2026-05-28 13:26:00 Automobile

Wie viel Promille könnten es sein?

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Fotos: Dräger via Autoren-Union Mobilität

Die Gesetzgebung macht es Kraftfahrern in Deutschland nicht ganz leicht, wenn es um Alkohol am Steuer geht. Denn 0,5 Promille sind erlaubt. Wer Schlangenlinien fährt oder in einen Unfall verwickelt ist, der muss schon ab 0,3 Promille mit Konsequenzen rechnen. Ab einem Blutalkoholgehalt von 1,1 Promille wird zudem von absoluter Fahruntüchtigkeit ausgegangen. Dann drohen Führerscheinentzug und hohe Geldstrafen. Wer sich nach dem Konsum von alkoholischen Getränken ans Steuer setzt, ist sich allerdings meist nicht im Klaren darüber, wie hoch sein Promille-Wert ist.

Die Alkoholkonzentration im Blut kann in etwa mit der nach einem schwedischen Chemiker benannten Widmark-Formel aus Körpergewicht und aufgenommener Alkoholmenge eingeschätzt werden. Dies ist jedoch nur ein ungenauer Wert, zumal er die genau aufgenommene Menge an Alkohol voraussetzt, die meist nicht bekannt ist. Außerdem differieren die Abbauwerte je nach Konstitution stark.

Alkohol wird in Gramm gemessen und ist leichter als Wasser. 0,1 Liter Exportbier, das ein Alkoholvolumen von 5 Volumenprozent hat, enthält 3,4 Gramm reinen Alkohol. Die Blutalkoholkonzentration ergibt sich aus der Menge reinem Alkohol, geteilt durch den Verteilungsfaktor R (0,7 bei Männern, 0,6 bei Frauen) mal Körpergewicht in Kilogramm. Davon abgezogen wird die Zeit des Abbaus, die stündliche Elimination von 0,1 Promille.

Beispiel: Ein 70 Kilogramm schwerer Mann trinkt auf nüchternen Magen Getränke mit einem Alkoholgehalt von insgesamt 30 Gramm. Der Alkoholwert wird durch das Ergebnis aus der Multiplikation von Gewicht und Reduktionsfaktor (bei Männern 0,7, bei Frauen 0,6) dividiert. Dies ergibt in diesem Fall einen Blutalkoholwert von etwa 0,61 Promille. Die Leber beginnt rund eine halbe Stunde nach der Alkoholaufnahme mit dem Abbau des Giftes. Die Abbaurate liegt zwischen 0,1 und 0,15 Promille in der Stunde, die Gerichtsmedizin geht von 0,1 Promille bei der Ermittlung des zum Tatzeitpunkt relevanten Blutalkoholwerts. Eine Atemalkoholanalyse ist je nach eingesetztem Gerät die schnellere und zuverlässigere Methode zur Ermittlung des Blutalkoholpegels. Die handlichen Geräte werden zu Preisen zwischen 30 und 80 Euro angeboten und liefern sofort den aktuellen Wert. Professionelle Geräte, wie sie auch von den Behörden eingesetzt werden, kosten etwa 450 Euro.

Die gefürchtete MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) wird angeordnet, wenn eine Auto- oder Fahrrad-Fahrt unter Alkohol-Einfluss mit 1,6 Promille oder mehr entdeckt wird. Oder nach mehreren entdeckten Alkoholfahrten auch bei weniger als 1,6 Promille. Außerdem nach Fahrten unter Drogeneinfluss oder mehr als sieben Punkten in Flensburg. Auch nach Straftaten im Straßenverkehr, zum Beispiel Fahren ohne Fahrerlaubnis, Nötigung oder Unfallflucht können zur Anordnung einer MPU führen, außerdem Straftaten wie wiederholte gefährliche Körperverletzung, die auf ein hohes Aggressionspotenzial hinweisen.

Die Zahl der unseriösen Anbietern am Markt ist aufgrund der zusätzlichen Verstöße durch Drogeneinnahme vor dem Autofahren gestiegen. Hier kann nur gewarnt werden, Werbeslogans wie „Ohne Abstinenznachweis zum positiven MPU-Ergebnis“ sind mehr als fragwürdig. Auch das Versprechen, mit einem Führerschein aus dem EU-Ausland wieder ans Steuer zu gelangen, hält der Prüfung nicht stand. Diese Fahrerlaubnisse haben nur Gültigkeit, wenn ihr Inhaber seinen Lebensmittelpunkt nachweislich im ausstellenden Land hat. (aum)

Veröffentlicht am 28.05.2026

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