2026-03-04 13:56:00 Automobile

Die Zahl der Radreisen ist rückläufig

Carzoom.de
Fotos: ADFC via Autoren-Union Mobilität


Die Nutzung des Fahrrads im Urlaub ist deutlich gestiegen. Die E-Bike-Nutzung nimmt zu, Erholung in der Natur ist gefragt und jeder vierte Radreisende kauft neue Ausrüstung. Die Zahlen bei den klassischen Radreisen, Kurzradreisen und Tagesausflügen gehen allerdings zurück. Das geht aus der heute vorgelegten Radreiseanalyse 2025 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hervor.

Christian Tänzler, Radtourismusexperte im ADFC-Bundesvorstand: „Deutschland ist ein attraktives Radreiseland mit einem großen Potenzial. Schon jetzt nutzt jeder zweite Erwachsene das Fahrrad im Urlaub oder in der Freizeit. Von denen, die bisher keine Radreisen unternommen haben, können sich immerhin 50 Prozent vorstellen, dies in Zukunft zu tun.“

Um in Deutschland mehr Fahrradurlauber zu gewinnen braucht es nach Ansicht des ADFC gezielte Maßnahmen. „Radreisende wünschen sich attraktive, sichere und gut gepflegte Radwege, eine unkomplizierte Anreise mit der Bahn und zielgruppenorientierte Angebote für Familien und Radreise-Einsteiger. Die Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung setzt auf einen neuen Schub für den Radverkehr, der jetzt auf allen Ebenen umgesetzt werden muss“, so Tänzler.

Rund 3,3 Millionen Menschen unternahmen im vergangenen Jahr eine klassische Radreise mit mehr als drei Übernachtungen. Sie machten zusammen 4,6 Millionen Radreisen und übernachteten im Schnitt 7,6-mal. 2023 wurden hier noch 3,6 Millionen Menschen gezählt. Auch die Kurzreisen auf dem Fahrrad mit ein bis zwei Übernachtungen sind rückläufig: von fünf Millionen Menschen im Jahr 2023 auf 4,2 Millionen im Jahr 2025. Insgesamt gab es 7,6 Millionen Radkurzreisen. Der Mai und der Juni sind die beliebtesten Reisemonate.

Etwa 34 Millionen Menschen unternahmen nach ADFC-Berechnungen insgesamt 361 Millionen Tagesausflüge mit dem Rad. 2023 waren es noch 455 Millionen Tagesausflüge. Öfter als früher wird hingegen das Fahrrad am Urlaubsort selbst genutzt. Hier belaufen sich die Schätzungen auf 12,7 Millionen Menschen, die insgesamt 22,8 Millionen Mal mit dem Fahrrad unterwegs waren. 2023 waren es 10,6 Millionen Urlauber gewesen.

Für den allgemeinen Rückgang macht der Fahrrad-Club nicht zuletzt das wechselhafte Wetter und Regen vor allem im 2025 verantwortlich. Zudem steige der Wunsch nach Erholungs- und Familienreisen. Auch das Bedürfnis nach Sicherheit und Entspannung im Urlaub habe zugenommen. Steigende Kosten sind ein weiterer Grund. Christian Tänzler: „Hier muss angesetzt werden: Radinfrastruktur sicher machen, Erholungscharakter stärken und neue Zielgruppen wie Familien erschließen.“

Der Elberadweg ist der am meisten befahrene Radfernweg Deutschlands. 840 Kilometer führt der erlebnisreiche deutsche Teil von der tschechischen Grenze über Dresden bis nach Cuxhaven. Auf Platz zwei und drei folgen der Weserradweg und der Ostseeküstenradweg. Dahinter folgen der Rheinradweg, Bodensee-Königssee-Radweg, Main-Radweg, Donauradweg, Moselradweg, Emsradweg und der Fünf-Flüsse-Radweg.

Wer mehr als drei Tage unterwegs war, gab im Schnitt 133 Euro pro Person und Tag aus. Kurzreisende gaben im Schnitt 144 Euro pro Tag aus, Radurlauber 128 Euro und Tagesausflügler 34 Euro. Die Ausgaben sind insgesamt gestiegen. Ein Grund dafür: Mehr Radreisende nutzten Hotels statt Campingplätze. Insgesamt wurden im Jahr 2025 im Radtourismus zwischen 38,7 und 41,8 Milliarden Euro ausgegeben.

Für 29 Prozent war die Radreise auch Anlass, sich neue Ausrüstung zu kaufen. An erster Stelle stand die Fahrradtasche, es folgten Kleidung, Fahrradteile und Reparaturen. Jeder Zehnte, der für die Radreise in Ausrüstung investierte, legte sich ein neues E-Rad zu, und jeder Zwanzigste kaufte sich ein Fahrrad ohne Motor. (aum)

Veröffentlicht am 04.03.2026

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