Öffentlicher Verkauf von HVO100 startet
Die Treibhausgasemissionen werden bei der Verwendung von HVO100 über den Lebenszyklus des Kraftstoffs um bis zu 90 Prozent abgesenkt. Mehrere hundert Tankstellen von Uniti-Mitgliedsunternehmen bieten HVO100-Diesel deutschlandweit ab morgen an.
Gleichzeitig ist die Zulassung synthetischer Dieselreinkraftstoffe nach DIN EN 15940 für den freien Verkauf ein positives Signal für Investoren und Hersteller von grünstrombasiertem e-Diesel, der perspektivisch ebenfalls wichtige Beiträge bei der CO2-Emissionsminderung im Straßenverkehr leisten kann, so Kühn weiter.
Verbraucher können die neuen Kraftstoffe an der Zapfsäule unter dem Kürzel XTL erkennen. XTL-Kraftstoffe zeichnen sich durch eine hohe Verträglichkeit aus. HVO-Hersteller und Uniti-Mitglied Neste etwa weisen auf die vollständige Kompatibilität seines HVO-Kraftstoffs mit allen Dieselmotoren hin. Weitere Sicherheit erhalten Anwender durch Freigaben der Fahrzeughersteller. So verfügen neue Diesel-Fahrzeugmodelle in der Regel bereits ab Werk im Tankdeckel über einen XTL-Aufkleber, der auf die Freigabe für Kraftstoffe der Diesel-Norm DIN EN 15940 durch den Hersteller hinweist. Für ältere Modelle sind Freigabelisten unter anderem beim ADAC abrufbar. Falls für ein Fahrzeug keine Freigabe vorliegt, heißt das im Umkehrschluss laut Uniti nicht zwingend, dass es die neuen Kraftstoffe nicht verträgt. Hersteller scheuten schlicht oft aus Kostengründen nachträgliche Freigabetests für Fahrzeugmodelle, die nicht mehr als Neuwagen vertrieben werden. „Um die Akzeptanz der neuen Kraftstoffe bei den Kunden weiter zu erhöhen, sind die Fahrzeughersteller gefordert, verbliebene Lücken in den Freigabelisten zügig zu schließen“, wünscht sich der Uniti-Hauptgeschäftsführer.
Um einen zusätzlichen Anreiz für Endverbraucher und Gewerbekunden zu schaffen, zu den neuen klimaschonenden XTL-Kraftstoffen zu greifen, sollte aus Sicht des Verbandes die Energiesteuer auf Kraftstoffe zukünftig rein CO2-basiert ausgestaltet werden. So sei HVO100-Diesel zwar von der CO2-Abgabe befreit, allerdings greife derselbe Energiesteuersatz wie für fossilen Diesel. Mit einer Anpassung der Energiesteuer würden nicht nur mögliche Nachteile in der Preisbildung von XTL-Kraftstoffen ausgeglichen, die in der Herstellung etwas teurer sind als herkömmlicher Diesel, sondern ein solcher Schritt wäre vor allem auch klimapolitisch sinnvoll, heißt es hierzu. (aum)
Veröffentlicht am 28.05.2024
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