125 Jahre Motorsport bei Skoda (11): Triumph bei den Tourenwagen
Der Skoda 130 RS Coupé (Typ 735) feierte im April 1975 in Most sein Renndebüt. Weniger als einen Monat später zeigte er bei einem Lauf der Tourenwagen-Europameisterschaft in Brünn sein Leistungsvermögen: Bei seinem ersten Auftritt belegte er in der Klasse bis 2,0-Liter-Hubraum den dritten und vierten Platz. Zu dieser Zeit kam ein Fünfganggetriebe zum Einsatz, doch ein Jahr später änderte die FIA die Vorschriften, und der Škoda 130 RS musste wieder auf ein Vierganggetriebe umgerüstet werden.
Der Antriebsstrang des Skoda 130 RS bestand aus einem klassischen, wassergekühlten Vierzylindermotor mit OHV-Ventilsteuerung, der hinter der Hinterachse eingebaut war. Die erste Serienversion leistete knapp 113 PS bei 7250 Umdrehungen in der Minute. Daraus wurden im Laufe der Weiterentwicklung schrittweise auf 142 PS bei 8500 U/min anstieg. Der Motor mit seinem Zylinder- und Kurbelgehäuse aus Aluminium war aus den Serien-Vierzylindermotoren hervorgegangen, verfügte jedoch im Gegensatz zu diesen über einen Zylinderkopf aus Gusseisen mit acht Ventilen und Trockensumpfschmierung. Der Hubraum stieg von ursprünglich 1289 Kubik auf 1299,6 ccm – die Grenze für die Klasse unter 1,3 Liter Hubraum.
Die leichte und ausgewogene Konstruktion verhalf dem Coupé zu einem hervorragenden Fahrverhalten in Kurven ebenso wie auf der Geraden, bei Sprüngen ebenso wie bei Höchstgeschwindigkeit. Im Gegensatz zum Skoda 180 RS und 200 RS durfte der 130 RS auch im europäischen Ausland gefahren werden, vor allem im Westen. Er startete 1976 in seine erste Rallyesaison und holte bereits ein Jahr später den Klassensieg bei der Rallye Monte Carlo, wobei er in der Gesamtwertung den 12. Platz belegte (Fahrerduo Blahna/Hlávka). In der Saison 1978 belegte das Fahrerduo Zapadlo/Motal mit dem RS bei der Rallye Akropolis den ersten Platz in seiner Klasse und den 9. Platz in der Gesamtwertung. Ein Jahr später erreichte der
sportliche Skoda bei der härtesten Rallye Europas sogar den 8. Platz im Gesamtklassement.
Im Laufe seiner Karriere erzielte das Rallye-Coupé zahlreiche Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene. In der A2-Klasse unter 1600 ccm schlug es regelmäßig auch stärkere Konkurrenz. Seine offizielle Karriere auf heimischen Strecken endete in der Saison 1983, doch der Skoda 130 RS wurde noch viele Jahre danach gerne als Trainings- und Autocross-Fahrzeug eingesetzt.
Der Skoda 130 RS nimmt nicht nur im Rallyesport, sondern auch in der Geschichte der Europäischen Tourenwagen-Meisterschaft einen festen Platz ein. Die Marke aus Mladá Boleslav bestritt 1978 erstmals die gesamte Saison in der prestigeträchtigen Serie. Bis dahin lag der Schwerpunkt auf den Rennstrecken des ehemaligen Ostblocks. Bei seinem allerersten Auftritt belegte Škoda im Wettbewerb mit namhaften Herstellern den dritten Platz in der Markenwertung. Ein Jahr später erreichte der Škoda 130 RS den zweiten Platz in der Gesamtwertung und 1980 den dritten Platz hinter Audi und BMW sowie den ersten Platz in seiner Klasse. Während allgemein angenommen wurde, dass dies das Maximum sei, was ein Renncoupé aus der Tschechoslowakei erreichen könne, stand der größte Erfolg erst noch bevor: 1981 gewann der tschechoslowakische Rennwagen mit einem 1,3-Liter-OHV-Motor zur Überraschung der Konkurrenten die Tourenwagen-Europameisterschaft.
Heute sind sowohl die Rallye- als auch die Rundstreckenversion des Skoda 130 RS prominente Ausstellungsstücke im Werksmuseum und nehmen regelmäßig an Gedenkveranstaltungen teil. Zwischen 1975 und 1980 wurden fast 200 Originalfahrzeuge gebaut. Mehrere Dutzend wurden zudem aus Originalteilen bei der paramilitärischen Freizeitorganisation Svazarm zusammengebaut. (aum)
Veröffentlicht am 10.06.2026
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