2026-06-04 10:01:00 Automobile

125 Jahre Motorsport bei Skoda (6): Klassensieger bei der Rallye Monte Carlo

Carzoom.de
Fotos: Skoda via Autoren-Union Mobilität

Nachdem sich die politische Lage Ende der 1950er Jahre etwas entspannt hatte, kehrte Skoda in den internationalen Motorsport zurück und nahm 1956 zum ersten Mal seit 1949 wieder an der prestigeträchtigen Rallye Monte Carlo teil. Anfang der 1960er Jahre sorgte dann der Skoda Octavia Touring Sport (TS) für zahlreiche Siege bei internationalen Rallyes. Die größten Erfolge feierte das Modell in den Händen privater Fahrer bei der Rallye Monte Carlo und der finnischen 1000-Seen-Rallye.

Der 1960 eingeführte Octavia TS verfügte zunächst über einen 1,1-Liter-Motor mit zwei Unterdruckvergasern. Später wurde der Motor mit einem neuen Ansaugkrümmer ausgestattet und hatte dank der Deflektoren an den Kolben ein Verdichtungsverhältnis von 8,4:1. Diese Modifikationen steigerten die Leistung auf 50 PS bei 5500 Umdrehungen in der Minute, das maximale Drehmoment von knapp 75 Newtonmetern wurde bei 3500 Touren erreicht. Bereits ein Jahr später folgte mit der Modellpflege des Octavia die Version „Super“ mit auf 1221 Kubik aufgebohrtem Hubraum und 47 PS. Dank eines noch höheren Verdichtungsverhältnisses von kam der im Januar 1962 vorgestellte Octavia TS 1200 dann auf 55 PS bei 5100 U/min. Der Motor erreichte ein maximales Drehmoment von 86 Nm. Bei Privatkunden war das Modell ein beliebtes Tuning-Projekt: Mit entsprechenden technischen Modifikationen und der nötigen Erfahrung ließ sich die Motorleistung auf knapp 100 PS steigern. Zwischen 1960 und 1964 rollten mehr als 2270 Exemplare des Octavia TS und des Octavia 1200 TS in Mladá Boleslav vom Band.

Obwohl der Octavia TS 1200 – mit einem Leergewicht von 920 Kilogramm – 20 Kilogramm schwerer war als das Felicia-Cabriolet, versprach der Hersteller identische Fahrleistungen bei gleichem Kraftstoffverbrauch. Das Auto erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h und verbrauchte durchschnittlich 9,1 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Der Schalthebel für das Vier-Gang-Getriebe befand sich im Mitteltunnel. Die vier Räder waren einzeln am zentralen Rohrrahmen aufgehängt.

Die für den Rallye-Einsatz modifizierten Fahrzeuge hatten 15-Zoll-Felgen mit Barum-Reifen, für Sonderprüfungen auf Schnee und Eis wurden Michelin-Spikereifen verwendet. Schon bei den ersten Rallyes erwies sich der Octavia als starker Konkurrent in der Klasse unter 1300 Kubikzentimern und vor allem als vergleichsweise preiswert. Seine Qualitäten als Rallyeauto wussten auch Fahrer aus Skandinavien, Österreich, Polen und Griechenland zu schätzen.

1961 belegte das finnische Duo Esko Keinänen und Rainer Eklund in Monaco den sechsten Platz in der Gesamtwertung und den ersten Platz in ihrer Klasse. Ein Jahr später nahmen nicht weniger als 16 Fahrer-Teams aus acht Ländern mit dem Octavia an der Rallye Monte Carlo teil. Wie im Vorjahr dominierte der Finne Esko Keinänen seine Klasse und triumphierte gegen vier Alfa Romeo. Die Fahrzeuge des Werksteams waren nur geringfügig modifiziert – das Verdichtungsverhältnis entsprach dem der Serienversion und es wurde eine Ölwanne aus Aluminium verwendet. Insgesamt wurden zwei Übersetzungsverhältnisse homologiert. Bei den Rallyes sorgten Stollenreifen von Barum und mit Spikes versehene Michelins für ausreichenden Grip.

Bei der 1000-Seen-Rallye ließ Esko Keinänen fast das gesamte Feld hinter sich – mit Ausnahme von Pauli Toivonen im Citroën DS 19. Allerdings dominierte Keinänen seine Klasse und belegte in der Gesamtwertung den zweiten Platz. Der Octavia TS setzte seine Siegesserie 1963 fort und triumphierte in Monaco zum dritten Mal in seiner Klasse, diesmal mit dem norwegischen Duo Gjölberg/Karlan am Steuer. Auch in Finnland erzielte er einen großen Erfolg; auf Eis und Schnee fuhr Esko Keinänen das Auto auf den vierten Platz in der Gesamtwertung.

Zudem belegten Josef Vidner und Bohuslav Stanek 1963 bei der Tour d’Europe den ersten Platz in der Klasse bis 1300 ccm und erreichten den fünften Platz in der Gesamtwertung. Der leichte und wendige Octavia TS übertraf auch in den folgenden Jahren wiederholt die internationale Konkurrenz.

Zu den berühmtesten tschechischen Fahrern des Octavia Touring Sport und des TS 1200 zählten die Brüder Jaroslav und Václav Bobek, Miroslav Fousek, Vladimír Hubácek, Zdenck Mráz, Leopold Lancman und Jirí Srnský. (aum)

Veröffentlicht am 04.06.2026

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