ÖPNV-Preise: Monatstickets verlieren gegen Deutschlandticket
In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Preise über alle Ticketarten hinweg um durchschnittlich 27 Prozent und liegen damit leicht über der kumulierten Inflation von 22 Prozent. Einfluss auf die Preisstruktur vieler Verkehrsverbünde dürfte laut Autoclub auch die Einführung des Deutschlandtickets (aktuell 63 Euro) vor rund drei Jahren gehabt haben, das derzeit mehr als 14 Millionen Menschen nutzen.
Konkurrenz haben dadurch besonders die Monatstickets bekommen, deren Preise sich in der ADAC-Analyse zwischen 71,40 Euro (München) und nahezu dem Doppelten von 140,50 Euro (Köln und Bonn) bewegen. Dabei fällt die bayerische Landeshauptstadt nicht nur preislich, sondern auch leistungsmäßig positiv auf. Das Monatsticket für das Münchner Stadtgebiet ist übertragbar und es können mehrere Kinder bis 14 Jahre mitgenommen werden. Wer also regelmäßig mit der Familie unterwegs ist bzw. das Ticket gelegentlich auf den Partner oder andere Personen übertragen will, fährt damit womöglich günstiger. Der Club kritisiert, dass Monatstickets in Augsburg, Bremen und den sechs untersuchten Städten des Ruhrgebiets (Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Wuppertal) kein flexibles Startdatum haben, sondern starr auf einen Kalendermonat beschränkt sind.
Eine weitere Entwicklung gibt es bei den Wochentickets, die bereits bei der vergangenen ADAC-Erhebung 2021 nicht mehr von allen Verkehrsverbünden angeboten wurden. Mittlerweile gibt es sie lediglich in 15 der 25 untersuchten Städte, mit einem Durchschnittspreis von 32,46 Euro. Im Vergleich zum Deutschlandticket lohnt das Wochenticket daher in speziellen Fällen (z.B. für Touristen), ist in vielen Kommunen aber ein Auslaufmodell.
Auch Einzeltickets, deren Preise von knapp 3 Euro (Erfurt) bis über 4 Euro (Augsburg, München und Hamburg) reichen, rechnen sich eher selten. Denn in allen Städten lohnt sich ein Tagesticket ab drei, in Bielefeld, Hamburg, Karlsruhe, Stuttgart und den sechs untersuchten Ruhrgebietsstädten bereits ab zwei Einzelfahrten.
Genau hinschauen sollten Verbraucher trotzdem bei den Tagestickets, denn in einigen Städten gelten sie ab Kauf bzw. Entwertung volle 24 Stunden, in anderen nur bis Betriebsschluss. Der Preis beträgt dabei im Schnitt 8,44 Euro, am teuersten fährt man in Berlin mit 11,20 Euro. Die 10-Euro-Marke reißen auch München, Leipzig, Augsburg und Nürnberg. Positiv fällt Bielefeld auf, das den Preis seit 2021 um 11 Prozent auf 6,70 Euro senkte und damit als einzige Stadt unter 7 Euro bleibt. In Hamburg blieb der Preis nahezu stabil, wohingegen die übrigen Verkehrsverbünde in den letzten fünf Jahren zwischen 5 und 45 Prozent aufschlugen. (aum)
Veröffentlicht am 17.03.2026
MobilitätskonzepteUnternehmenADACMarkt & StatistikÖPNV-PreiseVergleich






