2026-11-05 12:35:00 Automobile

Vor 60 Jahren: Opels Rallye-Erfolg begann mit einem Familienauto

Carzoom.de
Fotos: Opel via Autoren-Union Mobilität

Opel und Rallyesport – diese Liaison ist nicht neu. Bereits vor 60 Jahren feierte die Marke aus Rüsselsheim einen großen internationalen Erfolg: Lille-Bror Nasenius wurde 1966 Europameister in der Klasse der Serientourenwagen. Sein Arbeitsgerät war ein kaum veränderter Opel Rekord B, der sich als zuverlässig, leicht und erstaunlich alltagstauglich erwies.

Als Lille-Bror Nasenius im Januar 1966 zu Opel wechselte, brachte der Schwede bereits Erfahrung aus dem Motorrad- und Rallyecross-Sport mit. Sein neues Arbeitsgerät, der Opel Rekord 1900 S, war kein extrem umgebautes Rennauto: Abgesehen von anderen Reifen und Stoßdämpfern blieb er serienmäßig – und diente dem zweifachen Vater auch als Familienauto.

Entscheidend war die Technik: Der moderne Vierzylinder leistete in der 1,9-Liter-Version 66 kW (90 PS). Bei nur 990 Kilogramm Leergewicht ergab sich ein Leistungsgewicht, das den meisten Konkurrenten jener Zeit überlegen war. Mit diesem Rekord B gewann Nasenius 1966 sowohl die schwedische Rallyemeisterschaft als auch die Europameisterschaft in der Gruppe 1 für Serientourenwagen. Da eine Rallye-Weltmeisterschaft damals noch nicht existierte, war der EM-Titel ein Erfolg auf höchster internationaler Ebene. Der Sieg markierte zugleich Opels Durchbruch als Hersteller schlagkräftiger Rallye-Fahrzeuge. Er mündete später im Gewinn der Rallye-Weltmeisterschaft 1982 durch Walter Röhrl und Christian Geistdörfer auf einem Opel Ascona 400.

Nasenius blieb Opel treu: 1967 wurde er auf dem Rekord C Vize-Europameister, 1968 feierte er mit dem Rallye Kadett 1900 S vier Gesamtsiege. Mit Beifahrer Björn Cederberg gewann er von 1969 bis 1971 in Folge die schwedische Meisterschaft, bevor er 1972 und 1973 im Ascona antrat. Seine offizielle Rallye-Karriere endete 1977 nach elf Gesamt- und 35 Klassensiegen – davon neun Gesamt- und 31 Klassensiege mit Opel.

Die Rallye-DNA lebt elektrisch weiter

Heute knüpft Opel an diese Geschichte an: Im sechsten Jahr des ADAC Opel GSE Rally Cup tritt der vollelektrische Mokka GSE Rally mit bis zu 207 kW (281 PS) und 345 Newtonmetern Drehmoment an. Der Cup setzt auf lokale Emissionsfreiheit und eine mobile Ladeinfrastruktur, die „Remote Charging“ zwischen den Wertungsprüfungen ermöglicht. Mit dem Einstieg in die Formel E ab der Saison 2026/27 weitet Opel sein elektrisches Motorsport-Engagement zusätzlich aus. Die Rallye-Tradition von damals bleibt dabei die Grundlage: Schnelle, robuste Fahrzeuge, mutige Fahrer – und der Anspruch, im Wettbewerb zu überzeugen. (aum)

Veröffentlicht am 05.11.2026

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