Opel und Leapmotor starten gemeinsame Entwicklung
„Wir versprechen uns von dieser Zusammenarbeit sehr viel“, erklärt Opel-Chef Florian Hüttl, denn „idealerweise kommt hier das Beste aus zwei Welten zusammen“.“ Zwei Welten, das sind die Entwicklungsteams in China und Rüsselsheim, wo die „Opel-Ingenieure ihre Kompetenz bei Fahrwerk, der Lenkung, Geräuschisolierung, Design und Licht einbringen, „also die Hardware“, so Hüttl. Leapmotor steuert in der Entwicklungspartnerschaft sein Wissen bei den elektrischen Komponenten bei. „Mit diesem Schritt verbessern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit. Das ist ein Pionierprojekt, und wir werden das Fahrzeug in Rekordzeit entwickeln können.“
Das neue Modell wird im spanischen Opel-Werk in Saragossa produziert werden, wo seit 45 Jahren der Corsa von den Bändern rollt. Dort wird bald auch mit dem Leapmotor B10 das erste Modell des chinesischen Partners in Europa produziert werden. Bei dem neuen noch namenlosen Modell, so Hüttl, wird es sich um eine neue eigenständige Entwicklung „mit den klassischen Opel-Eigenschaften, die unsere Kunden erwarten“, handeln. Gleichzeitig ermöglicht die Zusammenarbeit mit Leapmotor den Zugang zu einer „Kostenbasis im Bereich der Elektrotechnologie, die wir so alleine heute nicht erreichen können“. Über die genauen technischen Daten wird aktuell nicht gesprochen.
Mit dem neuen C-SUV will Opel seine Angebotspalette weiter ausbauen, denn „in diesem wichtigen Segment zwischen Frontera und Grandland sind wir aktuell noch nicht vertreten“, erklärt Hüttl. Von der gemeinsamen Entwicklung verspricht sich Hüttl auch Lerneffekte für die Entwicklungsschritte in Deutschland. „Wir sehen zum Beispiel die Geschwindigkeit der Entwicklungsprozesse bei unserem chinesischen Partner, und das ist auch für uns eine Möglichkeit, unsere eigenen Methoden in Frage zu stellen.“
Ob diese erste Entwicklungspartnerschaft der Auftakt zu weiteren Gemeinschaftsprojekten sein kann, ist ungewiss. „Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht“, sagt Hüttl. „Wir gehen neue Wege, um ein Modell zu entwickeln, das einen Sprung nach vorne macht. Ich verspreche mir viel Potenzial von der Art dieser Zusammenarbeit. Der Start ist vielversprechend.“ Stellantis wird die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen in Zukunft noch weiter ausbauen. Dazu gehören neben der Entwicklungspartnerschaft mit Opel auch Kooperationen beim Einkauf.
Opel ist nicht das erste europäische Unternehmen, das bei der Entwicklung von Elektroautos mit chinesischen Unternehmen zusammenarbeitet. Renault sicherte sich für den elektrischen Twingo die Unterstützung eines Unternehmens in Shanghai, und Volkswagen setzt bei der Entwicklung von E-Mobilen für den chinesischen Markt das Wissen von Xpeng. An dem Hersteller ist Volkswagen mit fünf Prozent beteiligt. Das erste Ergebnis ist das SUV-Coupé ID Unyx 08. (aum)
Veröffentlicht am 08.05.2026




