ADAC-Kindersitztest: Sechsmal „gut“
Unter den Babyschalen tat sich besonders der Foppapedretti Disk Infant in Kombination mit einer Isofix-Station hervor (Gesamtnote 1,9). Er ist einer von nur zwei Sitzen, die in jeder Kategorie mindestens eine gute Bewertung erhielten. Auch ohne Isofix-Station erzielt der Sitz eine gute Gesamtnote. Allerdings sollte beim Einbau – wie bei allen Babyschalen, die mit dem Fahrzeuggurt angeschnallt werden – auf den korrekten Gurtverlauf geachtet werden. Es kommt immer wieder vor, dass Schulter- und Beckengurt vertauscht werden und der Sitz bei einem Unfall nicht seine volle Schutzwirkung entfalten kann.
Bei den Sitzen für Kleinkinder und größere Kinder überzeugte Cybex mit den Modellen Sirona Ti und Pallas G3 (beide 2,5). Bei den Sitzen für Kinder ab einer Körpergröße von einem Meter teilt sich Cybex den Spitzenplatz mit dem Kinderkraft Junior Fix, der ebenfalls die Note 2,5 erhielt.
Kinderkraft fiel im Test allerdings auch negativ auf: Vor dem Modell Mink Pro 2 mit Isofix-Basis (5,5) hatte der ADAC bereits im Vorfeld der Veröffentlichung gewarnt. Bei einem Unfall kann der Sitz aus der Basisstation reißen und unkontrolliert durch das Fahrzeug geschleudert werden. Dabei drohen schwere Verletzungen für das Kind. Der Hersteller bietet als Reaktion eine kostenlose Rückgabe oder den Austausch des Sitzes an.
Drei weitere Produkte im Test kamen nicht über eine ausreichende Gesamtbewertung hinaus: Der Axkid Minikid 4 (3,8) zeigt zwar befriedigende Sicherheitseigenschaften, ist aber vergleichsweise kompliziert einzubauen, da Zusatzgurte am Vordersitz befestigt werden müssen. Der Lionelo Lavender (3,9) erreichte bei der Sicherheit nur ausreichende Ergebnisse, und beim Jané Concord Kombikid (3,8) wurde im Bezugsstoff ein gesundheitsgefährdendes Flammschutzmittel in erhöhter Konzentration nachgewiesen.
Positiv anzumerken ist, dass in keinem getesteten Kindersitz umweltbelastende Substanzen – sogenannte PFAS – gefunden wurden. Beim vorangegangenen Test im Herbst 2025 war fast jeder dritte Sitz betroffen.
Eltern, die einen Kindersitz suchen, sollten sich vor dem Kauf über die verschiedenen Produkte und deren Eigenschaften informieren. Idealerweise wird der Sitz bei einem Fachhändler ausprobiert und im eigenen Auto eingebaut. Von einem „Blindkauf“ im Internet rät der ADAC generell ab. Oft erfüllen die Produkte lediglich die gesetzlichen Anforderungen, die deutlich geringer sind als die Kriterien eines Verbraucherschutztests. (aum)
Veröffentlicht am 26.05.2026
Produkte rund ums FahrzeugUnternehmenADACSicherheit & VerkehrKindersitztest



