2025-10-21 06:52:00 Automobile

ADAC testet Kindersitze: Drei fallen durch

Carzoom.de
Fotos: ADAC via Autoren-Union Mobilität

Der ADAC hat zum zweiten Mal in diesem Jahr Kindersitze getestet. Geprüft wurden 17 Produkte, darunter sechs Babyschalen. Fünf befand der Automobilclub für „gut“. Drei Produkte können hingegen nicht empfohlen werden.

Bei den Babyschalen erreicht die Joie i-Level Pro eine gute Gesamtbewertung. Sie bietet ohne optionales Isofix gute Sicherheitseigenschaften, sofern sie richtig montiert wird. Bei den Kleinkindersitzen ist der Besafe Beyond 360 in Kombination mit der Isofixstation Beyond Base das einzige Produkt, das sowohl in der Kategorie Sicherheit als auch in der Gesamtbetrachtung „gut“ abschneidet. Unter den Kindersitzen sind der Britax Römer Kidfix Pro und der Axkid Up mit einer guten Gesamtbewertung besonders zu empfehlen.

Drei Testkandidaten stufte der ADAC als „mangelhaft“ ein. Dies gilt für den Reecle 360 (ZA 10 i-Size) und den Chipolino Olympus i-Size. Vor beiden wurde bereits im Vorfeld der heutigen Veröffentlichung der Prüfergebnisse gewarnt. Sie versagten beim Crashtest versagt und stellen für Kinder ein ernsthaftes Verletzungsrisiko dar. Beide Produkte sind die für die gesamte Dauer der Kindersitzpflicht zugelassen und haben bei der Verwendung entgegen der Fahrtrichtung im Frontalaufprall-Test versagt. Der Reecle löste sich beim Crash aus der Basisstation, schleuderte umher und wurde nur noch vom quer verlaufenden Zusatzgurt gehalten. Der Chipolino riss ebenfalls aus der Basisstation und flog ungehindert durch den Fahrgastraum.
Bei dem Produkt von Chipolino wurden zudem gesundheitsgefährdende und umweltkritische Schadstoffe nachgewiesen.

Zudem fällt auch der Maxi-Cosi Nomad Plus durch – ein Kindersitz, der für Reisen entwickelt wurde. Abgesehen von den nur ausreichenden Leistungen im Frontal-Crashtest wurden in dem Produkt sehr hohe Mengen an umweltschädlichen PFAS gefunden. Diese Chemikalien können in der Natur nur sehr langsam abgebaut werden und auch im menschlichen Körper ablagern, wenn sie in die Nahrungskette gelangen. Der Gehalt der PFAS im Maxi Cosi Nomad Plus war höher, als es der gesetzliche Grenzwert erlaubt – daher erhält der Kindersitz das Urteil „mangelhaft“.

Der ADAC hat den Hersteller mit den Testergebnissen konfrontiert. Dieser erklärt, er habe im März 2025 die Produktion und Zulieferung so umgestellt, dass alle Modelle des Nomad Plus ab März 2025 frei von PFAS seien. Das Modell im ADAC Test wurde im Juni/Juli 2024 produziert – es ist nicht auszuschließen, dass noch Restbestände dieser älteren Version bei Händlern vorhanden sind. Das Produktionsdatum eines Kindersitzes ist nicht einheitlich gekennzeichnet – manche Hersteller vermerken es auf einem Aufkleber oder einer Prägung auf dem Kindersitz.

Die Ansprüche im ADAC Kindersitztest sind bewusst deutlich höher gewählt, als es die gesetzlichen Mindestanforderungen vorsehen, um zu zeigen, welche Produkte auch bei schwereren Unfällen einen guten Schutz bieten. Zudem fließen auch Bedien- und Ergonomie- sowie Schadstoff und Umweltschadstoffprüfungen in die Bewertung ein.

Eltern, die einen Kindersitz suchen, sollten neben den Testergebnissen auch noch auf andere Punkte achten, etwa die sichere Bedienung beherrschen. Ein falsch eingebauter Kindersitz kann bei einem Unfall seine Schutzwirkung verlieren und das Kind in ernsthafte Gefahr bringen. Der ADAC empfiehlt daher, Kindersitze im Fachhandel anzusehen und den Einbau im eigenen Auto zu testen.

Isofix-Stationen können zwar dabei helfen, Einbaufehler zu vermeiden, die Ergebnisse der aktuellen Testrunde haben aber auch gezeigt, dass diese Einbauform nicht in jedem Fall auch einen Sicherheitsvorteil bietet. Die Babyschalen Joie i-Level Pro, Kinderkraft I-Lite und Nuna Arra Flex zeigten im Test ohne die zugehörige Isofixstation bessere Crashtest-Ergebnisse als mit der fest montierten Basis. (aum)

Veröffentlicht am 21.10.2025

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