ADAC-Analyse: Österreich-Modell verteuert Tanken erheblich
So zeigt die aktuelle ADAC-Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland während der ersten zweieinhalb Wochen im April, dass die Preise für Benzin und Diesel im Tagesverlauf um zwölf Uhr stark steigen. Super E10 verteuert sich im Schnitt um gut neun Cent je Liter, Diesel sogar um 10,5 Cent. Danach sinken die Preise bis zum frühen Abend langsam ab. Bis zum nächsten Morgen liegen sie relativ stabil im Bereich des Tagesdurchschnitts. Bereits ab 6 Uhr kann man unterhalb des Tagesdurchschnitts tanken, ab ca. 10 Uhr liegt der Preis etwa zwei Cent unter dem Tagesdurchschnitt. Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise um 2,7 Cent unterhalb des Mittelwertes liegen, ist der günstigste Tankzeitpunkt des Tages erreicht.
Mit der Neuregelung, die nur noch eine Preisanhebung zulässt, jedoch beliebig viele Senkungen, soll in erster Linie erreicht werden, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer ihren Tankzeitpunkt besser planen können. Der ADAC hat jedoch wiederholt davor gewarnt, dass die Mineralölkonzerne mit deutlichen Risikoaufschlägen reagieren. Diese Warnung hat sich mit der aktuellen Auswertung bestätigt. Zudem war bereits im alten Modell mit freier Preisgestaltung ein Zeitraum klar identifizierbar, in dem man verhältnismäßig günstig tanken konnte.
Auch die Autofahrer selbst sehen das Österreich-Modell überwiegend kritisch. Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC begrüßten nur 21 Prozent der Befragten die neue Tank-Regel, während immerhin doppelt so viele und damit fast die Hälfte der Befragten sich ablehnend äußerten. (aum)
Veröffentlicht am 21.04.2026
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