Der Skoda Sport dreht auch nach 75 Jahren noch seine Runden in Le Mans
Die Teilnahme von Skoda am Langstreckenrennen von Le Mans 1950 war seinerzeit ein seltenes Ereignis. Weil Europa bereits durch den Eisernen Vorhang geteilt war, wurde das Fahrzeug aus Mladá Boleslav zu einem Kuriosum in der Startaufstellung des härtesten Langstreckenrennens der Welt. Die zweisitzige Spezialanfertigung mit ihrer Aluminiumkarosserie basierte auf modifizierten Bauteilen des Skoda 1101 Tudor aus dem Jahr 1946 und nutzte viele Standardbauteile. Bei Tagesanbruch lag der Sport in seiner Klasse für Fahrzeuge bis 1100 Kubikzentimeter auf dem zweiten Platz und auf Rang fünf in der Gesamtwertung. Nach 13 Stunden – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 126 km/h – brach ein Kolbenbolzensicherungsring und machte jede weitere Hoffnung zunichte. Da das Reglement eine Reparatur dieses kleinen technischen Fehlers nicht erlaubte, war Runde 121 die letzte für Skoda in Le Mans.
Der Sport verfügte über zwei Zusatzscheinwerfer für eine bessere Ausleuchtung bei Nacht. Spezielle Öffnungen im Kühlergrill optimierten die Kühlung der Trommelbremsen an den Vorderrädern. Ein verlängerter Radstand von 2150 Millimetern verbesserte die Fahrstabilität. Das Fahrzeug wog inklusive Werkzeug und Ersatzteilen nur 700 Kilogramm. Der wassergekühlte Vierzylindermotor mit einem Hubraum von 1089 Kubikzentimetern mobilisierte 50 PS (37 kW) bei 5200 Umdrehungen in der Minute und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Die Elektrik lieferte der tschechische Hersteller PAL 12 V. Das spezielle Kraftstoffgemisch bestand aus Benzin, Ethanol und Aceton. Der Verbrauch von zwölf Litern auf 100 Kilometern war für die damalige Zeit im Vergleich zur Konkurrenz niedrig. Das ermöglichte der Crew, seltener zu tanken.
Der Le-Mans-Rennwagen von 1950 – einer von nur zwei jemals gebauten – galt lange als verschollen. Er wurde aber schließlich wiederentdeckt und durch eine sorgfältige Restaurierung, bei der so viele Originalteile wie möglich erhalten wurden, zu neuem Leben erweckt. Die Aluminiumkarosserie des Wagens trägt noch immer die Spuren der Zweikämpfe, die vor mehr als sieben Jahrzehnten auf der Rennstrecke ausgefochten wurden. Nach einer sechsjährigen Restaurierung kehrte das Fahrzeug 2022 auf die Rennstrecke zurück. In diesem Jahr schaffte es der Skoda Sport auf den 36. Platz im Gesamtklassement. (aum)
Veröffentlicht am 07.07.2025
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