Freunde eines veganen Lebens gibt es nun auch ein vollkommen lederfreies Interieur.

Zu den wichtigsten technischen Neuerungen zählt die Steer-by-Wire-Lenkung (Aufpreis 2500 Euro einschließlich der mitlenkenden Hinterräder), bei der keine mechanischen Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderrädern mehr existiert. Zusammen mit der neuen Lenkung führt Mercedes beim EQS ein so genanntes Yoke-Lenkrad ein, das anfangs gewöhnungsbedürftig ist. Für konventionell eingestellte Kunden ist die Technik aber auch mit einem klassischen runden Lenkrad lieferbar.

Ebenfalls neu ist die neue Lichttechnik Digital Light, die bei einem deutlich geringeren Energieverbrauch eine um 40 Prozent verbesserte Ausleuchtung der Fahrbahn ermöglicht. Der Fahrkomfort profitiert von der neuen Generation der cloudbasierten Airmatic-Luftfederung, die Fahrbahnunebenheiten vorab erkennt und die Dämpfung entsprechend anpasst.

Der größte Fortschritt beim EQS verbirgt sich zwischen den beiden Achsen. Der neue Energiespeicher leistet nun dank einer neuen Zellchemie bis 122 kWh und ist auf 800 Volt ausgelegt. Zusammen mit der verbesserten Aerodynamik und den optimierten Antrieben steigt die Reichweite nach Werksangaben auf 926 Kilometer beim EQS 450+. So lässt sich, haben die Mercedes-Reiseexperten ausgerechnet, die Reise von München nach Paris ohne Ladestopp absolvieren. Bisher waren es maximal 821 Kilometer (nach WLTP). Gleichzeitig verbesserte sich die Ladeleistung. Bei optimalen Bedingungen kann innerhalb von zehn Minuten Energie für 320 Kilometer geladen werden. Die maximale Ladeleistung steigt auf 350 kW. Gleichzeitig ermöglicht der Energiespeicher die Einspeisung des Stroms in das öffentliche Netz oder in das Eigenheim.

An der Hinterachse arbeitet nun zum ersten Mal ein Zwei-Gang-Getriebe, mit dem die Kraftentfaltung und gleichzeitig die Effizienz des Antriebs optimiert werden soll. Dabei übernimmt der erste Gang die Beschleunigung, und der zweite Gang ist für die Leistungsentfaltung bei höheren Geschwindigkeiten verantwortlich und soll so zu einer Verbesserung der Reichweite beitragen. (aum)

Veröffentlicht am 15.04.2026

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