Spritpreise: Der AvD bringt eine temporäre Steuersenkung ins Spiel
Die Bundesregierung hat für die stark gestiegenen Kraftstoffpreise eine kartellrechtliche Prüfung angekündigt, um sicherzustellen, dass die „Situation nicht ausgenutzt wird“, wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mit Blick auf die Mineralölkonzerne sagte.
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete der Liter Diesel nach Angaben des Webportals Tankerkönig heute Morgen 2,075 Euro. Im Vergleich zum Freitag vor dem Ausbruch des Krieges entspricht dies einer Preissteigerung von rund 19 Prozent (1,746 Euro pro Liter). Auch die Kosten für einen Liter Super E10 gingen in weniger als einer Woche um über 11 Prozent nach oben, von 1,778 Euro auf aktuell 1,975 Euro. Üblicherweise ist Diuesel wegen des günstigeren Energiesteuersatzes günstiger als Benzin.
Neben den Preisen an der Tankstelle verteuetern sich auch Versicherungen sowie Reparaturen und Inspektionen, betont der AvD. So lagen die Preise für Kfz-Versicherungen im Herbst 2025 rund 10,9 Prozent über dem Vorjahreswert, während Wartung und Reparaturen um etwa fünf Prozent zulegten. Dabei bleibe die individuelle Mobilität für viele Haushalte unverzichtbar. Umso wichtiger ist es aus Sicht des Clubs die Kosten rund um das Auto wieder stärker in den Blick zu nehmen. Kurzfristig könne eine Entlastung vor allem über die Energiekosten erfolgen. Denkbar sind für den AvD beispielsweise eine temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe oder eine stärkere Kontrolle der Preisbildung an der Zapfsäule. Der AvD setzt sich zudem für mehr Transparenz bei der Zusammensetzung der Spritpreise sowie für eine stärkere Wettbewerbsaufsicht ein.
Aber auch langfristig müssten die strukturellen Kosten reduziert werden. Die steigenden Werkstatt- und Ersatzteilpreise setzten Autofahrer zunehmend unter Druck. Hier brauche es mehr Wettbewerb im Ersatzteilmarkt sowie einen freien Zugang zu Reparaturdaten für unabhängige Werkstätten und andere Dienstleister. Nur so ließen sich die Kosten für Wartung und Instandhaltung langfristig stabilisieren. Der AvD begrüßt zudem die Ansätze zur Führerscheinreform von Bundesverkehrsminister Schnieder. Der Erwerb der Fahrerlaubnis müsse wieder bezahlbarer werden, kostete in vielen Regionen bereits deutlich über 3000 Euro. (aum)
Veröffentlicht am 05.03.2026
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