Der Herbst hat seine Tücken
Besonders tückisch ist die tiefstehende Sonne. Sie kann Verkehrszeichen, Ampeln und Fußgänger zeitweise nahezu „unsichtbar“ machen. Eine saubere Windschutzscheibe innen und außen reduziert störende Reflexionen. Eine Sonnenbrille griffbereit zu haben, hilft bei plötzlicher Blendung. Ist die Sicht erheblich eingeschränkt, sollten Autofahrer ihre Geschwindigkeit reduzieren und den Blick bewusst auf den weiteren Straßenverlauf richten. Im Zweifel ist die Geschwindigkeit so weit zu verringern, dass jederzeit sicher reagiert werden kann.
Auch morgens ist zunehmend mit Nebel zu rechnen, der ebenfalls Risiken birgt. Die eingeschränkte Sichtweite erschwert nicht nur das Erkennen von Hindernissen, sondern verfälscht die Einschätzung von Entfernungen und Geschwindigkeiten. Der AvD rät daher, den Sicherheitsabstand deutlich zu vergrößern, Überholmanöver zu vermeiden und sich nicht am Rücklicht des vorausfahrenden Fahrzeugs zu orientieren. Die Straßenverkehrsordnung gibt vor, dass bei Sichtweiten unter 50 Metern höchstens 50 km/h gefahren werden sollten, sofern nicht eine noch niedrigere Geschwindigkeit erforderlich ist. Höchstens Tempo 50 gilt damit auch automatisch bei eingeschalteter Nebelschlussleuchte. Das Fernlicht ist im Übrigen bei Nebel ungeeignet, da die Lichtstrahlen an den Wassertröpfchen reflektiert werden und die Sicht zusätzlich verschlechtern können.
Regen, feuchte Fahrbahnen und herabgefallenes Laub verlängern den Bremsweg und können die Haftung in Kurven deutlich verringern. Der AvD empfiehlt daher, abrupte Lenk- und Bremsmanöver zu vermeiden, mehr Abstand zu halten und vor Kurven rechtzeitig das Tempo zu reduzieren. Besondere Vorsicht ist auf Landstraßen, an Waldstücken und in der Dämmerung geboten, wenn auch Wildtiere plötzlich die Fahrbahn queren könnten. Wer ein Tier am Straßenrand entdeckt, sollte bremsbereit sein und nicht unkontrolliert ausweichen.
Wie wichtig eine vorsichtige Fahrweise in dieser Jahreszeit ist, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes: 2025 registrierte die Polizei 4778 Unfälle mit Personenschaden, bei denen Regen und Glätte als Ursache erfasst wurden. Bei 3409 Unfällen spielte die blendende Sonne eine Rolle, weitere 410 Unfälle ereigneten sich aufgrund von Nebel. Die Zahlen belegen bereits konkrete Gefahren, die Grauzone der nicht eindeutig definierten Unfallursachen liegt aber noch deutlich darüber, so der Automobilclub von Deutschland.
Schlechte Witterung kann zudem dazu führen, dass moderne Assistenzsysteme nicht einwandfrei funktionieren. Regen und Nebel können etwa Kameras und Sensoren beeinträchtigen und bestimmte Funktionen vorübergehend außer Betrieb setzen. Der AvD appelliert deshalb an Autofahrer, insbesondere auf vertrauten Pendelstrecken nicht in Routine zu verfallen. (aum)
Veröffentlicht am 22.10.2026
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