Fahrbericht Opel Astra: Geschärftes Profil
Die Kreativen in Rüsselsheim – dort wird der Astra entwickelt und auch gefertigt – setzten vor allem auf dezente Designkorrekturen. So wurde der „Opel Vizor“ an der Front deutlich geschärft, und in der Mitte befindet sich der wie schon beim Grandland beleuchtete und so unübersehbare Blitz. In der Frontpartie dominieren die weiterentwickelten schlanken Intelli-Lux-LED-Scheinwerfer und die Frontkamera. Mehr als 50.000 Elemente bringen jetzt Licht in die Dunkelheit und erreichen eine blendfreie Lichtverteilung. Gleichzeitig verhindert die Technik, dass reflektierende Hinweisschilder am Straßenrand den Fahrer blenden.
Im vollkommen veganen Innenraum spendierten die Rüsselsheimer dem Astra neue Oberflächen, die auf Klavierlackoptik verzichten, und die Innenraumbeleuchtung kommt nun mit sieben wählbaren Farben. Die Karosserie verzichtet auf Chrom, und am hinteren Seitenfenster erinnert ein kleines schwarzes Dreieck an den ersten Kadett mit Frontantrieb, den Vorläufer der kompakten Opel.
Der Fahrer blickt auf eine neue Multimedia-Landschaft mit aktualisierten Grafiken, die sich jetzt noch besser ablesen lassen. Außerdem bringen die neuen in allen Versionen serienmäßigen „Intelli“-Sitze zusätzlichen Komfort in den Astra. Sie besitzen eine in der Mitte verlaufende Vertiefung, um den Druck auf das Steißbein zu verringern. Gleichzeitig bleiben die von der Aktion Gesunder Rücken zertifizierten Sitze im Angebot. Ab der Ausstattung GS sind sie Teil der Serie.
Die Abmessungen blieben unverändert. Der Fünftürer kommt mit dem kompakten Gardemaß von 4,37 Meter auf den Markt, und der Sports Tourer misst 4,62 Meter mit einem Gepäckraum-Volumen von 597 bis 1634 Litern. Bei der Elektroversion schrumpft das Kofferabteil auf 516 bis
1553 Liter.
Der Astra steht als Limousine und Kombi mit elektrifizierten und vollelektrischen Antrieben sowie als Diesel bei den Händlern. Der 115 kW (156 PS) starke Astra Electric besitzt einen um vier kWh auf 58 kWh aufgerüsteten Akku, so dass sich die Reichweite auf bis zu 454 Kilometer um 35 Kilometer verlängert. Der Astra mit Plug-in-Hybridtechnik kombiniert einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit einem Elektroantrieb, der von einem 17,2 kWh starken Akku mit Energie versorgt wird, was sich in eine elektrische Reichweite von 84 Kilometern übersetzt. Beim Mildhybrid verbündet sich der im Stellantis-Konzern in vielen Marken eingesetzte 1,2-Liter-Dreizylinder mit einem Elektromotor zu einer Systemleistung von 145 PS (107 kW). Diesel-Freunde werden mit einem 1,5-Liter-Selbstzünder bedient, der 130 PS (96 kW) leistet.
Der Dreizylinder unter der Motorhaube des Mildhybrids beginnt nach dem Start sein Trommelspiel, das allerdings dank der guten Dämmung nur dezent in den Innenraum dringt. Während der Fahrt wechselt die Geschwindigkeitsanzeige immer wieder einmal in ein freundliches Blau und zeigt so den Wechsel zum Elektroantrieb an. Auf der kurvenreichen ersten Ausfahrt zeigt sich der Astra von der Route weitgehend unbeeindruckt und stellt den Piloten nicht vor Probleme, solange die Gesetze der Physik beachtet werden. Das Fahrwerk blieb bei der Modellpflege unangetastet und bleibt wie bei Opel üblich eine angenehme Mischung aus straffer Dämpfung und komfortabler Federung, die die meisten Fehler im Asphalt schluckt.
Dabei werden die Insassen von akustischen Belästigungen weitgehend verschont, und die präzise Lenkung erlaubt auch bei Bedarf eine dynamische Fahrweise. Zwischen 0 und 100 km/h vergehen neun Sekunden – damit übertrifft der Hybrid die Elektroversion um eine halbe Sekunde, und dank des maximalen Drehmoments von 230 Newtonmetern bleibt ausreichend Reserve für den schnellen Spurt zwischendurch. Die Bremsanlage greift zuverlässig ein, und die Rekuperation der Bremsenergie lässt sich gut steuern, um den Benzindurst in Grenzen zu halten. Opel verspricht einen Verbrauch von fünf Litern auf 100 Kilometer. Nach der ausführlichen Testrunde zeigte der Bordcomputer 5,7 Liter.
Der Astra kommt in den drei Ausstattungslinien Edition, GS und Ultimate auf den Markt. Die Preisliste beginnt für den Fünftürer bei 32.990 Euro für den Hybrid. Die Plug-in-Version kostet mindestens 38.460 Euro und bei der Variante electric wechseln 37.990 Euro den Besitzer. Der Sports Tourer beginnt bei 34.490 Euro für den Hybrid, der Plug-in steht für 39.960 Euro bei den Händlern, und der elektrische Sports Tourer beginnt bei 39.490 Euro. (aum)
Daten Opel Astra Sports Tourer Hybrid
Länge x Breite x Höhe (m): 4,64 1,86 x 1,45
Radstand (m): 2,73
Antrieb: R3-Benziner, 1199 ccm, Hybrid, FWD, 6-Gang-Aut.
Leistung: 107 kW / 145 PS
Max. Drehmoment: 230 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,0 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,0 Liter
CO2-Emissionen: 112 g/km (WLTP)
Leergewicht / Zuladung: min. 1454 kg / max. 496 kg
Preis: 34.490 Euro
Veröffentlicht am 25.03.2026








